Frauenfussball

FCW-Frauen wollen nach oben – jetzt

Am Sonntag startet die Frauenmannschaft des FC Winterthur in die Rückrunde der 2. Liga. Die Aufsteigerinnen führen die Tabelle an – und korrigieren das Saisonziel nach oben.

Die FCW-Frauen bringen die Konkurrenz in Bedrängnis: Stürmerin Toja Rauch vor Diessenhofens Torhüterin Claudia Bührer.

Die FCW-Frauen bringen die Konkurrenz in Bedrängnis: Stürmerin Toja Rauch vor Diessenhofens Torhüterin Claudia Bührer. Bild: Urs Kindhauser

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Den ersten Ernstkampf des Frühjahrs haben die FCW-Frauen bereits hinter sich: Am vorletzten Sonntag zogen sie mit einem 2:1-Sieg beim ebenfalls in der 2. Liga spielenden Diessenhofen in den Halbfinal des Zürcher Regionalcups ein. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten hätten sie verdientermassen gewonnen, meinte Trainerin Adrienne Krysl.

Diessenhofen ist auch der erste Gegner in der Rückrunde der Meisterschaft. Der Sieg im Cup entsprach dem Selbstverständnis, das die Winterthurerinnen mittlerweile auszeichnet. Gekommen sind sie von unten, aus der 3. Liga.

«Das neue Ziel ist der erste Platz. Auch wenn wir dafür mit Druck umgehen müssen.» 

Jetzt aber stehen sie an der Tabellenspitze, einen Punkt vor Wädenswil, aber schon sieben vor Zürisee United und Wetzikon.Vor Saisonbeginn hatte sich Krysl, die seit letztem Jahr als erste Frau im Zürcher Verband diplomierte Instruktorin ist, punkto möglicher Rangierung noch vorsichtig ausgedrückt.

Platz 1 bis 3 sollte es sein, der Aufstieg noch eine Liga höher erfolge dann schon irgendwann. Nach den in der Hinrunde gesammelten Erfahrungen sagt sie jetzt aber klipp und klar: «Das neue Ziel ist der erste Platz. Auch wenn wir dafür mit Druck umgehen müssen.»

Dabei hat sich Krysls Team an die 2. Liga erst gewöhnen müssen. «Es hat gute und erfahrene Teams hier. Alles ist einen Zacken schneller gegangen und wir haben auch relativ viele Tore bekommen.

Da gibt es sicherlich Verbesserungspotenzial», meint die Trainerin. Trotzdem gewannen die Winterthurerinnen Spiel um Spiel, bis sie im Spätherbst in eine kleine Baisse rutschten, die zu einem Remis gegen Wetzikon und einer Niederlage gegen Verfolger Wädenswil führte. Aber noch im letzten Spiel vor der Winterpause kam die Reaktion: ein 3:2-Erfolg gegen Affoltern am Albis, der das Überwintern an der Spitze sicherte.

Als Region stark werden

Oft haben die FCW-Frauen seit der Gründung des Teams vor bald zwei Jahren nicht verloren. «Es war wichtig zu akzeptieren, dass das dazu gehört», erklärt Krysl. Ihre Philosophie ist es, den Spielerinnen möglichst viel Verantwortung zu übertragen, auch neben dem Platz.

Mit der Reaktion war sie zufrieden: «Die Spielerinnen haben gezeigt: Sie lassen das Ziel nicht aus den Augen. Sie wissen, wir können Geschichte schreiben für den Frauenfussball in Winterthur, und sie sehen die Chance, ein Teil davon zu sein.»

«Wir tragen alle Heimspiele auf Kunstrasen aus, das kann ein Vorteil für uns sein.» 

Die Idee der Winterthurerinnen ist es bekanntlich, den Spielerinnen aus der Region vor Ort die Möglichkeit zu bieten, möglichst engagiert Fussball spielen zu können, in einer möglichst hohen Liga. Dazu ist diese Mannschaft ins Leben gerufen worden. Krysl geht sogar noch weiter: «Meine Vision ist, dass wir im Frauenfussball als Region stark werden. Dass die talentierten Spielerinnen die Region nicht verlassen müssen, um optimal gefördert zu werden.»

Deshalb versteht sie ihre Mannschaft auch nicht als geschlossene Gesellschaft und deshalb wurden im Winter auch wieder Trainings für alle interessierten Spielerinnen angeboten. «Damit wollen wir zeigen, dass wir jederzeit offen sind», erklärt Krysl.

Umfeld verbessert

Derweil wird die Mission Aufstieg mit Akribie angegangen. Fünf Tage lang weilte das Team im Winter auf Mallorca im Trainingslager und übte dabei auf Kunstrasen. Nicht, dass kein Naturrasen zur Verfügung gestanden wäre. Aber Krysl wollte es so. «Wir tragen alle Heimspiele auf Kunstrasen aus, das kann ein Vorteil für uns sein.» Auf Mallorca dabei war Jeanine Fuhlrott, die als Mentaltrainerin sonst mit der Challenge-League-Mannschaft des FCW arbeitet.

Daniela Plüss ist neue Co-Trainerin und mit Christoph Rohner steht neuerdings ein Goalietrainer zur Verfügung. Bei Bedarf kann das Frauenteam aus der FCW-Profiabteilung nicht nur auf Mentaltrainerin Fuhlrott zurückgreifen, sondern auch auf Massseur Roque Pretel. «Das sind alles Puzzleteile, die uns helfen», weiss Krysl.

Vor allem zeigen diese Anpassungen: Der Ehrgeiz ist da, die bestmöglichen Voraussetz ungen sind geschaffen. Und Krysl kennt ihr Team sehr gut. Deshalb kann sie sagen: «Der bisherige Erfolg überrascht mich nicht. Und mein Bauchgefühl sagt: Mit diesem Team ist viel möglich.»

(Der Landbote)

Erstellt: 04.04.2018, 19:42 Uhr

Phönix Seen

Die zweite Kraft im Winterthurer Frauenfussball ist in der 2. Liga Phönix Seen. Das Team von Trainer Alessandro Mastroianni schloss die Vorrunde auf Rang 7 ab. «Wir sind gut in die Saison gestartet, haben im Herbst aber etwas nachgelassen», fasst Mastroianni zusammen. Wichtig sei es nun, die Rückrunde gut zu beginnen. Phönix reist erst nach Neunkirch und empfängt darauf Volketswil. Das sind die beiden Tabellenletzten, die zehn Punkte hinter den Winterthurerinnen liegen. «Diese beiden Spiele sind wegweisend für uns», so Mastroianni. «Je nach Ausgang werden wir in den Abstiegskampf verwickelt oder können uns nach oben orientieren.» Das Problem für Phönix waren die kritischen Trainingsbedingungen in der Vorbereitung. Nur viermal konnte man auf Kunstrasen trainieren, sonst musste die Turnhalle oder ein Lauf genügen. «Deshalb ist es schwierig zu sagen wo wir stehen», sagt Mastoianni.uk

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