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Nicht out, aber in Rücklage

Der FC Basel schaffte den erhofften Auswärtssieg gegen Ludogorez Rasgrad nicht und muss um das Überwintern im Europacup bangen.

Viele Zweikämpfe, wenig Torszenen: Basels Stürmer Seydou Doumbia (links) im Duell mit José Luis Palomino.
Viele Zweikämpfe, wenig Torszenen: Basels Stürmer Seydou Doumbia (links) im Duell mit José Luis Palomino.
Keystone

1:1 in Basel, 0:0 jetzt in Sofia, dazu drei Niederlagen in den ersten drei Spielen gegen die beiden «Grossen» der Gruppe, Arsenal und Paris St-Germain. So sieht es eine Runde vor Schluss der Gruppenphase der Champions League aus im Duell zwischen den beiden «Kleinen», den Meistern aus der Schweiz und Bulgariens. Es war nichts als logisch, dass ihre beiden Direktbegegnungen unentschieden endeten. Für die Basler aber ist ärgerlich, dass dieses 0:0 in der Fremde den Bulgaren einen bedeutsamen Vorteil zuspielte: Sie haben dank dem Auswärtstor die besere Bilanz aus den beiden Direktbegegnungen.

Für die Basler spricht einzig, dass es vielleicht leichter sein könnte, in einem Heimspiel gegen Arsenal zu punkten als in einem Auswärtsspiel gegen Paris St-Germain. Die Briten sind allerdings in der selben Lage wie die Basler: Auch sie sind nach zwei Unentschieden gegen den PSG gezwungen, in der letzten Runde besser zu punkten, sonst werden sie «nur» Zweiter, hinter den Franzosen. Allerdings ist dieser Unterschied wesentlich weniger bedeutsam als jener zwischen Platz 3 und Platz 4.

Drei Chancen

Man kann sagen, die Basler seien dem 1:0 in Sofia eine Spur näher gewesen als die Bulgaren. Sie hatten drei Szenen, in denen ein Tor hätte fallen können, in einem Fall gar fallen müssen. Aber insgesamt war zu wenig Zwingendes im Offensivspiel der Basler, der es in nun fünf Matches der Champions League auf lediglich zwei Törchen gebracht hatte. Im grossen Ganzen lässt sich sagen, das 0:0 sei ein logisches Ergebnis gewesen – auch wenn die Offensivleistung der Bulgaren noch um eine Sour schwächer war. Nach 94 Spielminuten war nämlich nicht eine Torchance für Ludogorez zu registrieren.

Das mochte auch daran gelegen haben, dass die Bulgaren (noch) weniger riskierten als der FCB, eben im Wissen um die Tatsache, dass ein 0:0 ihnen eher helfen würde. Der Basler Torhüter Tomas Vaclik musste nicht einen nennenswerten Ball halten. Das lag sicher auch an der soliden Arbeit seiner Abwehr, aber auch an der mangelnden Qualität und an der fehlenden Entschlossenheit der Rumänen.

Auf der andern Seite war das Bemühen der Basler, dieses mutmasslich entscheidende Tor zu erzielen, nicht zu übersehen. Je länger das Spiel dauerte, desto offensichtlicher war das Bemühen des FCB. Aber es war eben auch so, dass sie die offensiven Qualitäten nicht aufbrachten, eine Abwehr zu überwinden, die eben mindestens so solide war wie die ihre. Und die, dies vor allem, einen Torhüter hatte, der an diesem Abend die drei wichtigen Paraden zeigte, die es brauchte.

So gesehen war der bulgarische Nationalgoalie Wjatscheslaw Stojanov der Mann des Tages. Er reagierte in allen drei Szenen stark, die eben als Basler Torchancen zu bewerten waren – die auch die einzigen Torchancen des Spiels waren. In der ersten Halbzeit war es zweimal Luca Zuffi, der wegen der Sperre Geoffrey Serey-Dies in die Mannschaft gerückt war und einer der besten Spieler wurde. In der 17. Minute prüfte er Stojanov mit einem starken Weitschuss, in der 44. mit einer (flachen) Direktabnahme. Der eigentliche Matchball war dann aber jener des Norwegers Mohammed Elyounoussi. Eine Viertelstunde vor Schluss setzte er sich im Strafraum entschlossen durch; er brachte sich rund zehn Meter vor dem Tor in beste Abschlussposition – aber dann wehrte Stojanov den Ball erstklassig ab.

«Alles versucht»

So blieb es beim 0:0, zumal zu wenige Basler offensiv nennenswerte Beiträge leisteten. Rechtsverteidiger Michael Lang machte, auch im Spiel nach vorne, einen guten Match; Zuffi ebenfalls, wenn auch mit leicht sinkender Tendenz. Elyounoussi hatte die eine oder andere ordentliche Szene – und hätte sich ein kleines Denkmal setzen können.

Andere aber enttäuschten – und die meisten nicht zum ersten Mal. So war Captain Matias Delgado einfach zu wenig zu sehen – und vor allem liess er so nach, dass er spätestens nach einer Stunde ausgewechselt gehört hätte. Erneut schwach war aber auch Seydou Doumbia, der wieder eine Chance erhalten hatte.

Trainer Urs Fischer sah den Match so: «Wir haben alles probiert. Wir haben toll gearbeitet, und ich denke, wir hatten auch genügend Torszenen», sagte er – und fügte gleich bei: «Aber wir haben kein Tor erzielt. Und deshalb ist das Resultat enttäuschend, die Leistung war okay.» So kann man es im Prinzip sehen, aber natürlich nur unter der Massgabe, dass dieser FCB nicht die Qualität und – dies vor allem – aktuell nicht die Form hat, im Europacup weiterzukommen. Es sei denn, es folge in zwei Wochen der Coup gegen Arsenal.

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