Handball

Eine Show, Werbung und ein Sieg

Im richtigen ­Moment die richtige Leistung: Pfadi setzt sich verdient gegen die Kadetten Schaffhausen 28:24 (16:15) durch und liegt nun gleichauf mit dem Meister auf Platz 3 der Finalrunde.

Nicht zu bremsen war Jonas Langerhuus von den Kadetten Schaffhausen.

Nicht zu bremsen war Jonas Langerhuus von den Kadetten Schaffhausen. Bild: Marc Dahinden

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Wie hatten die Winterthurer in ihren ersten beiden Auftritten in der Finalrunde doch im Abschluss gesündigt. Gegen den BSV Bern führte das in die Niederlage, gegen den HSC Suhr Aarau trotz allem zum Sieg. Gegen die Kadetten würde so etwas nicht genügen, das war klar.

Entsprechend traten die Winterthurer auf. Diesmal «mit Überzeugung und Konsequenz», wie ihr Trainer Adrian Brüngger am Ende zufrieden feststellen durfte. Die ersten sechs Angriffe landeten im Tor, wobei Ante Kuduz gleich viermal und makellos getroffen hatte. Mit dem 6:3 setzte Pfadi schon mal ein Zeichen. Die Kadetten rückten näher, indem sie spärliche Fehlwürfe mit Kontern bestraften. Das Geschehen blieb offen in einer ersten Halbzeit, in der beidseits reichlich verhalten verteidigt wurde. 16:15 war das logische Resultat zur Pause.

Danach hielten die Winterthurer ihre offensive Kadenz recht gut, wogegen die Kadetten immer häufiger an der Abwehr oder an Torhüter Arunas Vaskevicius scheiterten. 24:19 führte Pfadi deshalb nach 48 Minuten.

Ein Spieler hatte bis dahin Entscheidendes beigetragen: Jonas Langerhuus. Der Linkshänder aus Dänemark erzielte die ersten fünf Tore Pfadis nach der Pause. Sein Treffer zum 21:19 war bereits sein elfter des Spiels (aus nur 13 Versuchen). Er traf, umspielte die Gegner, er lieferte eine Show ab, die zudem höchst ertragreich war. Die Winterthurer werden es allein aufgrund dieses Auftritts bedauern, dass er Ende Saison in die Heimat zurückkehrt. Und Erik Veje Rasmussen, Pfadis erster Meistertrainer und Langerhuus’ neuer Chef in Aarhus, dürfte sich freuen. Erstens über die Unberechenbarkeit von Langerhuus, für die er in Dänemark bekannt ist, und zweitens über seine Spieldisziplin, die er sich wohl hierzulande angeeignet hat . . . Beides bot er gestern.

Mehr herausgeholt

Nach dem 24:19 zeigte Pfadis Produktivität nach unten, zumal Simon Kindle, Schaffhausens Torhüter aus Winterthur, ein paar Paraden gelangen. In den folgenden zwölf Minuten erzielten die Winterthurer nur noch zwei Treffer. Es rächte sich nicht, weil auch die Kadetten mehrfach an Vaskevicius hängen blieben. Der Sieg geriet nie in Gefahr. Pfadi bezwang den Meister ziemlich souverän und machte im Fernsehspiel der Runde durchaus sehenswerte Werbung für sich selbst.

Den Winterthurern fehlten weiterhin sieben Spieler, den Kadetten deren fünf (darunter ihr kapitaler Spielmacher Gabor Csaszar). Pfadi holte gestern mehr aus seinem Personal heraus. Langerhuus überzeugte, Vaskevicius ebenso, aber auch Ante Kuduz in der Startphase sowie, trotz teils unnötigen Ballverlusten, Regisseur Kevin Jud. Der junge Aufbauer Lukas Heer kam in der 48. Minute und lieferte seinen Beitrag. Die Verteidigung steigerte sich nach der Pause deutlich. Brüngger lobte ihren «solidarischen Auftritt» und hob den Kampfgeist seiner Mannschaft hervor. Und er stellte fest: «Es schien, als ob wir physisch eher besser waren.»

Die Kadetten, mit Erfolgen über Kriens-Luzern und den BSV Bern in die Finalrunde gestartet, verloren auch das zweite Saisonspiel gegen Pfadi. Linkshänder Ron Delhees war die grösste Fehlerquelle, zwei andere Aufbauer, Andrija Pendic und Pouya Norouzi, hatten gerade noch ausgeglichene Quoten. Am besten machte es Zoran Markovic. Defensiv genügte nur die zweite Halbzeit.

«Playoff simulieren»

Mit diesem Sieg festigten die Winterthurer ihren Platz im Spitzentrio. Gleichauf mit den Kadetten, liegen sie vier Punkte hinter Wacker Thun und vier Punkte vor dem BSV Bern auf Platz 3.

«Man soll den Sieg nicht überbewerten», meinte Brüngger noch. Wirklich abgerechnet wird erst im Playoff. Trotzdem hatte dieses 28:24 seine besondere Bedeutung. «Es ist mehr wert als die zwei Punkte: Wir wollten das Playoff simulieren», erklärte Brüngger. Der Testlauf gestern gegen den Meister glückte. Der zweite folgt am kommenden Mittwoch: in Thun gegen Wacker, die aktuelle Nummer 1 der Schweiz. (Der Landbote)

Erstellt: 08.02.2018, 23:24 Uhr

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