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YB im Stil eines Leaders, St. Gallen desolat

Trotz einer mässigen ersten Halbzeit holt YB in Luzern drei Punkte. St. Gallen kommt zuhause gegen Lausanne unter die Räder, Lugano stoppt Negativserie.

Souverän: Ohne ans Limit gehen zu müssen holt Leader YB in Luzern drei Punkte.
Souverän: Ohne ans Limit gehen zu müssen holt Leader YB in Luzern drei Punkte.
Urs Flüeler, Keystone
Die Szene des Spiels: Nach einem Traumpass von Michael Aebischer erzielt Miralem Sulejmani das einzige Tor der Partie.
Die Szene des Spiels: Nach einem Traumpass von Michael Aebischer erzielt Miralem Sulejmani das einzige Tor der Partie.
Urs Flüeler, Keystone
Mitte der zweiten Halbzeit legen die Walliser vor, ehe Davide Mariani mit seinem Tor in der 86. Minute Lugano einen Punkt sichert.
Mitte der zweiten Halbzeit legen die Walliser vor, ehe Davide Mariani mit seinem Tor in der 86. Minute Lugano einen Punkt sichert.
Valentin Flauraud, Keystone
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In Luzern droht nach acht sieglosen Runden der Kampf gegen den Abstieg. Die Young Boys hingegen führen nach dem Erfolg beim FCL die Tabelle der Super League mit fünf Punkten vor Meister Basel an.

Die Abwärtstendenz der Innerschweizer hält an. Im Duell gegen das Topteam YB hinterliessen sie vor allem in der ersten Hälfte zwar einen ordentlichen Eindruck. Trotz guter Organisation war die Fortsetzung der inzwischen 74-tägigen Serie ohne Sieg nicht abzuwenden. Nach der zweiten Heimniederlage hintereinander steht am kommenden Sonntag im Cornaredo gegen den Tabellenletzten Lugano eine Begegnung mit richtungsweisendem Charakter an. Verliert der FCL erneut, sackt er definitiv ans Ende der Super League ab.

Aebischers Geniestreich und Sulejmanis Kaltschnäuzigkeit

YB dosierte seinen Aufwand aufgrund seiner anspruchsvollen Agenda auf europäischer und nationaler Ebene spürbar. Richtig unter Druck geriet die Nummer 1 der Liga trotzdem kaum. Und eine gute Szene genügte, sich nach 42 durchschnittlichen Minuten einen wegweisenden Vorteil zu verschaffen: Miralem Sulejmani verwertete einen gut getimten Pass des überzeugenden YB-Talents Michael Aebischer gekonnt.

Vom markanten Aufschwung Basels lassen sich die Berner offenkundig nicht allzu sehr irritieren. Am Tag nach dem 2:1 des Titelträgers gegen Thun legte Adi Hütters gefestigtes Ensemble nach. Ohne Kürelemente zwar, aber mit der nötigen Härte und jederzeit abgebrüht genug, dem aggressiven Herausforderer keine Angriffsflächen anzubieten.

Heikle Konstellation

Luzern steht ein schwieriger Spätherbst bevor. Nach drei sehr guten Jahren unter Markus Babbel stagniert der FCL. Die Sparrunde im Sommer hat Spuren hinterlassen, die Qualität im Kader ist kleiner, der Erfahrungsschatz ist deutlich geringer als beispielsweise in der letzten Kampagne. Zudem fehlt der verjüngten Equipe eine gewisse körperliche und mutmasslich auch mentale Widerstandsfähigkeit.

Eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht. Der als Leader engagierte Ex-Nationalspieler Reto Ziegler leidet unter körperlichen Problemen. Auch andere Leistungsträger sind angeschlagen, und Tomi Juric, der in der Offensive als Orientierungshilfe vorgesehen wäre, kam gegen die Young Boys abermals nicht wie gewünscht auf Touren.

Lausanne demütigt St. Gallen

Lausanne hat einen Lauf und setzte diesen eindrücklich in St. Gallen fort. Die selbstsicheren Waadtländer deklassierten die einfallslosen Ostschweizer im Olma-Spiel mit 4:0.

13 Mal in Folge hatte St. Gallen gegen Lausanne zuhause in der Meisterschaft nicht mehr verloren - und nun trotz vermeintlicher Aufwärtstendenz der glücklosen Ostschweizer gleich mit 0:4. Die spielstarken Gäste bestätigten ihre Siege gegen YB und in Basel, überzeugten als geschlossene, gut organisierte und disziplinierte Einheit und konterten die ideenlosen St. Galler mit gefälligem, gepflegtem und schnellen Spiel mehrmals aus.

0:2 nach Treffern von Leandro Marin und Joël Geissmann hiess es vor knapp 12'000 Zuschauern bereits bei Halbzeit, 0:4 nach einer Stunde, nach einem Tempolauf des überragenden Samuele Campo über das halbe Feld und einem Kopfball-Tor von Yeltsin Tejeda. Da machten die St. Galler Spieler und Fans im Olmaspiel lange Gesichter.

St. Gallens Bemühen war zwar zu erkennen, die Mängel in der Abwehr, die ungenauen Pässe und der fehlende Spielwitz ebenfalls. So jedenfalls hat die Mannschaft von Trainer Giorgio Contini keinen Anspruch auf einen Spitzenplatz in der Super League.

Sion zu schwach für einen Heimsieg gegen Lugano

Auch nach seinem sechsten Heimspiel wartet der FC Sion auf den ersten Heimsieg in dieser Saison. Obwohl die Walliser über eine Halbzeit lang in Überzahl spielen konnten, sprang gegen Lugano nur ein 2:2 heraus.

Der gesperrte Christian Constantin war wie in der Vorwoche nicht im Tourbillon. Wäre der Präsident im Stadion gewesen, er hätte es wohl rasch mal nicht mehr auf seinem Platz ausgehalten und sich in die Nähe der Trainerbank begeben. Die Sittener zeigten eine miserable Leistung. Dabei profitieren sie von einem vorteilhaften Szenario. Auf das frühe 0:1 konnten sie durch den glückhaften Freistoss von Salih Uçan fast unmittelbar reagieren und spielten nach der Gelb-Roten Karte gegen Steve Rouiller ab der 38. Minute mit einem Spieler mehr.

In Überzahl brachten die Walliser spielerisch soviel zustande wie zuvor - nämlich so gut wie nichts. Der ohnehin gemächliche Aufbau der Sittener gegen die defensiv eingestellten, aber kämpferisch tadellosen Luganesi war geprägt von Fehlpässen, missglückten Ballannahmen und Ideenlosigkeit. Und doch kam der FC Sion in der 71. Minute wie aus dem Nichts zum 2:1: Nach einem Eckball von Uçan traf Cunha mit dem Kopf. Den ersten Sittener Heimsieg seit drei Monaten verhinderte Lugano dank einem schönen Weitschuss von Davide Mariani in der 86. Minute.

Den Punkt, den ersten in der Super League nach zuletzt fünf Niederlagen in Folge, hatte sich Lugano verdient. Beim Team von Pierluigi Tami stimmte die Moral und der Einsatz. Dem FC Sion fehlte es dagegen an Überzeugung, Tempo und Ordnung. Für Trainer Paolo Tramezzani wird die Luft nach vier Heimspielen in Serie mit nur zwei Punkten zunehmend dünn.

Luzern - Young Boys 0:1 (0:1) 11'637 Zuschauer. - SR Erlachner. Tor: 42. Sulejmani (Aebischer) 0:1. Luzern: Omlin; Grether (86. Custodio), Alves, Schulz, Schwegler; Schneuwly, Kryeziu; Rodriguez, Demhasaj (76. Ugrinic), Kutesa (63. Jong); Juric. Young Boys: Von Ballmoos; Mbabu, Nuhu, Von Bergen, Lotomba; Fassnacht (78. Ngamaleu), Aebischer, Sanogo, Sulejmani (84. Schick); Nsame (87. Sow), Assalé. Bemerkungen: Luzern ohne Ziegler, Arnold, Lustenberger, Follonier, Schürpf, Schindelholz (alle verletzt), Young Boys ohne Bertone, Benito, Seferi, Hoarau (alle verletzt). Verwarnungen: 20. Sanogo (Foul), 32. Nuhu und Schneuwly (beide Unsportlichkeit), 42. Demhasaj, 82. Von Bergen (beide Foul), 89. Von Ballmoos (Unsportlichkeit).

St. Gallen - Lausanne-Sport 0:4 (0:2) 11'878 Zuschauer. - SR Schnyder. Tore: 18. Marin (Margiotta) 0:1. 38. Geissmann (Campo) 0:2. 55. Campo 0:3. 59. Tejeda (Asllani) 0:4. St. Gallen: Lopar; Koch (46.Taipi), Haggui, Hefti, Wittwer; Aleksic (83. Tschernegg), Kukuruzovic, Wiss, Aratore; Buess, Ben Khalifa (69. Tafer). Lausanne-Sport: Castella; Monteiro, Manière, Rochat (71. Pasche); Marin, Tejeda, Maccoppi (85. Zarate), Asllani; Campo, Geissmann; Margiotta (79. Torres). Bemerkungen: St. Gallen ohne Lüchinger (gesperrt), Toko und Adonis Ajeti (beide verletzt). Lausanne-Sport ohne Gétaz (verletzt) und Mesbah (nicht im Aufgebot). Verwarnungen: 41. Monteiro, 63. Wiss, 69. Rochat (alle Foul).

Sion - Lugano 2:2 (1:1) 9000 Zuschauer. - SR Klossner. Tore: 8. Carlinhos (Gerndt) 0:1. 10. Uçan 1:1. 71. Cunha (Uçan) 2:1. 86. Mariani (Bottani) 2:2. Sion: Mitrjuschkin; Zverotic, Ricardo (55. Angha), Bamert, Lenjani; Zock, Kasami (78. Ndoye); Cunha (84. Mveng), Uçan, Mboyo; Schneuwly. Lugano: Da Costa; Golemic, Rouiller, Daprelà; Mihajlovic, Crnigoj (46. Sulmoni), Ledesma, Piccinocchi (77. Bottani), Mariani, Carlinhos; Gerndt (46. Sabbatini). Bemerkungen: Sion ohne Adão, Adryan, Carlitos, Cümart, Dimarco und Kukeli (alle verletzt). Lugano ohne Guidotti und Jozinovic (beide verletzt). 38. Gelb-Rote Karte gegen Rouiller (Foul). 57. Lattenschuss von Uçan. Verwarnungen: 20. Rouiller. 63. Zock. 64. Golemic. 91. Carlinhos. 93. Zverotic (alle Foul).

SDA

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