Handball

Für einen Sieg in Thun braucht es mehr

Bei Pfadi stimmte in Thun zuwenig, um im Playoff-Halbfinal auf 2:0 erhöhen zu können. Wacker war besser, gewann sein Heimspiel 27:19 (13:11) und glich die Best-of-5-Serie zum 1:1 aus.

fadi-Aufbauer Filip Maros startete stark mit vier Toren, leistete sich nach Pause aber wie seine Mitspieler Fehlwürfe.

fadi-Aufbauer Filip Maros startete stark mit vier Toren, leistete sich nach Pause aber wie seine Mitspieler Fehlwürfe. Bild: Martin Deuring

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Spiel 1 gehörte Pfadi, Spiel 2 Wacker. So sicher, wie sich die Winterthurer am Sonntag in der Axa-Arena zum Auftakt des Playoff-Halbfinals durchgesetzt hatten, so klar und verdient behaupteten sich die Thuner gestern in ihrer Lachenhalle. 1:1 steht es in jeder Beziehung – was das Resultat angeht, wie die beiden Begegnungen verlaufen sind und was die Leistungen der zwei Mannschaften betrifft.

Im ersten Match hatte Pfadi Vorteile in Angriff, Abwehr und im Tor (was zum 26:22-Heimsieg führte). Im zweiten Treffen stellte Wacker die stärkere Verteidigung und die gefährlichere Offensive. Bezüglich Torhüter gabs gestern gewissermassen ein Unentschieden: Pfadis Matias Schulz und Simon Schelling waren im Prinzip die einzigen verlässlichen Aktivposten ihres Teams.

Defensiv schlecht gestartet

Das Spiel hatte schon schlecht begonnen. Mit vier Würfen brachte Wackers Topskorer Ivan Wittenbach seine Leute 4:2 in Führung. Fünf weitere Angriffe später lagen die Thuner bereits 8:4 vorne. Die Winterthurer Abwehr hatte keinen Zugriff auf die Gegner gefunden. «Wir haben zu viele Tore eingefangen, weil wir in den Zweikämpfen nicht konsequent genug waren», meinte dazu Trainer Adrian Brüngger.

Ein Timeout nach 13 Minuten brachte Besserung: Bis zur Pause steigerte sich Pfadis Abwehr deutlich und liess zwischen der 16. und 26. Minute kein Gegentor mehr zu. «Aber wir konnten das nicht bestrafen», bedauerte Brüngger. Weil der eigene offensive Ertrag in dieser Phase ebenfalls dürftig war. Aus dem 8:4 wurde in jenen zehn Minuten ein 9:8. Eine Wende jedoch mochte nicht gelingen.

Entscheidende Konterserie

Zur Pause, nachdem Marvin Lier in der Schlusssekunde einen Gegenstoss zum 13:11 versenkt hatte, besass Pfadi noch alle Optionen auf einen Sieg. Bis zum 17:14 in Minute 39 war noch alles offen. Dann steigerten sich die offensiven Unzulänglichkeiten der Winterthurer in einem Mass, das Wacker die Entscheidung ermöglichte. Pfadis Ballverluste wurden bestraft: Unter anderem fünf Kontertore später und nur innerhalb von sieben Minuten war aus dem 17:14 ein 23:15 geworden. Wacker brachte den Sieg ebenso sicher über die Runden, wie das Pfadi am Sonntag vorgemacht hatte.

Der Meister war diesmal nicht mehr die schwächere, sondern die stärkere Mannschaft. «Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, vorne und hinten haben wir etwas justiert», freute sich Thuns Trainer Martin Rubin, der seiner Mannschaft «ein Riesenkompliment» aussprach. Linkshänder Nicolas Raemy gab nach zwei Spielen Pause sein Comeback, was nicht für Wacker, sondern auch fürs Nationalteam eine gute Nachricht ist.

26 Angriffe, 9 Tore

Während Pfadis Abwehr in der ersten Halbzeit erst nach Verzögerung auf Touren gekommen war, schlugen in Hälfte 2 nun vor allem die 17 missratenen Angriffe negativ zu Buche. «Mit dieser Wurfquote ist es schwierig, ein Spiel zu gewinnen», erklärte Brüngger. Hinzu kamen, wie im ersten Match, ein paar technische Fehler. Nur noch neun Tore erzielte Pfadi nach der Pause.

Generell nicht gut war die Quote in Gegenstössen (sieben Anläufe, drei Tore), wobei beide Würfe ins leere Thuner Tor daneben flogen, sowie die Ausbeute in Penaltys. Marvin Lier setzte in der ersten Halbzeit beide Siebenmeter an den gleichen Pfosten. Womit die Sache angesprochen ist, in der die Winterthurer einfach auch Pech hatten: Gleich acht ihrer Würfe landeten an der Torumrandung. Die Ballverluste unterliefen allen, einzig Lukas Heer blieb mit seinen vier Toren makellos.

«Wir haben schwach gespielt, wir müssen uns steigern», betonte Pfadis Trainer. Gestern wurde diese Halbfinaserie weder entschieden, noch sind die Weichen für den weiteren Verlauf gestellt worden. Adrian Brüngger gibt sich kämpferisch: «Weiter gehts!» Am Sonntag um 18 Uhr in der Axa-Arena.

Wacker Thun - Pfadi 27:19 (13:11)

Lachenhalle. – 1430 Zuschauer. - SR Boshkoski/Stalder. – Torfolge: 1:0, 3:1, 4:2, 4:4, 8:4, 8:6, 9:8, 10:9, 12:9, 13:11; 13:12, 16:12, 17:13, 19:14, 23:15, 24:16, 24:18, 26:18, 27:19. – Strafen: 4x2 gegen Wacker, 3x2 gegen Pfadi. – Wacker: Winkler (17. Wick/2 Tore); Dähler (1), Wyttenbach (6/3), Suter (2), Simon Huwyler, Stefan Huwyler (3), Felder (1), Linder (4), Guignet (2), Friedli, Raemy (4), Lanz, Manse (1/1), Krainer (1), Sorgen. – Pfadi: Schulz (42. Schelling); Maros (4), Tynowski (1), Lier (2), Jud (2), Freivogel, Svajlen, Dangers (4), Heer (4), Bräm, Cvetkovic, Schramm (2). – Bemerkungen: Pfadi ohne Vernier und Ott, Wacker ohne Delhees und Holm (alle verletzt). Lier schiesst Penaltys an Pfosten (8. und 18.), Schelling hält Penaltys von Wittenbach (25. und 55.).

Playoff-Halbfinal (Best of 5), Stand: 1:1. – Drittes Spiel am Sonntag, 18.00 Uhr, Axa-Arena.

Erstellt: 02.05.2019, 22:31 Uhr

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