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Wales’ Weg endet bei Cristiano Ronaldo

Portugal ist der erste Finalist der EM in Frankreich. Die Portugiesen schlugen Wales 2:0 (0:0). Entscheidenden Anteil am Erfolg hatte Cristiano Ronaldo: Er erzielte das 1:0 per Kopf und bereitete das 2:0 für Nani vor.

Portugals 1:0: Cristiano Ronaldo steigt höher als alle Waliser und trifft mit einem wuchtigen Kopfball.
Portugals 1:0: Cristiano Ronaldo steigt höher als alle Waliser und trifft mit einem wuchtigen Kopfball.
Keystone

Eine Doublette kurz nach dem Seitenwechsel innerhalb von drei Minuten entschied die mässige Partie, die nur wenig Spektakel bot, zugunsten des Favoriten. Zum Matchwinner für die Portugiesen avancierte Cristiano Ronaldo. In der 50. Minute setzte sich der Superstar im Anschluss an einen Corner und nach einer Flanke des Neu-Dortmunders Raphael Guerreiro im Luftduell gegen James Chester durch und traf in unnachahmlicher Manier mit dem Kopf zum 1:0. Drei Minuten später lenkte Nani den Schuss seines Sturmpartners zum 2:0 ab.

Drittes Tor, dritter Assist

Für Ronaldo war es neben dem dritten Assist auch der dritte Treffer an diesem Turnier. Mit dem neunten EM-Tor seiner Karriere zog der 31-Jährige mit dem EM-Rekordtorschützen Michel Platini gleich. Der ehemalige Uefa-Präsident hatte Frankreich 1984 mit neun Treffern in fünf Spielen zum EM-Titel geführt.

Ronaldo entschied somit das mit viel Spannung erwartete Duell zwischen ihm und GarethBale, den beiden teuersten Fussballern der Welt und Teamkollegen bei Champions-League-Sieger Real Madrid, zu seinen Gunsten. In der Startphase hatte die portugiesische Nummer 7 Pech bekundet, dass ein Foul von Ashley Williams vor (4.) und ein Halten von James Collins im Strafraum (10.) gegen ihn nicht geahndet wurde, danach tauchte er vorübergehend ab, ehe er nach der Pause aufdrehte und wie bereits beim 3:3 in der Vorrunde gegen Ungarn zum entscheidenden Mann avancierte.

Sein Gegenüber Bale stellte er in den Schatten, auch wenn dieser mit einigen Flügelläufen in der ersten Halbzeit sowie einem Weitschuss in der 80. Minute auch Akzente zu setzen vermochte. Bale war aber der Einzige in der Mannschaft von Chris Coleman, der an diesem Abend gehobenes Niveau erreichte. Ansonsten war das Überraschungsteam dieses Turniers der Höhe der Aufgabe für einmal nicht gewachsen. Die Absenz des gesperrten Aaron Ramsey fiel – im Gegensatz zu jener von Pepe und William Carva­lho auf portugiesischer Seite – zu schwer ins Gewicht. Nach dem überzeugenden Auftritt gegen Belgien im Viertelfinal boten die Waliser diesmal spielerisch nur biedere Kost. Von einem keineswegs überragenden, aber klug und kontrolliert spielenden Gegner wurde den «Drachen» die Grenzen schonungslos aufgezeigt, auch wenn sich diese in der Schlussphase noch einmal gegen das Ausscheiden auflehnten.

Für Wales endete damit inLyon die erfolgreichste Endrunde der Geschichte. 1958 hatte der Kleinstaat von den Britischen Inseln an der WM in Schweden die Viertelfinals erreicht. Bei ihrer EM-Premiere schafften die Waliser sogleich den Vorstoss in die Runde der letzten vier und waren zusammen mit Island die grosse Überraschung der erstmals mit 24 Teams ausgetragenen Endrunde. Vor allem beim 3:0 zum Abschluss der Vorrunde gegen Russland und beim 3:1 im Viertelfinal gegen Belgien bot das Team starke Leistungen.

Portugal qualifizierte sich mit dem ersten Sieg nach 90 Minuten an diesem Turnier zum zweiten Mal für einen EM-Final, in dem es am Sonntag im Stade de France in Saint-Denis im Norden von Paris auf den Sieger des zweiten Halbfinals zwischen Gastgeber Frankreich und Deutschland treffen wird. 2004 hatten die Portugiesen am Heim-Turnier den Final erreicht, verloren diesen aber überraschend gegen Griechenland. 1984, 2000 und 2012 scheiterten sie in der Runde der letzten vier, zweimal nach Verlängerung, vor vier Jahren gegen Spanien im Penaltyschiessen. Egal wie der Finalgegner am Sonntag heissen wird, Portugal wird – Ronaldo hin oder her – als Aussenseiter in die Partie gehen.

SDA/mst

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