Zum Hauptinhalt springen

Feuer frei mit «kalten» Pyros

Am Wochenende feierten Fans von Bröndby IF erstmals mit den von Anhängern, Club und Pyrotechnikern entwickelten «kalten» Fackeln. Begeistert sind jedoch nicht alle.

Die gesamte Fankurve brennt gelb und blau. Die Ultras des dänischen Clubs Bröndby IF zündeln. Zumindest sieht es so aus – und falsch ist diese Annahme auch nicht. Dennoch gibt es einen Unterschied: Es sind keine normalen Pyros, die die Ultras abfackeln, sondern sogenannte «kalte» Pyros. Entwickelt von Anhängern, Pyrotechnikern und dem Club selber.

180 Grad heiss

Während eine normale Fackel bei 1000 bis 1200 Grad heiss wird, brennt die «kalte» Fackel bei ungefähr 180 Grad. Gemäss dem Entwickler ist es sogar möglich, mit der Hand durch das Feuer zu fassen. Möglich ist das durch einen anderen Verbrennungsvorgang als bei einer normalen Pyro. So brennen diese meist mit Magnesium, das sehr heiss wird. Dieses haben die Entwickler durch eine Chemikalie ersetzt, die bei sehr viel niedrigerer Temperatur brennt. Um welche Chemikalie es sich dabei handelt, verraten die Entwickler nicht. Für den Sicherheitschef von Bröndby, Mickel Lauritsen, sind die kälteren Fackeln eine gute Sache. Er sagt dem deutschen Fussballmagazin «11 Freunde»: «Die dänischen Fans sind begeistert und wir auch.» Und: «Von der Gefährdung sind sie vergleichbar mit einer Wunderkerze.»

Ob sich die «kalten» Pyros durchsetzen werden, lässt sich noch nicht abschätzen. Schliesslich war es das erste Mal, dass bei einem Spiel eine gesamte Choreo mit den weniger heiss brennenden Leuchtfackeln durchgeführt wurde.

«Sie sind zu gefährlich»

Auch ist Fakt, dass es kritische Stimmen gibt. Nicht nur von Teilen der Fans und Ultras, für die die «kalten» Pyros nicht das gleiche emotionale Erlebnis darstellen, auch von Vereinen. So testete der SV Werder Bremen die Fackeln anfangs dieser Saison – und liess kein gutes Haar an ihnen.

Die Fackel sei nicht mit Wasser zu löschen und Kleidung oder Haare hätten sich im Test schnell entzündet, hiess es etwa seitens des Vereins. Präsident Hubertus Hess-Grunewald sagte: «Wir haben eben jetzt die Erfahrung machen müssen, dass die Fackeln in der gegenwärtigen Situation nicht in den Stadien eingesetzt werden können, weil sie in der Tat zu gefährlich sind.»

In der Schweiz kamen die «kalten» Fackeln bisher noch nicht zum Einsatz. Ob das bald der Fall sein wird, ist unklar. Tatsache ist, dass die normalen Pyros offiziell verboten sind. Viele Fans interessiert das jedoch nicht, sie zündeln in den Fankurven oft und regelmässig.

Bröndby IF hat die weniger heisse Choreo derweil nichts genützt: Der dänische Club verlor das Spiel gegen FC Midtjylland mit 1:2.

Das Spiel zwischen dem FC Sion und den Grasshoppers im Frühling endete mit einem Fiasko. GC-Fans sorgten in Sitten beim Stand von 0:2 nach mehreren Petardenwürfen für einen Spielabbruch. (Bild: Urs Lindth/Freshfocus)
Das Spiel zwischen dem FC Sion und den Grasshoppers im Frühling endete mit einem Fiasko. GC-Fans sorgten in Sitten beim Stand von 0:2 nach mehreren Petardenwürfen für einen Spielabbruch. (Bild: Urs Lindth/Freshfocus)

----------

Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

Die Sendung ist zu hören auf Spotify, bei Apple Podcasts oder direkt hier:

Hier finden Sie alle Folgen an einem Ort

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch