FC Winterthur

Hängepartie beendet – Frontino in Aarau

Es war nur eine kurze Partnerschaft zwischen dem FCW und Gianluca Frontino. Seit gestern ist der 28-Jährige kein Offensivspieler des FCW mehr, sondern des FC Aarau.

Gianluca-Frontino (links) verlässt den FCW schon wieder.

Gianluca-Frontino (links) verlässt den FCW schon wieder. Bild: Heinz Diener

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Am Schluss wars eine Hängepartie, die sich hinzog: Frontino hatte ein besser dotiertes Angebot des FC Aarau, das anzunehmen ihn reizte; FCW-Trainer Umberto Romano rügte das Verhalten des Spielers etwa im Training mehr als einmal und liess ihn, in Wil, auch offiziell aus disziplinarischen Gründen pausieren. Romano zweifelte aber auch, ob ein abwanderungswilliger Spieler ihm und der Mannschaft wirklich helfen würde. Die zwei weiteren Matches seiner Zeit in Winterthur verpasste Frontino verletzungsbedingt. Blieb also offen, ob sich die beiden Vereine würden einigen können oder ob allenfalls noch der FC Vaduz als Interessent zum Zuge kommen könnte.Jetzt aber sind sich alle einig: Frontino hat in Aarau für zwei Jahre mit Option auf ein weiteres unterschrieben. Der FC Aarau überweist eine Ablöse nach Winterthur, die «für einen Transfer innerhalb der Challenge League eine gute Summe» sei, wie Oliver Kaiser, Leiter Sport des FCW, sagt.

Insgesamt ist zu sagen, der Aufenthalt Frontinos auf der Schützenwiese sei eher ein Missverständnis geworden. Im Winter 2015/16 zog Frontino von Thun weg, weil er vom Trainer Jeff Saibene kaum mehr eingesetzt wurde. Und dann, zurück in Schaffhausen, gings schon nach einem Jahr weiter nach Winterthur, weil der neue Trainer des FCS, Murat Yakin, ihn, den Captain, zurückstufte – aus seiner Sicht unbegründet. In Winterthur hatte er dann eine gute Phase, die zusammenfiel mit dem Vorstoss des FCW vom Tabellenende ins Mittelfeld – mit vier Siegen, zu denen Frontino zwei Tore und vier Assists beitrug. Die Saison beendete er dann allerdings mit einer Reihe mässiger Leistungen. Und im neuen Fussballjahr bot er vier erste Spiele lang (mit je einem Tor und einem Assist) die im Schnitt beste individuelle Leistung der Mannschaft. Aber diese spielte dann ohne ihn nicht schlechter, eben, als längst die ersten Züge der Hängepartie gespielt wurden.

Frontino-Trainer unter sich

Jetzt, da die beendet ist, wird Marinko Jurendic anstelle Umberto Romanos Frontinos Trainer. Der Zufall wollte es, dass die beiden am Tag der Vertragsunterschrift zusammen waren – mitten in einer englischen Woche (!) aufgeboten für ein dreitägiges Modul ihrer Ausbildung für die Uefa-Pro-Lizenz. Dabei sind auch Boris Smiljanic, der neue Schaffhauser Coach und am Donnerstag nächster Gegner Romanos, und der Thuner Marc Schneider. Auch der kann mitreden über Frontino, denn er war zu dessen Zeiten im Berner Oberland Assistent Urs Fischers, Ciri Sforzas und Saibenes. Vielleicht reden die Trainer darüber, wie sich der Eindruck verstärkt, Frontino sei nicht dafür geschaffen, sich gegen Widerstände durchzusetzen, er schöpfe sein Talent zu wenig aus. Und ziehe einfach immer weiter. Diesmal zu einem Klub, der nach einem Fehlstart in eine ziemliche Krise gerutscht ist.

Der FCW hat ja insofern schon für die Zeit nach Frontino vorgesorgt, als er den Serben Veljko Simic verpflichtete. Allerdings ist noch ausstehend, dass der Fussballer aus einem Nicht-EU-Land die Arbeitsbewilligung erhält. Weil aber auch Yang Ming-Yang den FCW verlassen hat (und bei den Wolverhampton Wanderers noch immer auf sein erstes Aufgebot ins U23-Team wartet) und Julian Roth langfristig verletzt ausfällt, gibt es weiteren Bedarf, ein, zwei Ergänzungen zu verpflichten. Verhandlungen laufen.

Erstellt: 18.09.2017, 21:18 Uhr

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