FCW

Fünf Tore und die Israelis kommen

Der FCW gewann sein drittes Testspiel, 5:1 gegen die Auswahl arbeitsloser Profis. Wichtiger aber ist: Am Mittwoch Morgen landen die beiden Israelis Anas Mahamid und Mido Badarna in Kloten – als FCW-Spieler.

Noah Sylvestre bekommt keinen Leihvertrag beim FCW.

Noah Sylvestre bekommt keinen Leihvertrag beim FCW. Bild: Urs Kindhauser

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Es war, gestern Nachmittag auf der Schützenwiese, der dritte Test des FCW. Und wie schon beim 2:2 gegen den FCZ und dem 4:2 gegen den FC Luzern, also zwei Gegner aus der Super League, nutzte Trainer Ralf Loose die Gelegenheit zu einer Personalschau. Diesmal wechselte er zehn Spieler zur Pause aus, auf dem Platz blieb nur der senegalesisch-französische Doppelbürger Aly Coulibaly, einer der Testspieler des Tages. Der Gegner war weit von der Super League entfernt. Er war eine Auswahl arbeitsloser Fussballer, die sich zurzeit in einem von der Profi-Gewerkschaft organisierten Trainingslager unter der Führung des ehemaligen FCW-Stürmers João Paiva so fit halten, dass sie für Arbeitgeber möglichst interessant sind.

Es hatte den einen oder andern bekannten Namen darunter, mit Rechtsverteidiger Leandro Di Gregorio und Maurice Brunner auch zwei Fussballer mit FCW-Vergangenheit. Di Gregorio schoss, mit einem Ball in die hohe Ecke, das einzige Tor der Gäste. Aber der FCW war mehr als eine Klasse besser. Er siegte 5:1, er hätte höher gewinnen müssen. Und es war ihm auch ein eigentlich so belangloses Spielchen kein Grund, nicht bemerkenswerte Spielfreude erkennen zu lassen. Was immer wieder erkennen liess, dass einige Substanz in dieser Mannschaft ist – mit den Neuen Roman Buess, einem Stossstürmer, Nuno Da Silva und Martin Liechti als Angreifern aus der zweiten Reihe und mit Nils von Niederhäusern als Rechtsverteidiger.

Das Ende der Tests

Es waren auch diesmal Testspieler dabei, aber zum letzten Mal. Denn nach diesen 90 Minuten zogen Oliver Kaiser, der Leiter Sport, und Ralf Loose, der Trainer, den Schlussstrich. Es wird in der letzten Phase der Vorbereitung bis zum Meisterschaftsstart gegen Aarau am 20. Juli keine Tests mehr geben. Höchstens ein Ziel haben die beiden noch: einen «Sechser» zu verpflichten. Der müsste allerdings eine unbestrittene Verstärkung sein. Dafür lässt man sich Zeit. Im Gefühl, zurzeit ein Kader zu haben, mit dem man guten Gewissens in die Saison gehen kann, das einen nicht unter Zugzwang hält, einen defensiven Mittelfeldspieler zu verpflichten, nur um einen zu haben. Schliesslich liefert auch das bisherige Personal Varianten.

Die Konsequenz: Der Romand Noha Sylvestre (21), der bei Neuchâtel Xamax einen Vertrag hat, aber nach zwei Kreuzbandrissen beim FCW hätte aufgebaut werden sollen, erhält keinen Leihvertrag. Er kehrt nach Neuenburg zurück, wird vielleicht an einen andern Klub ausgeliehen. Schlecht gespielt hat er gestern in der ersten Halbzeit nicht, aber er hat sich wie schon gegen Luzern auch nicht aufgedrängt. Auf ihrer Suche nach einem Verein anderswo fündig werden müssen auch Aly Coulibaly und der Ivorer Akpesiri Naibe. Coulibaly, senegalesisch-französischer Doppelbürger und Bruder des Vaduzer Stürmers Mohamed Coulibaly, machte als Defensivkraft keine schlechte Falle, aber nicht mehr. Den langen Naibe, der schon nach wenigen Minuten souverän das 1:0 schoss, hätte der FCW als schnellen Stürmer sicher im Auge behalten, wären die Positionen in der Offensive nicht ausreichend besetzt.

«No-Names» drängten sich auf

Denn das ist er, zumindest bei aktuellem Stand, mit den altgedienten Routiniers Davide Callà und Luca Radice, dem seit mehr als einem Jahr formstarken Skorer Luka Sliskovic und dem Trio Neuer, Buess, Nuno Da Silva und Liechti. Und eben mit den beiden Israelis Anas Mahamid und Muhammad «Mido» Badarna, die zu Beginn der Vorbereitung als absolute No-Names gekommen waren und sich dann mit Toren und guten Aktionen in Trainings und ersten zwei Testspielen geradezu aufdrängten. Sie zeigten auch den entsprechenden Willen. So wurde beiden ein Vertrag über zwei Jahre angeboten, am Montagabend waren die letzten offenen Fragen geklärt, in der Nacht auf heute Mittwoch setzten sie sich in Tel Aviv wieder ins Flugzeug. Und heute in der Frühe landen sie in Kloten als FCW-Fussballer.

Es sei kurz rekapituliert: Beide haben ein bisschen Erfahrung aus Israels höchster Liga, zuletzt wirkten sie aber in der zweitklassigen Liga Leumit. Sturmspitze Mahamid (21) spielte in ganz jungen Jahren bei Hapoel Tel Aviv zusammen mit dem ersten Israeli der FCW-Geschichte, Moshe Ohayon. Er war von der U16 bis zur U19 Junioren-Nationalspieler. Zuletzt war er an Beitar Tel Aviv Ramla ausgeliehen, mit dem er einen Mittelfeldplatz erreichte. Badarna machte ein paar Erstliga-Spiele für Bnei Sachnin, zuletzt war er an Hapoel Ikhsal ausgeliehen – mit dem er abstieg. Badarna ist der ältere der beiden, im November wird er 24. Und er ist kein Stossstürmer wie sein Kollege, sondern eine zweite, eine «hängende» Spitze.

Am Samstag gegen YF Juventus

Drei Spiele hat der FCW jetzt noch, den Start vorzubereiten – ungestört von Testspielern. Am Samstag in Zürich gegen YF Juventus, am kommenden Mittwoch auf der Schützi gegen den VfB Stuttgart und dann gegen Brühl St. Gallen, wie YF Juventus aus der Promotion League.

Erstellt: 02.07.2019, 21:23 Uhr

Telegramm

FC Winterthur – Arbeitslosen-Auswahl 5:1 (3:1)

Schützenwiese. – 150 Zuschauer. – SR von Mandach. – Tore: 3. Naibe 1:0. 17. Schmid 2:0. 45. Nuno Da Silva 3:0. 45 + 2. Di Gregorio 3:1. 55. Buess 4:1. 56. Sliskovic 5:1. – FCW, 1. Halbzeit: Milosavljevic; Schmid, Isik, Hajrovic, Schättin; Costinha, Sylvestre, Coulibaly, Nuno Da Silva; Liechti; Naibe. – 2. Halbzeit: Rüegg; von Niederhäusern, Cavar, Coulibaly, Wild; Radice, Doumbia, Saliji, Callà; Sliskovic; Buess. – Bemerkungen: FCW ohne Lekaj, Hamdiu, Roth (verletzt) und Torhüter Spiegel (angeschlagen); mit den Testspielern Aly Coulibaly (Französisch-senegalesischer Doppelbürger/23), Akpesiri Naibe (Ivorer/22); der Schotte Lewis Bell (20) nicht eingesetzt); erster Einsatz Kevin Costinhas (18) im «Eins». – Bekannteste Spieler der Auswahl arbeitsloser Profis: die Torhüter Signori Antonio (zuletzt FC Basel) und Rafael Zbinden (FC Schaffhausen); die Feldspieler Leandro Di Gregorio (ex-FCW/zuletzt Stade Nyonnais), Mario Bühler (Vaduz) und Maurice Brunner (ex-FCW/Vaduz). – 33. Pfostenschuss von Nuno Da Silva. 38. Lattenschuss von Ryan Arnold (Arbeitsloser). 69. Pfostenschuss von Buess. – Nächster Termin des FCW. Samstag, 6. Juli: YF Juventus – FCW, 15.00, Juchhof Altstetten.

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