Fussball 1. Liga

Zum Abschluss ein Lehrstück für die U-21

Mit einem 2:4 gegen den Aufsteiger Linth 04 beendete die U-21 des FCW ihr Herbstprogramm. In Näfels erhielt sie nochmals eine kleine Lehrstunde. Insgesamt aber fällt die Zwischenbilanz positiv aus.

Zehn Tore für die U-21 des FCW erzielte Holifryde Nsiala (Mitte). Zweimal traf er am Samstag gegen Linth 04.

Zehn Tore für die U-21 des FCW erzielte Holifryde Nsiala (Mitte). Zweimal traf er am Samstag gegen Linth 04. Bild: Urs Kindhauser

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Gegen die Glarner hatte der Winterthurer Nachwuchs schon früh in der Saison auf der Schützenwiese 0:2 verloren – allerdings auf dem Naturrasen des Hauptplatzes. Und in einiger Beziehung sind die beiden Spiele gegen den vom ehemaligen GC-Meisterspieler Roland Schwegler trainierten FC Linth 04 typisch für Stärken und Schwächen der U-21 in dieser Saison.Voranzustellen ist, dass sie zumal resultatmässig eines der besten ersten Halbjahre in der 1. Liga spielte. 20 Punkte aus 14 Spielen sind gut, ziemlich beruhigend auch die Abstände von 13 und 17 Längen auf die abgeschlagenen Letzten Zürich United und Mendrisio. Das ist weit besser als die Lage vor einem Jahr, als der FCW mit 14 Punkten Drittletzter war, nur zwei Punkte über dem Strich. Damals schoss er – wie diesmal – 27 Tore, aber er kassierte 36. Diesmal sind es nur 25. Trainer Roger Etter stellt zu recht fest, «dass wir zusehends besser wurden und konstanter.»

Ein System, das aufging

Allmählich fand die Mannschaft einen Stil und ein verlässliches System. Sie siegte selbst beim damaligen Leader Baden oder punktete gegen starke Mannschaften wie Eschen-Mauren und Tuggen. Wichtig waren die Siege gegen die drei Letzten. Aber es wurde auch verloren in Thalwil und eben gar zweimal gegen Linth, zwei Teams, die nominell eindeutig schlechter sind, aber eben Lücken bei den Winterthurern aufdeckten. Der Match am Samstag war nochmals der klassische Fall: Es spielten Junioren gegen Männer. Schon nach 20 Sekunden setzte Pascal Thrier (34), diesmal Linths Abwehrchef, ehedem Stammspieler des FCW, ein Zeichen mit einem rüden Foul, das ihm eine Verwarnung eintrug. Es folgten weitere Aktionen dieser Art, aber von keinem Glarner so oft, dass ihm Rot gedroht hätte. Es war System dahinter, und es ging auf.

Also kam es so heraus: Der FCW begann besser, schoss aber kein Tor und kassierte – aus einer zwar starken, aber völlig unverhofften Situation – das 0:1. Und allmählich setzte sich dieser Stil der Glarner durch, bröckelte das Gefüge der Winterthurer. So stand es eine Viertelstunde vor Schluss 3:0. Holifryde Nsiala, bis dahin so gut wie nie am Ball, schoss dann binnen kürzester Zeit zwei Tore, das eine per Elfmeter. In der 85. Minute war der FCW wieder im Spiel – aber wenig später, mit dem 4:2, schon wieder draussen. Und Linth hatte nach fünf Spielen mit nur einem Punkt wieder mal gewonnen.

Ein Kunstrasenteam

Es mag ein ärgerlicher Punktverlust des FCW gewesen sein, aber einer, aus dem Lehren zu ziehen sind. Man muss sich mehr wehren, wenn es der Gegner auf eine robuste Spielweise anlegt. Die Defizite lassen sich doch auch an dieser Statistik ablesen, die Etter natürlich genau kennt: 16 von 20 Punkten hat der FCW auf Kunstrasen gewonnen – auswärts eben in Baden und Höngg. Und daheim beispielsweise gegen … Linth verloren, als mal auf dem Hauptplatz gespielt wurde. Also sagt Etter: «Wir müssen dieses Verhältnis unbedingt verbessern.» Es darf doch nicht sein, dass Linth nur die drei abgeschlagenen Letzten schlägt, alle zuhause, dazu den FCW gleich zweimal. Vielleicht muss man – eben zur Lehre – künftig mehr auf Naturrasen spielen … Raum dafür hat man mit der aktuellen Klassierung ja.

Für Mannschaften wie eine U-21 ist es oft auch einfacher, mit guten Mannschaften mitzuspielen als schlechtere zu schlagen. Dennoch war der Gesamteindruck ordentlich, allerdings eher im Kollektiv als individuell. Es wurde mit einer völlig neuen Abwehr im Schnitt gut verteidigt – auch ohne die beiden dominanten Innenverteidiger des vergangenen Frühjahrs, Gabriel Isik, der jetzt im «Eins» spielt, und Marin Cavar, den der FCZ zurückholte. Eine kleine Entdeckung war der neue Torhüter Andrea Hoxha (19), der zwischendurch sieben Spiele machte und fünfmal mitsiegte. Und auffallend war die Entwicklung Nsialas (20), der in den letzten neun Spielen nur einmal nicht traf und es auf zehn Tore brachte.

Erstellt: 11.11.2018, 20:43 Uhr

1. Liga, Gruppe 3

Linth 04 – FCW U21 4:2 (1:0)

Lintharena, Näfels. – 200 Zuschauer. – SR Odiet. – Tore: 33. Sabanovic 1:0. 58. Sabanovic 2:0. 76. Pizzi (Foulpenalty) 3:0. 82. Nsiala (Foulpenalty) 3:1. 85. Nsiala 3:2. 87. Caravà 4:2. – Linth: Savanovic (15. Lo Russo); Aeberli, Thrier, Miljic, Hren; Gössi (69. Caravà), Schindler, Hauer, Sanchez (88. Stefl); Pizzi (78. Budimir); Sabanovic. – FCW: Rüegg; Stettler, Löble (87. Krin), Hamdiu, Pauli; Chipra (75. Ltaief), Nikola Milosavljevic; Fabio Costa, Saliji, Doriano Tanzillo (58. Krunic); Nsiala. – Bemerkungen: Linth ohne Ismaili (gesperrt) und Brezina (verletzt); Torhüter Savanovic verletzt ausgeschieden; mit den beiden ehemaligen FCW-Spielern Pascal Thrier und Mario Budimir. – FCW ohne Nezaj (verletzt), Rama und Ruberto (krank). – 68. Freistoss Salijis an den Pfosten. – Verwarnungen: 1. Thrier (Foul). 13. Schindler (Foul). 48. Hamdiu (Foul). 53. Hren (speziell grobes Foul). 79. Carava (Foul). 88. Hauer (Reklamieren).

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