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Petkovics Analyse ist so blamabel wie der Auftritt des Teams

0:1 gegen Katar – die Schweiz tritt hochnäsig auf und verliert verdient.

Die Schweiz verliert gegen Katar: Der Siegtreffer von Afif. Video: SRF

Und dann fällt das Tor doch noch. Lacroix spielt einen schlechten Pass, um den Gegenangriff abzufangen, Sow ist überfordert und verstolpert den Ball an der Mittellinie. Und dann kann Akram Afif allein davonziehen und schiebt den Ball problemlos ins Tor.

0:1 steht es in der 86. Minute. Ja, 0:1 verliert die Schweiz gegen Katar. Schon ein 0:0 wäre blamabel gewesen, die Niederlage aber stellt Vladimir Petkovic und seine Mannschaft restlos bloss. «Das hat nichts mit Fussball zu tun gehabt, was wir gespielt haben», sagt Yvon Mvogo später.

Mvogo hält die Schweiz in der ersten Halbzeit noch im Spiel. Video: SRF

Mvogo gibt auch nach dem Spiel eine gute Figur ab. Er ist der Einzige, der ohne schlechtes Gewissen in den Spiegel schauen kann. Ohne ihn und seine beiden herausragenden Paraden in der 23. und 53. Minute wäre die Schweiz schon viel früher in Rückstand geraten.

Lange ist es her, dass eine Schweizer Mannschaft derart neben sich stand. 2004 verlor sie bei einer C-Auswahl Marokkos 1:2, 2008 folgte das 1:2 in Zürich gegen Luxemburg. Das waren peinliche Ergebnisse, Folge einer lamentablen Einstellung von Spielern, die sich selbst über- und den Gegner unterschätzten. Diese Diagnose trifft auch jetzt zu, weil diese Schweizer die Nase hoch tragen und auf dem Platz herumstolzieren, als wäre es eine Beleidigung, gegen Katar, die Weltnummer 96, spielen zu müssen.

Die grösste Schweizer Chance: Lang setzt einen Kopfball an die Latte. Video: SRF

Alle sind schlecht und ein paar noch schlechter, besonders jene, die eigentlich die Chance hätten, sich für das Nations-League-Spiel am Sonntag gegen Belgien zu empfehlen. Das sind Zakaria, Freuler, Gavranovic, Zuber und vor allem auch Fassnacht. Typisch dafür ist die Art, wie Gavranovic eine Chance vergibt. Er möchte den Ball mit dem Absatz ins Tor lenken. Dabei würde es allein vor dem Tor reichen, einfach den Fuss hinzuhalten.

Petkovic hat nur in einem recht

Lang trifft einmal den Pfosten vor der Pause, und nachdem Vladimir Petkovic in der Pause vier Wechsel vorgenommen hat, lenkt Fassnacht den Ball an die Latte. Mehr hat die Schweiz im Abschluss nicht zu bieten, selbst gegen Katarer, deren Beine immer müder werden.

Christian Fassnacht trifft kurz nach der Pause nur die Latte. Video: SRF

Petkovic will hinterher nichts von Blamage wissen, «nein, das glaube ich nicht», sagt er. Lieber redet er davon, dass der Rasen keine Hilfe gewesen sei, dass die Emotionen und die letzte Konsequenz «ein wenig» gefehlt ­hätten. Seine Analyse vor der Fernsehkamera passt in grossen Teilen zum Auftritt seiner Mannschaft. Nur in einem hat er recht: «Der Gegner hat den Sieg nicht gestohlen.»

Gegen Belgien beenden die Schweizer ihr Länderspieljahr mit dem 14. Einsatz. Vier ihrer letzten sechs Spiele haben sie nun verloren, gegen Schweden an der WM, in England, in Belgien und eben jetzt in Lugano. Zweimal haben sie Island besiegt, einmal überzeugend, einmal nur mit Ach und Krach, weil sie gegen Ende der Partie auseinandergefallen waren. Der Auftritt am Sonntag ist nun besonders wichtig geworden. Er wird sehr entscheidend dafür sein, wie die Bilanz von 2018 ausfällt.

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