FCW

In Freundschaft und ohne Chance

Der FCW fuhr als Siebter der Challenge League zum Zweiten, Neuchâtel Xamax. Dieser Tabellenlage entsprachen dann Leistungen und Resultat. Die Neuenburger siegten 4:1.

Der FCW hatte gegen Xamax zum vierten Mal in dieser Saison das Nachsehen: Torschütze Silvio (links)im Duell mit dem Neuenburger Azad Odebasi.

Der FCW hatte gegen Xamax zum vierten Mal in dieser Saison das Nachsehen: Torschütze Silvio (links)im Duell mit dem Neuenburger Azad Odebasi. Bild: Keystone

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In der Challenge League wird seit Wochen weitestgehend im «Freundschaftsmodus» gespielt, spätestens seit der Aufstieg des FCZ nicht nur praktisch, sondern auch theoretisch feststeht. Und vor allem, seit der FC Le Mont die Abstiegsfrage sechs Runden vor Saisonschluss geregelt hat. Dieser Vorlage folgend spielen manche. Vor allem tut dies der FCW, der – kaum stand mit der Ankündigung von Le Monts Rückzug sein Klassenerhalt fest – nicht mehr auftritt, als wären ihm Punkte und Siege wirklich wichtig.Meist hat er solche Freundschaftsspiele verloren wie in Wohlen und gegen Schaffhausen, gegen den FCZ sowieso. Mal hat er auch eines gewonnen, in Wil, wo aber heutzutage fast alle siegen. Ein nächstes Freundschaftsspiel verloren hat er nun am Samstag in der Neuenburger Maladière. Nach diesen 90 Minuten auf Kunstrasen kann man kaum gewichtige Schlüsse ziehen, eines aber ist klar: Der FCW verlor mit 1:4 aufs Tor genau so hoch wie am 1. Oktober zu Beginn des zweiten Meisterschaftsviertels. Also siegten die Neuenburger damals in einem «richtigen» Meisterschaftsspiel so hoch wie nun in einem zum Freundschaftsmatch mutierten Punktspiel. Am Leistungsunterschied ändert sich nichts, zweimal 1:4 auswärts, zweimal 0:1 daheim – das ist die Saisonbilanz des FCW gegen Xamax, das als erster Aufstiegsfavorit in die kommende Meisterschaft gehen wird.

Viel Jugend und Frontino

Zur sehr relativen Bedeutung des Anlasses passte ja schon, wie FCW-Trainer Umberto Romano seine Mannschaft auch wegen diverser Absenzen aufgestellt hatte, vor allem in der Defensive: Die Dreierkette bildete ein Trio von 20,3 Jahren im Schnitt – der 22-jährige Tiziano Lanza zwischen dem 19-jährigen Julian Roth und dem nächstens 20-jährigen Tobias Schättin. Den «Sechser» davor gab Gianluca Frontino, der als Fussballer durchaus einen guten Ruf hat, allerdings – offensichtlich zu Recht – nicht als Defensivspieler, schon gar nicht als einer, der das defensive Zentrum alleine zu besetzen hat.

Auf jeden Fall stellten die Neuenburger, auch sie im «Freundschaftsmodus», aber mit mehr Spielfreude und vor allem eingespielter, diese Winterthurer Defensive gleich vor bedeutendere Probleme. Das Spiel begann so zwingend mit einem frühen Führungstor wie zwei Wochen zuvor jenes gegen den FCZ auf der Schützenwiese. Die Zürcher brauchten 102 Sekunden für ihr Tor, das nicht ihrer ersten Chance entsprang.

Diesmal 140 Sekunden

Die Neuenburger liessen sich 140 Sekunden Zeit, und auch für sie wars nicht die erste Gelegenheit. Charles-André Doudin lief einfach durch die FCW-Abwehr, davon profitierte dann mit seinem 17. Tor Gaëtan Karlen, dem er später sein 18. folgen lassen sollte – das 3:0 mit einem Fallrückzieher nach einem Lattenschuss Pedro Teixeiras. Damit schob er sich auf gleiche Höhe wie Kollege Raphaël Nuzzolo. Der hätte allerdings vorne bleiben können. Denn er durfte in der Viertelstunde nach der Pause zweimal mausbeinallein auf Goalie Matthias Minder zulaufen – und scheiterte beide Male an ihm.

Beweis für die Leichtigkeit, welche die Neuenburger ab und zu ausspielten, war das 2:0, das auch schon nach gut einer Viertelstunde fiel. Der 18-jährige Pe­dro Teixeira war, als er ungehindert zu seiner Direktabnahme ansetzte, als 14. Neuenburger am Ball, ohne dass ein Winterthurer hätte eingreifen können. Ganz locker setzte auch Max Veloso zehn Minuten vor Ende den Schlusspunkt. Nicht zum ersten Mal kam Xamax nach einem FCW-Corner zu einem gefährlichen Konter. Diesmal hob Veloso den Ball aus 22 Metern in die linke hohe Ecke.

Kurz zuvor hatte Silvio mit seinem immerhin 15. Meisterschaftstor für den FCW doch noch eine der Gelegenheiten genutzt, die sich auch dem FCW geboten hatten. Es waren weniger, als sie Xamax hatte, aber es waren doch einige, teils nach wirklich guten Zügen. So hatte Luca Radice schon nach 25 Minuten ein «sicheres» Tor auf dem Fuss, aber er schoss aus fünf Metern einfach so daneben.

Der Beste im Tor

So konnte die Xamax-Gemeinde ihre Mannschaft mit viel Beifall für eine erneut sehr gute Saison loben. Am meisten Applaus erhielt, schon vor dem Spiel, Abwehr-Haudegen Kiliann Witschi. Der tritt mit knapp 32 Jahren zurück und wird Rechtsanwalt, als Fussballer war er kurze Zeit gar Spieler in der 2. Bundesliga, beim Karlsruher SC. Es fehlte nur noch, dass auch er ein Tor geschossen hätte – bei jenem Freistoss in der Endphase, als das ganze Stadion darauf hoffte. So weit kams dann doch nicht. Dennoch steht in Witschis Curriculum Vitae als letztes Tor eines gegen den . . . FCW. Es war das vierte im Herbst.

Einzelkritiken und allzu grundsätzliche Anmerkungen zu den Winterthurern erübrigen sich nach Spielen wie diesen. Es fehlten schliesslich auch zu viele. Aber es ist ja nie gut, wenn der Torhüter nach einem 1:4 der beste Mann war. Und Xamax wird auch in der neuen Saison als Favorit in Spiele gegen den FCW gehen, gegen den er nun sechsmal in Folge gewonnen hat. Mit insgesamt 15:2 Toren.

Erstellt: 28.05.2017, 22:01 Uhr

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