Fussball

Keine Lizenz und die Lehren daraus

Es war nur noch eine offizielle Bestätigung: Der FCW erhält die Lizenz für die Super League nicht, weil die Schützenwiese baulich nicht fristgerecht angepasst werden kann.

Für die Super League würde die Schützenwiese nicht genügen.

Für die Super League würde die Schützenwiese nicht genügen. Bild: Heinz Diener

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Dass der FCW Anfang März eine Lizenz nicht nur für die Challenge, sondern auch für die Super League beantragte, war selbst in Anbetracht aller Problematik ums Stadion zwingend. Schliesslich überwinterte die Mannschaft auf Platz 2, hatte sie die Basis geschaffen, ernsthaft im Kampf um den Aufstieg mitmachen zu können. Und man stelle sich vor, wie den Spielern zu erklären gewesen wäre, das Thema Aufstieg habe sich schon nach fünf Spielen der Rückrunde erledigt.

Jetzt, knapp zwei Monate später, sieht das etwas anders aus. Mit dem 1:4 in Lausanne am Freitagabend war es vorbei mit der allerletzten theoretischen Chance, doch noch Zweiter zu werden. Und von der Lizenzkommission der Swiss Football League kam die Vorab-Ankündigung, es werde dann – zumindest mal in erster Instanz – nichts aus der Lizenz für die Super League 2019/20.

Fristen nicht einzuhalten

Die Gründe dafür sind klar: Die Lizenzkommission beharrt darauf, dass die für eine Super-League-Lizenz erforderlichen Anpassungen der Schützenwiese bis zum Saisonbeginn, also bis zum 20. Juli, erfolgt sind. Das sind bauliche Massnahmen wie die Einteilung des Stadions in vier Zuschauersektoren und ist, vor allem, die Anpassung der Flutlichtanlage. Auf 650000 Franken werden die Kosten veranschlagt. Der zuständige Stadtrat Jürg Altwegg hat in einem Schreiben der Liga auch kundgetan, alles zu tun, dass dieser Kredit von den zuständigen Stellen auch gesprochen wird. Allein, die Fristen dafür sind mit dem geforderten Datum nicht vereinbar – und Nachsicht von der Lizenzkommission gabs keine. Obwohl man auch hätte sagen können, Abendspiele im Juli sollten auch mit der aktuellen Lichtanlage möglich sein, und bis Mitte September mache der FCW wegen der Faustball-WM und der folgenden Sanierung des Rasens gar keine Heimspiele! Gemäss den Berechnungen der Stadt wäre davon auszugehen gewesen, dass Umbauten bei Einhalten der Fristen bis im Oktober hätten vorgenommen werden können.

Grundsätzlich steht dem FCW offen, gegen diesen Entscheid der Lizenzkommission zu rekurrieren. Noch ehe offiziell darüber befunden werde, sagt Geschäftsführer Andreas Mösli, werde er noch das Gespräch mit den involvierten Stellen suchen, auch mit dem Stadtrat. Denn eines muss klar sein: Den Lizenzentscheid kann man ohne grosses Bedauern zur Kenntnis nehmen, der FCW wird so oder so ab kommendem Juli nicht in der Super League spielen. Aber das Szenario dieses Frühjahrs darf sich nicht wiederholen – soll ein Aufstieg des FCW realistisch sein.

«Müssen künftig weiter sein»

Es muss in den nächsten Monaten erreicht werden, dass eine künftige Lizenzeingabe von einer besseren Basis aus gestartet werden kann. «Wir müssen künftig weiter sein zum Zeitpunkt des Lizenzantrags», sagt auch Mösli. Es wäre ein Leerlauf, würde die Lizenz ein nächstes Mal unter denselben Bedingungen, mit denselben Fristen, eingereicht wie diesmal. Es müssen gewisse Vorleistungen möglich sein, sonst stellte sich die Frage, ob der (politischen) Stadt Winterthur überhaupt etwas an einem FCW in der Super League läge. Daran ändert auch nichts, dass Mösli als wichtigster Exponent des Vereins bisher den Eindruck erhielt, «dass alle guten Willens sind». Und es ist auch zu sagen, die baulichen Anforderungen, die zumindest für ein erstes Jahr in der Super League nötig wären, seien geringer, «als die meisten dachten», wie es auch Mösli formuliert.

Zweite, vielmehr erste, Aufgabe des FCW ist ohnehin, auch für die kommende Saison eine Mannschaft zu bilden, die Lizenzdiskussionen überhaupt erst zum Thema macht. Das wird schwierig genug sein. Immerhin, zu den positiven Signalen um die jüngste Lizenzeingabe zählt das Commitment der Firma Keller, die ja weiterhin zu 100 Prozent Aktionär der FCW AG ist und ihre – selbstredend befristete – Defizitgarantie für die Super League in derselben Höhe geleistet hätte, wie sie nun, weiterhin, für die Challenge League gilt.

Zum Rest der Liga ist zu sagen: Alle erhielten die Lizenz, neben den Aufstiegsanwärtern Servette, Lausanne und Aarau selbst der FC Wil für die Super League. Mit einer Ausnahme: Der FC Schaffhausen muss nachbessern, was in Anbetracht der offenen Zukunftsfragen nach dem Tod des langjährigen Präsidenten Aniello Fontana nicht überrascht. Allein, es sieht so aus, als lägen nur gewisse Verzögerungen vor, als werde Schaffhausen die Lizenz also erhalten. Erhalten hat sie, wie erwartet, auch der sportliche Aufsteiger aus der Promotion League. Stade Lausanne-Ouchy wird seine Heimspiele allerdings in Nyon bestreiten.

Erstellt: 29.04.2019, 21:25 Uhr

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