FCW

Fünf Tore und eine schöne Prämie

Nuno Da Silva leitete mit drei Toren den 5:1-Sieg des FCW gegen YF Juventus ein. Überdies fliessen gut 70 000 Franken aus der U21-Trophy der Liga in die Kasse des FCW.

Drei Tore in den ersten zehn Minuten: Nuno Da Silva.

Drei Tore in den ersten zehn Minuten: Nuno Da Silva. Bild: Urs Kindhauser

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Wäre es an dieser Matinée beim Bahnhof Altstetten um Meisterschaftspunkte gegangen, wären sie rasch vergeben gewesen. Schon nach zehn Minuten hatte Nuno Da Silva, der vom FC Thun ausgeliehene schnelle Flügelmann, drei Tore geschossen. Er tat es nach guten Durchspielen, auch mal mit dem Glück, dass sein Weitschuss abgelenkt wurde. Roman Buess, der neue Stossstürmer, durfte dann, zum 4:1, als Elfmeterschütze antreten. Er war selbst gefoult worden, er hatte eines von Nunos Toren vorbereitet und der aktuelle Penaltyschütze Nummer 1, Luka, Sliskovic, sass noch auf der Bank. Das 5:1 war Mitte zweiter Halbzeit das Werk Muhammad Badarnas, der einen Flankenball Martin Liechtis souverän verwertete. Es waren an diesem Tag also manche Torbeteiligungen Neuer zu zählen, und es hätten zumal vor der Pause einige Tore mehr fallen können.

Die Überlegenheit des FCW gegen den Drittletzten der Promotion League 2018/19 war markant. Auch deshalb wird keiner die Bedeutung des Sieges überschätzen, schon gar nicht mit Blick aufs nächste Treffen mit den Zürchern, in sechs Wochen im Cup. Aber es wurden auch im vierten Testmatch im Prinzip dieselben Bestätigungen geliefert – wie diese: Dieser FCW hat bemerkenswert viele gute Spieler, er hat Substanz vor allem in der Offensive und, natürlich, beim Sechser Ousmane Doumbia. Das Auftreten der Mannschaft ist, in welcher Besetzung auch immer, von Spielfreude und guter Körpersprache geprägt, man schaut ihr also gerne zu. Und Badarna hat noch jeden seiner – bisher drei – Einsätze zu mindestens einem Tor genutzt. Eines zog sich aber auch durch die Testspiele: Die Aussenverteidiger haben, allesamt, noch Steigerungsbedarf.

Der Kicker aus Österreich

Es wird gut sein, wenn der VfB Stuttgart am kommenden Mittwoch auf der Schützi der Gegner für einen schlüssigen Test sein wird. Für Trainer Ralf Loose ist es die Gelegenheit, sich der Besetzung fürs Startspiel nur zehn Tage später gegen den FC Aarau weiter anzunähern. Der Aarauer Assistenztrainer Stephan Keller schaute im Juchhof zu.

Ein bisschen ärgerlich ist, dass es Tobias Schättin wieder mal im Oberschenkel zwickt und sich die Lösung der Bauchmuskelprobleme Granit Lekajs weiter hinauszögert. Schnell beantwortet war dagegen die Personalfrage, die sich an diesem Samstag stellte: Der 23-jährige Österreicher Jakov Josic vom (drittklassigen) Traditionsverein Wiener Sport-Club wurde getestet, in der zweiten Halbzeit als «Sechser» und dann noch kurz als Innenverteidiger. Sein Wiener Leistungsausweis war allerdings weniger der eines defensiven Mittelfeldspielers, sondern es waren seine 13 Tore in 28 Pflichtspielen. Als zentraler Aufbauer hat sich Josic dann auch nicht aufgedrängt. Der Entscheid, nicht an eine Zusammenarbeit zu denken, war rasch gefällt. Aber die 45 Minuten reichten Josic, seine Spezialität zu demonstrieren: Zweimal schoss er einen Freistoss aus gut 35 Metern; mal knallte der Ball an den Pfosten, mal holte ihn der Torhüter unter der Latte hervor. Das war auffallend. Man war danach nicht mehr überrascht, dass zehn der 13 Tore des grossen Österreichers Elfmeter (4) oder direkte Freistösse (6) waren. Betriebe der FCW American Football und suchte er einen Kicker, dann hätte Josic gute Chancen auf einen Vertrag besessen. Aber nur dann.

Nummer 1 beim Nachwuchs

Profitabel war an diesem Tag immerhin die Kunde, die von der Liga kam. Es war die Bilanz der U21 Trophy, in der insgesamt eine Million Franken ausgeschüttet werden für die je zehn Klubs der Super und der Challenge League, genau abgestuft nach Einsätzen von Spielern mit Schweizer Pass und U21-Status. Da brachte es der FCW, was das aussagekräftigste der diversen Kriterien ist, von allen Vereinen auf die meisten Startelf-Einsätze von Nachwuchsspielern, auf insgesamt 100. Remo Arnold (34 Starts), Schättin und Roberto Alves (je 21) und Enrique Wild (15) trugen dazu am meisten bei. Dafür wird der FCW als Nummer 1 der Challenge League mit immerhin 71185 Franken belohnt. Ihm am nächsten kommt Aufsteiger SC Kriens (96 Starts).

Mehr Geld als der FCW erhält allerdings, dank der etwas andern Tarife, der FC St. Gallen als gleichsam Nachwuchs-freundlichster Klub der Super League. Ihm werden, auch für 81 Starts von Nachwuchskräften, 94914 Franken ausbezahlt.

Erstellt: 07.07.2019, 15:21 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Testspiel

YF Juventus – FC Winterthur 1:5 (1:4)

Juchhof, Altstetten. – 100 Zuschauer. – SR Ovcharov. – Tore: 2. Nuno Da Silva 0:1. 5. Nuno Da Silva 0:2. 10. Nuno Da Silva 0:3. 14. Seferagic 1:3. 27. Buess (Foulpenalty) 1:4. 68. Badarna 1:5. – FCW: Spiegel; von Niederhäusern, Isik (46. Cavar), Hajrovic (76. Schmid), Wild (76. Pauli); Doumbia (46. Josic), Saliji (76. Costinha); Callà (46. Liechti), Radice (46. Sliskovic), Nuno Da Silva (46. Badarna); Buess (46. Mahamid). – Bemerkungen: FCW ohne Lekaj, Schättin, Hamdiu und Roth (verletzt); mit dem österreichischen Testspieler Jakov Josic (Wiener Sport-Club/23); nach den Auswechslungen in der 76. Minute Schmid und Pauli Aussen-, von Niederhäusern und Josic Innenverteidiger, Cavar im defensiven Mittelfeld. – YF Juventus mit den Winterthurern Nico Zuffi, Ramon Cecchini und Tiziano Lanza. – 80. Freistoss Josics an den Pfosten. – Verwarnung: 51. Hajrovic (Foul). – Nächster Termin des FCW. Mittwoch, 10. Juli: FCW – VfB Stuttgart, Schützenwiese, 19.00.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!