Handball

«Es ist angerichtet»

Das erste Spiel des Playoff-Finals, das die Kadetten knapp gewannen, lässt keine Schlüsse zu, wer der künftige Meister sein wird. Am Sonntag in der Axa-Arena kann Pfadi zum 1:1 ausgleichen.

Peter Schramm überzeugte in Pfadis Rückraum; hier bezwingt er Kristian Pilipovic, Schaffhausens Matchwinner in Spiel 1.

Peter Schramm überzeugte in Pfadis Rückraum; hier bezwingt er Kristian Pilipovic, Schaffhausens Matchwinner in Spiel 1. Bild: Martin Deuring

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Im Playoff gibts keine Pausen. Am Donnerstag um Mitternacht war Adrian Brüngger nach dem ersten Finalmatch in Schaffhausen wieder zu Hause in Henggart. Am Freitagmorgen stand er wie immer bereit, als die Kinder zur Schule gingen. Dann gings ans Videostudium. Und das bestätigte die Erkenntnisse des Vorabends: «Wir haben sehr gut gespielt», bemerkt Pfadis Trainer. Trotzdem reichte es in der Best-of-5-Serie bekanntlich nicht zur 1:0-Führung. Die besitzen die Kadetten Schaffhausen dank ihres 31:29-Sieges nach Verlängerung.

«Sehr engagiert verteidigt und diszipliniert und gut angegriffen» habe seine Mannschaft, lobte Brüngger. Das grosse Manko ist schnell erkannt: «Wir haben von sechs Metern viel zu viel gegen den Goalie verworfen. Schade, haben wir diesen Match nicht nach Hause gebracht.»

Die Stärkeverhältnisse

Die Stärkeverhältnisse präsentierten sich so: Die beiden Defensiven waren ziemlich gleichwertig gut. Pfadi besass dank Marvin Lier und Cédrie Tynowski ein Plus auf den Aussenpositionen gegenüber Samuel Zehnder und Max Gerbl, die auch im Nationalteam die Nummern 2 hinter den zwei Pfadi-Flügeln sind. Markus Dangers war am Kreis gefährlicher als das Schaffhauser Trio. Im Tor gelang Matías Schulz eine solide erste Hälfte, und nach der Einwechslung glückten Simon Schelling erneut ein paar Paraden. Insgesamt aber spielte Schaffhausens Keepern eine tragendere Rolle, vor allem dank Kristian Pilipovic gegen Spielende inklusive Verlängerung.

Der Rückraum ging an die Kadetten, die dort viel mehr Varianten besitzen. Entscheidend war: Als es wichtig wurde, standen die international erprobten Altmeister Gabor Csaszar und Zarko Sesum mit vollster Leistung bereit. In Pfadis Aufbau überzeugte einzig Peter Schramm restlos, der Druck, Bewegung und satte Würfe ablieferte. Kevin Jud unterliefen mehr Ballverluste als üblich, Filip Maros war nicht richtig im Spiel, Yannick Ott gab sein Comeback nach wochenlanger Verletzungspause und Lukas Heer verpasste die meisten der freien Würfe. «Die müsste er verwerten. Aber ich mache ihm keinen Vorwurf, vielleicht hätte ich ihn in der Verlängerung nicht forcieren sollen», sagt Brüngger über den 20-jährigen Aufbauer. «Er hat sich gut entwickelt und eigentlich hat er auch gut gespielt.»

Zweifaches Pech

Das Video brachte Brüngger unter anderem zur bestätigenden Erkenntnis, dass Pfadi in der Schlusssekunde bei 25:25 einen Penalty hätte erhalten sollen, weil Luka Maros, bevor er Michal Svajlen bedrängte, durch den Kreis gelaufen war. Pilipovic parierte anschliessend Svajlens Schuss.

Kein zusätzliches Studium benötigte die Szene zwei Sekunden vor der Pause: Luka Maros, bekanntlich mit einem deftigen Wurf gesegnet, donnerte knapp nach der Mittellinie einen Verzweiflungsschuss an den Kopf von Stefan Freivogel, der regungslos zwei Meter vor Luka Maros stand. Das Geschoss traf Freivogel am Auge, er fiel zu Boden und blieb liegen. Luka Maros, wohl selbst erschrocken ob der sinnfreien Tat, kümmerte sich um seinen guten Kumpanen aus früheren gemeinsamen Zeiten, bis dieser wieder aufstand. Freivogel, in der ersten Hälfte Pfadis stärkster Verteidiger, kehrte nicht mehr aufs Feld zurück. «Das nahm uns Möglichkeiten in der Abwehr», bemerkt Brüngger. Zunächst konnte Freivogel auf dem Auge nichts mehr sehen, später besserte sich das. Auf der Notfallstation konnten schlimmere Schäden zunächst ausgeschlossen werden. Aber ob der Abwehrspezialist morgen Sonntag spielen kann, muss sich erst weisen. Hart im Nehmen wäre er.

Diese zwei Aktionen unterstreichen folgende Aussage Brünggers: «Wir hatten auch kein Wettkampfglück.» Insgesamt bewegten sich die Top 2 des Schweizer Clubhandballs auf gleichem Niveau. «Jetzt wissen wir sicher, dass wir dran sind», erklärt Pfadis Trainer und sagt zum Heimspiel am Sonntag: «Mehr aus den Abschlüssen herausholen, in Eins-gegen-eins-Situationen noch intensiver auftreten und uns von der Halle beflügeln lassen – dann können wir etwas erzwingen. Es ist angerichtet.» (landbote.ch)

Erstellt: 18.05.2019, 11:22 Uhr

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