Fussball 2. Liga interregional

Jähes Ende einer langen Ehe

Nach neun Jahren und kurz nach Beginn einer zehnten gemeinsamen Saison haben sich der FC Seuzach und sein Cheftrainer Markus Wanner einvernehmlich getrennt. Das Ende dieser langen Ehe kam für viele plötzlich. Völlig überraschend war es nicht.

Nach acht Spielen der zehnten Saison war Schluss: Markus Wanner und der FC Seuzach gehen getrennte Wege.

Nach acht Spielen der zehnten Saison war Schluss: Markus Wanner und der FC Seuzach gehen getrennte Wege. Bild: Urs Kindhauser

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Seuzachs Sportchef Andy Rohner ist eines ganz wichtig: «Es ist alles sehr sachlich abgelaufen. Niemand hat sein Gesicht verloren oder ist ein Verlierer.» So sieht es auch Markus Wanner: «Auch für mich ist es in Ordnung so. Ich kann mit einem guten Gefühl loslassen.» Alles andere wäre auch schade, wenn zwei solange zusammen gewesen sind. Die zwei, das waren der FC Seuzach und sein Cheftrainer Wanner. Eine Erfolgsgeschichte ist es gewesen, trotz des unangenehmen Endes. Mit Wanner gelang Seuzach der Aufstieg von der 2. Liga regional bis in die 1. Liga, wo sich das Team bis Ende der letzten Saison gehalten hat, ehe es dieses Jahr höchst unglücklich abgestiegen ist.

Mit dem Abstieg begannen wohl auch die Missverständnisse. Als Ziel formulierte Wanner den sofortigen Wiederaufstieg. Wer nach jenem letzten Erstliga-Match in Gossau die Spieler sah, der hatte den Eindruck: Die wollen das auch. Es war auch logisch: Denn Seuzach hatte trotz der Relegation nur wenige Kräfte verloren, konnte die Saison in der 2. Liga interregional also mit einem Team beginnen, das über viel Erfahrung in der 1. Liga verfügte. Theoretisch wenigstens. Denn schon im Sommer monierte Wanner den allzu lauen Trainingsbesuch seiner Leute und auch nach dem Saisonbeginn fehlten nicht nur verletzte Spieler auf dem Matchblatt, sondern auch welche, denen anderes als als der Match am Wochenende oder die Trainings davor wichtiger war.

Harte Worte nach dem Match

Wanner störte das, was vor zwei Wochen jeder mitbekam, der wollte: Denn unmittelbar nach der 1:2-Heimniederlage gegen Widnau fielen noch auf dem Platz ziemlich laute Worte. Auch wenn man im Sport nicht auf die Goldwaage legen sollte, was in der Aufregung während eines Spiels oder unmittelbar danach gesprochen wird, so ahnte man doch: Bei Seuzach ist etwas nicht so, wie es sein müsste.

So kam es zur Aussprache zwischen Trainer und Verein. «Wir hatten den Eindruck, dass Markus die Mannschaft mit seinen Worten einfach nicht mehr erreichte. Die Beziehung hat sich in der langen Zeit vielleicht auch etwas abgenutzt. Auch deshalb war die Präsenz bei Trainings und Spielen nicht mehr so gut», begründet Sportchef Rohner das, was folgte: Man einigte sich darauf, getrennte Wege zu gehen.

Hätte Seuzach mit Wanner weitergemacht, so hätte der Abgang mehrerer wichtiger Spieler gedroht. Wie bei den die meisten Klubs in ähnlicher Situation bedeutete das auch in Seuzach, dass der Trainer am kürzeren Hebel sass. «Wir mussten tun, was für den Verein das Beste ist, und es ist uns sehr schwer gefallen», sagt Rohner.

Atmosphärisch ist der FC Seuzach in diesen Tagen also durchgeschüttelt worden. Sportlich allerdings sind die Perspektiven nicht schlecht. Das Team liegt vor dem Heimspiel heute (17 Uhr) gegen das drittklassierte Bazenheid auf Rang 5, der Rückstand auf die führenden Rüti und Kreuzlingen beträgt überschaubare vier Punkte.

Badertscher und Bruzzese

«Wichtig ist jetzt vor allem, dass die Mannschaft wieder Freude bekommt, dass die Spieler wieder gerne in die Trainings und an die Spiele kommen», meint Rohner, er fordert aber auch: «Jetzt muss etwas vom Team kommen.» Betreut wird die Mannschaft vorerst von einem Duo: Einerseits ist das der bisherige Assistent Giuseppe Bruzzese, andererseits, ab nächster Woche, der langjährige Seiuacjer Aktiv- und Juniorentrainer Christian Badertscher. Diese «interne» Lösung gilt bis zur Winterpause. «Wir machen uns nun Gedanken darüber, wie es danach weitergehen soll», kündigt Rohner an. Konkrete Vorstellungen hat er bereits.

Warten aufs nächste spannende Projekt

Und Wanner? Der nimmt die Trennung so sehr sie schmerzt, auch mit einer Prise Humor: «Jeder gute Trainer hat einmal vorzeitig gehen müssen, sagt man. Mir ist das jetzt zum ersten Mal passiert ...» Also dürfe er jetzt als guter Trainer gelten. Er freue sich auch über viel Zuspruch, den er erhalten habe. Die Zukunft im Fussball «lasse ich mal auf mich zukommen. Ich warte auf ein spannendes Projekt.» Der FC Seuzach ist mit Sicherheit eines gewesen. (Der Landbote)

Erstellt: 05.10.2018, 21:29 Uhr

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