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FCZ siegt, Torschütze stürzt in Stadiongraben

Die Zürcher starten erfolgreich in die Europa League. Dabei sorgte vor allem die Szene nach dem Siegtor für Aufregung.

Kolollis Siegtor – und der Sprung in die Tiefe. Video: Tamedia/SRF

Als FCZ-Spieler kann man gefährlich leben. Eine Erfahrung, die Assan Ceesay machte, noch bevor er überhaupt für den Zürcher Stadtclub debütierte. Er sass im GSP-Stadion von Nikosia noch auf der Bank, als Benjamin Kololli den Penalty zur Führung versenkte und danach beim Jubeln im Graben verschwand. «Ich würde das in diesem Stadion nie machen», sagte der Gambier mit weit aufgerissenen Augen. Trainer Ludovic Magnin brachte ihn anschliessend als Ersatz für Stephen Odey, der sich als einzige Spitze enorm aufgerieben hatte. «Weil wir führten, sagte mir der Coach, ich müsse etwas defensiver spielen», fasste der 24-Jährige seinen Auftrag zusammen. Es half: Der FCZ gewann gegen AEK Larnaca 1:0.

Noch vor fünf Wochen hatte er für den FC Lugano zwei Tore beim 2:2 gegen die Grasshoppers beigesteuert, kurz darauf wechselte der schnelle Mann nach den Abgängen von Raphael Dwamena und Michael Frey an die Limmat. Einen besseren Einstand hätte er sich nicht wünschen können: «Das war ein ganz wichtiger Sieg für uns. Ich bin glücklich, dass meine Zeit beim FC Zürich so gut begonnen hat, und hoffe, es geht nun ähnlich weiter.»

Sprung in den Graben: Kololli verschwindet kurz im Untergrund. Foto: Keystone
Sprung in den Graben: Kololli verschwindet kurz im Untergrund. Foto: Keystone

Wie so viele im Stadion hatte Magnin den Schreckensmoment rund um Kololli nicht miterlebt. «Ich war gerade mit anderem beschäftigt», sagte der Trainer. Die Uhr ging mittlerweile stramm auf 1 Uhr Ortszeit am frühen Freitagmorgen zu und Magnin war angesichts des Vollerfolgs zum Scherzen aufgelegt. «Wir müssen ihm danken, das bringt sicher drei bis vier Millionen Klicks auf Youtube.» Ernster fügte er an: «Das war schon gefährlich, zum Glück konnten ihn die Teamkollegen wieder hochziehen.»

Leverkusens Aufholjagd

Stellvertretend fürs ganze Team hatte auch Antonio Marchesano eine solidarische Leistung gezeigt. Sein Vorstoss auf der linken Seite nach einer Stunde führte zum Penalty, den Kololli verwertete. Zweifel an der Berechtigung des Pfiffs liess die Nummer 10 des FCZ nicht aufkommen: «Das war hundertprozentig Penalty.» Enorm wichtig sei der Erfolg gewesen, erklärte Marchesano. Gerade auch im Hinblick auf die weiteren Aufgaben in der Gruppe A, wo im Parallelspiel Bayer Leverkusen bei Ludogorets Rasgrad nach 0:2-Defizit noch 3:2 siegte. Die Bulgaren gastieren in 13 Tagen im Letzigrund. «Unsere nächsten beiden Gegner sind auf dem Papier stärker als AEK, deshalb ist es gut, sind wir hier mit drei Punkten gestartet, das ist ein erster Schritt.»

Vorerst wechselt der Fokus aber wieder auf die Meisterschaft, wo schon am Sonntag das Heimspiel gegen Luzern ansteht. Ein FCL, der ausgeruht antreten wird. Diesen Faktor lässt Marchesano nicht gelten: «Genau dafür haben wir ein breites Kader.»

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