FC Winterthur

Zwei Rückkehrer, ein Signal

Der FCW fährt heute nach Vaduz, wo er seit dem September 2001 nicht mehr gewonnen hat. Es sollen aber auch Personalien helfen, die Stimmung um den Verein nach den letzten schwachen Auftritten aufzuhellen.

Wieder beim FCW: Davide Callà und Sead Hajrovic.

Wieder beim FCW: Davide Callà und Sead Hajrovic. Bild: zVg

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Der Neuigkeitswert ist nur sehr bedingt, was nichts daran ändert, dass die nun endlich offiziell gemachte Nachricht positiv zu werten ist: Davide Callà (Bild unten) kehrt mit 34 Jahren zu jenem Verein zurück, für den er einst als U18-Junior spielte. Nach zuletzt gut vier Jahren beim FC Basel ging er mit dem FCW einen Vertrag über zwei Jahre ein. Dass der schon Ende Januar unterschrieben wurde, braucht jetzt nicht mehr verheimlicht zu werden. Auch nicht, dass sie es beim FCW gerne gesehen hätten, Callà wäre schon auf die Rückrunde gekommen. Das kam er dann nicht, obwohl er in den Planungen des Basler Trainers Raphael Wicky keine Rolle mehr spielte. Er begnügte sich dann mit vier Auftritten mit der U21 in der Promotion League. Die nutzte er immerhin zu drei Toren, davon zwei zum 2:1-Sieg im Nachwuchs-Klassiker beim FCZ. Den letzten hatte er am vergangenen Wochenende gegen Köniz.

Hajrovic ersetzt Katz

Callà soll – das ist das Signal – helfen, das Defizit an Persönlichkeit und Hierarchie in der Mannschaft anzugehen. Das gilt auch für den zweiten Rückkehrer, dessen Verpflichtung seit geraumer Zeit in trockenen Tüchern war: Nach zwei Jahren beim FC Wohlen kommt Innenverteidiger Sead Hajrovic (25/Bild rechts)), ebenfalls mit einem Zweijahresvertrag, wieder auf die Schützenwiese. Er machte von 2014 bis 2016 nahezu alle FCW-Pflichtspiele von A bis Z mit; in der ersten Saison mit beeindruckender Konstanz, in der zweiten deutlich weniger überzeugend. Danach ging er zum FC Wohlen, wo er seither ebenfalls nahezu alle Spiele bestritt.

Wenn Hajrovic nun vom Verein mit dem Trikot mit der Nummer 5 abgelichtet wird, heisst das auch: Die bisherige Nummer 5 wird den FCW im Sommer verlassen. Die Zeit des 29-jährigen Romands Guillaume Katz auf der Schützi geht im Sommer nach knapp drei Jahren zu Ende. Bisher hat er für den FCW immerhin 75 Pflichtspiele gemacht. Zuletzt fehlte er wegen eines Eingriffs im Knie, den er auch machen liess, um rechtzeitig für eine neue Herausforderung bereit zu sein.

Priorität und Spekulation

Überdies steht Luca Radice (31), mit nächstens 300 Pflichtspielen der mit Abstand dienstälteste Spieler des FCW und zurzeit auch Captain, vor einer Verlängerung seines Vertrages. Andere Fragen sind aber noch offen – man kann sagen von ganz hinten, vom Torhüter Matthias Minder, bis nach ganze vorne, zum Stürmer-Routinier Silvio. Die zuletzt vorwiegend mässigen, teils gar schwachen Leistungen verzögerten Personalentscheide auch. Aber es hat im Moment Priorität, den Nachfolger des in seine Tessiner Heimat zurückkehrenden Trainers Livio Bordoli zu verpflichten. Bordoli hätte trotz seiner bisher mässigen Resultate mit nur einem Punkt pro Spiel einen neuen Vertrag erhalten. Aber er zieht es vor, Technischer Direktor des Tessiner Kantonalverbandes zu werden.

Belastbare Fakten zur Trainersuche gibt es noch nicht, noch ist alles Spekulation – auch wenn man grundsätzlich der Meinung sein kann, der soeben in St. Gallen entlassene Winterthurer Giorgio Contini wäre eine passende Wahl. Aber diese Ansicht reicht natürlich nicht, ausreichend Fragen positiv zu beantworten.

Klar ist, dass die Mannschaft noch sechs Gelegenheiten hat, unter Bordoli etwas für ihren angeschlagenen Ruf zu tun. Für manche ist es auch simpel der Kampf um einen neuen Vertrag – hier oder anderswo. Bedeutsam ist nicht zuletzt, die Fangemeinde nicht weiter zu verärgern. Auch wenn vier der sechs Matches auswärts stattfinden. Nur noch gegen Chiasso und Aarau wird, am 9. und 18. Mai, daheim gespielt.

Gestern hatte Bordoli 20 Feldspieler und drei Torhüter im Training – eine stattliche Anzahl. Es konnten also elf gegen elf spielen; Bordoli wählte die Aufstellungen bewusst so, dass sich nicht ablesen liess, wie die Startelf heute aussieht. Immerhin, klar ist: Bojan Milosavljevic steht nochmals für Minder im Tor; Katz und Manuel Sutter sind nach ihren chirurgischen Eingriffen noch nicht für einen Einsatz bereit; die 19-Jährigen Gabriel Isik und Rijad Saliji werden für die U21 abgestellt, die erst morgen in Liechtenstein spielt, in Balzers einen sehr wichtigen Match im Erstliga-Abstiegskampf.

Die Vaduzer haben, mit 24 Punkten aus zwölf Spielen, bisher eine gute Rückrunde hinter sich. Sie verbesserten sich so vom 5. auf den 3. Platz, nur einen Punkte hinter dem Zweiten. Das jüngste Ergebnis ihrer Personalplanung teilten sie gestern mit: Mittelfeld-Routinier Diego Ciccone (31), ein Winterthurer, erhält keinen Vertrag mehr. Seit 2010 hat er über 200 Ligaspiele für die Liechtensteiner gemacht.

Ein Sieg – vor 17 Jahren

Was natürlich zum Thema FCV – FCW gehört: 2001 stiegen die Liechtensteiner mit dem deutschen Spielertrainer Uwe Wegmann, einem langjährigen Bundesligaprofi, in die Nationalliga B auf. Am 8. September jenes Jahres war der FCW erstmals ihr Gast im Rheinpark. Er kam unter Trainer Urs Schönenberger als Leader und fuhr als 2:1-Sieger (und weiterhin Leader) wieder heim. Pascal Renfer und Salvatore Calo schossen die Winterthurer Tore. Nach einer Stunde wurde Stürmer Ursal Yasar eingewechselt, heute ist er U16-Trainer im Verein. Es folgten 14 weitere Auftritte des FCW im «Ländle» – drei endeten mit einem Unentschieden, elf mit einer Niederlage, keines mit einem Sieg.

Erstellt: 26.04.2018, 21:18 Uhr

Challenge League

FC Vaduz - FC Winterthur
Rheinpark. Freitag, 27. April, 20.00

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