FCW

Vier Tore und offene Fragen

Luka Sliskovic schoss vor, der Iasreli Muhammad Badarna nach der Pause zwei Tore. So schlug der FCW in Brunnen den FC Luzern 4:2 (2:1). Wichtige Fragen sind aber auch danach offen.

Wieder jubelten die Israelis: Anas Mahamid (links) und Doppeltorschütze Muhammad Badarna, assistiert von Stefan Wolf (rechts).

Wieder jubelten die Israelis: Anas Mahamid (links) und Doppeltorschütze Muhammad Badarna, assistiert von Stefan Wolf (rechts). Bild: Freshfocus

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Wie schon am vergangenen Freitag beim 2:2 gegen den FCZ war auch dieser zweite Testmatch des FCW gegen einen Klub aus der Super League eine ziemlich breit gefächerte Personalschau. Wieder waren pro Verein zwei Mannschaften zu sehen, beide wechselten bei Halbzeit nur einen Feldspieler nicht aus, beim FCW wars Innenverteidiger Marin Cavar. Und wieder war beim FCW manch gute Anlage zu erkennen, vor allem auch einiges an individueller spielerischer Qualität. Diese Mannschaft verspricht Substanz zu haben, zumal wenn zwei, drei offene Fragen gut beantwortet werden.

Fakt war beispielsweise, dass die Winterthurer bemerkenswert viele Tore schossen. Sie waren effizient, weil sie auch Unzulänglichkeiten in der Luzerner Abwehr nutzten. Sliskovic im Stil des souveränen Skorers in der ersten Halbzeit Badarna nachher. Die Winterthurer siegten aber auch, weil die Luzerner weniger Tore schossen als ihrer Offensivleistung entsprochen hätte. So trafen Luzerner in der zweiten Halbzeit dreimal Pfosten oder Latte.

Die wichtigsten Fragen des Tages aber waren die Urteile über die teils zum zweiten Mal eingesetzten Testspieler. In einem Fall ist die Antwort klar: Stefan Wolf, bisher U21-Spieler des FC Luzern, hat seinen Aufenthalt beim FCW mit dem Auftritt gestern beendet. Der war als «Sechser» neben Ousmane Doumbia passabel, aber aufgedrängt hat er sich als Erstligaspieler in diesen Tagen nicht.

Welcher der Israelis?

Bedeutender und schwieriger aber ist zu beantworten, was mit den Kandidaten aus Israels zweiter Liga wird. Nicht mit dem rechten Flügelmann Itzhak Raz, der gegen den FCZ nicht und gestern nur kurze Zeit spielte und für einen Vertrag nicht in Frage kommt. Aber mit den beiden zentralen Offensivspielern Anas Mahamid, dem Stürmer, und Badara, der zurückhängenden Spitze. Beide haben gut trainiert, beide haben gut gespielt, beide sind torgefährlich, beide möchten kommen. Man kann also sagen, sie hätten beide das Niveau für den FCW. Allein, es stellt sich die Frage nach der Finanzierung, aber auch danach, wer den Vorzug erhielte, weil für mehr als einen kaum Platz sein kann. Beide werden noch bis am Samstag auf der Schützi trainieren, bis dahin sollen die offenen Fragen geklärt sein. Mahamid könnte die besseren Karten haben, weil er erst 21 ist und damit zweieinhalb Jahre jünger als sein Kollege, der doch mit seinen drei Toren gegen den FCZ und gestern auch punktete.

Welcher «Sechser»?

Eine wichtige offene Personalie ist aber auch die nach einem zweiten starken «Sechser» neben Doumbia, also gleichsam nach dem Nachfolger Remo Arnolds, der gestern per Abstauber mit dem Kopf das zweite Tor des FCL schoss. Patrick Sylvestre, seit Dienstag in Winterthur, ist ein «Sechser», er soll auch noch ein paar Tage hier trainieren. Seine nächste Zukunft ist mit dem am Montag unterschriebenen Zweijahresvertrag bei Neuchâtel Xamax gesichert, aber er hat nach zwei Kreuzbandrissen noch einigen Nachholbedarf. Das war nach diesen wenig aussagekräftigen 45 Minuten schon mal zu sagen. Als Mann erster Wahl des FCW kommt er also für den Moment nicht in Frage. Man ist gespannt, wenn Sportchef Oliver Kaiser da allenfalls aus dem Hut zaubert.

Immerhin, eine kleine Personalie wurde gestern Abend definitiv geklärt: Flügelmann Patrick Sutter (20) kehrt nach St. Gallen zurück, allerdings nicht zum FCSG, sondern zu Brühl in die Promotion League. Er war im Winter aus der U21 des FCSG gekommen, beim FCW reichte es ihm zu keinem Einsatz im «Eins».

Erstellt: 26.06.2019, 23:14 Uhr

Telegramm

FC Luzern – FC Winterthur 2:4 (1:2)

Sportplatz Schöller-Meyer, Brunnen. – 500 Zuschauer. – SR Schärli. – Tore: 13. Sliskovic 0:1. 30. Margiotta 1:1. 45. Sliskovic 1:2. 49. Badarna (Eigentor Arnold) 1:3. 50. Badarna 1:4. 75. Arnold 2:4. – Luzern, 1. Halbzeit: Enzler; Schwegler, Burch, Cirkovic, Grether; Males, Schulz, Mistrafovic, Schürpf; Margiotta, Binous. – 2. Halbzeit: Zibung; Karrer, Lucas, Mistrafovic, Sidler; Scheuwly, Arnold, Ndenge, Tia Chef (81. Males); Eleke, Demhasaj. – FCW, 1. Halbzeit: Spiegel (24. Milosavljevic); von Niederhäusern, Cavar, Hajrovic, Schättin; Sylvestre, Doumbia; Callà, Sliskovic, Radice; Buess. – 2. Halbzeit: Milosavljevic; Schmid, Isik, Cavar, Wild; Wolf, Saliji; Liechti, Badarna (79. Raz), Nuno Da Silva; Mahamid. – Bemerkungen: Luzern ohne Kakabadze, Knezevic, Ugrinic, Voca (verlängerter Urlaub); Tia Chef angeschlagen ausgeschieden. – FCW ohne Lekaj, Hamdiu, Roth (verletzt) und Sutter (nicht mehr im Aufgebot); mit den Testspielern Noha Sylvestre (21/Neuchâtel Xamax), Stefan Wolf (21/Luzern) und den drei Israelis Itzhak Raz (21), Muhammad «Mido» Badarna (24) und Anas Mahamid (21); Spiegel angeschlagen ausgewechselt. – 58. Freistoss Ndenges an die Latte. 90. Pfostenschuss Demhasajs und Lattenschuss Elekes. – Verwarnung: 87. Males (Foul). – Nächster Termin des FCW. Dienstag, 2. Juli: FCW – Auswahl arbeitsloser Profis; 15.00, Schützenwiese. – Danach: Samstag, 6. Juli: YF Juventus – FCW; 16.00, Juchhof Altstetten.

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