Handball

Pfadi braucht ein zweites Wunder

Pfadi Winterthur hat sich im EHF-Cup mit dem 29:31 in Aalborg eine gute Ausgangslage zum Weiterkommen erarbeitet. Im Rückspiel vom Sonntag (17.00) braucht es aber eine Topleistung, um diese Hürde zu nehmen.

Michal Svajlen (Mitte) kehrt ins Pfadi-Team zurück.

Michal Svajlen (Mitte) kehrt ins Pfadi-Team zurück. Bild: Deuring Photography

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Eine misslungene Generalprobe, so sagt der Aberglaube, verspricht eine gelungene Aufführung. Pfadis 23:28-Niederlage am Donnerstag in der Schachenhalle gegen den HSC Suhr Aarau kann man also durchaus als gute Hoffnung auf den Sonntag sehen. Dann heisst in der Axa-Arena, in der Pfadi noch kein Wettbewerbsspiel verloren hat, der Gegner Aalborg Handball. Der Match ist die «Aufführung». Pfadis Trainer Adi Brüngger sagt: «Es ist das wichtigste Spiel in dieser Woche.»So einfach gestaltet sich die Sache mit der misslungenen Generalprobe aber nicht immer. Denn auch dem Gegner ist in dieser Woche der Testlauf nicht geglückt. Aalborg verlor das Spitzenspiel in Silkeborg gegen den BSV, gegen Bjerringbro-Silkeborg, mit einem Tor (28:29). Gewinnen kann am Sonntag aber nur ein Team.

Will das Pfadi sein, «braucht es ein zweites Wunder», wie Brüngger sagt. Das erste geschah vor einer Woche und war das gute Resultat im Hinspiel, vor allem die Korrektur in den letzten Minuten aus einer klaren Angelegenheit. Das 21:27 nach 49 Minuten sah bedrohlich aus, die Cupsieger reagierten mit einem eindrücklichen Finish zum ansehnlichen 29:31.

Stabilere Defensive?

Das ist ein Resultat, «das man angreifen kann», sagt Brüngger. Und schiebt aber gleich hinterher: «Wir sind immer noch die Aussenseiter.» Zumal ihm weiterhin die Linkshänder fehlen. Immerhin kehrt Michal Svajlen zurück, die Defensive dürfte so einiges stabiler sein.

Die Dänen werteten den Heimsieg vor beinahe 3000 Zuschauern als «vernünftige Ausgangslage». Sie klagten wenig über die Schlussphase, die ihnen so ziemlich missraten war. Sie denken, auch auswärts bestehen zu können. Sie verloren zwar in Silkeborg Linksaussen Sebastian Barthold, ihren drittbesten Schützen in der Meisterschaft. Aber sie meinen, ihr Kader sei auch so gut genug. Da ist Henrik Möllgard, der diese Woche ein Nationalteam-Aufgebot für die EM-Qualifikation erhielt. Da sind die Goalies aus Norwegen und Schweden, Kristian Saeveraas und Mikael Aggefors.

Die Isländer

Und da sind vor allem die Isländer Omar Ingi Magnusson und Janus Smarasson. Smarasson ist der Playmaker, Magnusson der klar beste Torschütze des Clubs. Die beiden haben in der Offensive das Sagen und setzen das im Verein fort, was schon beinahe eine Tradition ist: Die starken Männer kommen aus Island. Der Trainer, der Aalborg zum Titel 2017 führte, war mit Aron Kristjansson ein Isländer. Nun steht als Assistenztrainer an der Seitenlinie mit Arnor Atlason ein isländischer Olympia-Silbermedaillengewinner (von 2008). Noch bis zur letzten Saison war er Spieler in Aalborg, zuvor in Frankreich bei Saint-Raphael Var. Mit diesem Team spielte er im EHF-Cup 2015/16 gegen Pfadi - und holte, nach einem Unentschieden zu hause, in der Schweiz einen Sieg.

Die älteren Handball-Anhänger werden sich an Atlasons Vater erinnern, der – natürlich – einen andern Nachnamen trug: Atli Hilmarsson war ebenfalls Nationalspieler, 1984 und 1988 Olympiateilnehmer. Nicht nur Sohn Arnor Atlason, sondern auch Tochter Anna Atladottir hat sich dem Handball verschrieben. Sie spielte in der Bundesliga in Leipzig, wo einst der heutige Aalborg-Cheftrainer Stefan Madsen arbeitete. Sie trat, im Alter von erst 26 Jahren, im August diesen Jahres wegen Verletzungen vom Spitzensport zurück.

Erstellt: 12.10.2018, 18:06 Uhr

Jonas Langerhuus die Nummer 2

Mit der Niederlage in Silkeborg verlor Aalborg in der Tabelle einen Platz und ist jetzt auf Rang 3 der dänischen Meisterschaft klassiert. Zwei Positionen zurück liegt Aarhus, das Team mit den ehemaligen Pfadi-Spielern Erik Veje Rasmussen (Trainer) und Jonas Langerhuus. Linkshänder Langerhuus, der noch im Frühling mit Pfadi im Playoff-Final gegen Wacker Thun eine wichtige Rolle spielte, muss sich an seinem neuen Ort mit wenig Einsatzminuten begnügen. Die klare Nummer 1 im rechten Rückraum ist Anders Martinusen, mit 29 Treffern zweitbester Schütze des Teams. Langerhuus erzielte in bisher sieben Partien sechs Tore. jch

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