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Kein Schritt zurück, kein Schritt nach vorn

Die Nati hat auch an dieser EM zunehmend begeistert. Sie erreichte, was von ihr erwartet werden durfte. Aber sie blieb wieder mal vor der ersten grossen Hürde stehen.

Xherdan Shaqiri erzielte im Achtelfinal gegen Polen mit seinem 1:1 das schönste Tor dieser Fussball-EM.
Xherdan Shaqiri erzielte im Achtelfinal gegen Polen mit seinem 1:1 das schönste Tor dieser Fussball-EM.
Keystone

Es war eine gute EM der Schweiz, sie schrammte nur knapp am ersten Sieg in einer K.-o.-Runde seit 1938 vorbei. Also war sie am Ende wieder dort, wo sie schon an den Weltmeisterschaften 2006 in Deutschland und 2014 in Brasilien stand. Wieder war die Chance da, wesentlich reeller gar als vor zwei Jahren gegen Argentinien, wieder hat sie die Schweiz nicht gepackt. Und so muss Peter Stadelmann nach seinem letzten Turnier als Nationalmannschafts-Delegierter in St-Etienne die im Prinzip genau gleiche Wortwahl treffen wie vor zwei Jahren in São Paulo: «Es war ein sehr gutes Turnier, aber der Exploit fehlt.»Die Nati bot eben das durchaus typische Bild einer Schweizer Mannschaft: Sie ist ein Muster an Verlässlichkeit und Konstanz; kein vergleichbares Land hat von den letzten sieben grossen Turnieren sechs bestreiten dürfen. Sie überstand auch in diesen Tagen in Frankreich die Gruppenphase relativ problemlos; sie stand danach am Ort, den Achtelfinals, der als Minimalziel bezeichnet werden musste. Aber für den Exploit, für den aufsehenerregenden Coup, war sie wieder nicht tauglich – anders als andere kleinere Länder, die zwar seltener an Turnieren antreten dürfen, aber eher ihre Chance packen, wenn sie sich denn bietet. Wie die Dänen 1992 und die Griechen 2004 als Überraschungs-Europameister, wie an Weltmeisterschaften die Schweden und die Bulgaren 1994, die Kroaten 1998 oder die Türken 2002 als Halbfinalisten.

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