Handball

Pfadi findet keinen Lohn für die Steigerung

Nach dem 26:30 (14:15) vor 2120 Zuschauern in der Winterthurer Eishalle liegt Pfadi im Playoff-Final gegen die Kadetten 0:2 zurück. Am Samstag in Schaffhausen kann die Meisterschaft nun bereits entschieden werden.

Sechs Tore steuerte Roman Sidorowicz (im Bild gegen die Schaffhauser Gabor Csaszar und Johan Koch) in der Zielbau-Arena für Pfadi bei.

Sechs Tore steuerte Roman Sidorowicz (im Bild gegen die Schaffhauser Gabor Csaszar und Johan Koch) in der Zielbau-Arena für Pfadi bei. Bild: Martin Deuring

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Im Gegensatz zum Ereignis von letzten Sonntag in Schaffhausen war das gestern nun wirklich ein Handballspiel. Ein sehr gutes sogar. Aber wieder gingen die Winterthurer als Verlierer vom Feld. Diesmal konnten sie es wenigstens mit einigermassen erhobenem Haupt tun. Denn die Leistung, die sie vor der Saison-Rekordkulisse boten, war eine deutliche Steigerung gegenüber dem völlig missglückten Auftakt in die Finalserie vor drei Tagen.

Sie waren nahe dran am Titelverteidiger. Doch sie brachten es nicht fertig, sich für einen beherzten und strukturierten Auftritt zu belohnen. Einmal mehr, ist man geneigt zu sagen.

Wende nie vollendet

Die Geschichte wiederholte sich innerhalb des Spiels. Da gingen die Winterthurer mit Pascal Verniers 9:8 zum ersten Mal im diesjährigen Playoff-Final in Führung – um anschliessend sechs Angriffe in Serie erfolglos zu bleiben; fünfmal davon scheiterten sie an Torhüter Simon Kindle. Die Kadetten bestraften dies mit dem 9:14. Pfadi kämpfte sich heran, unter anderem dank zwei Toren in Unterzahl. Und Roman Sidorowicz liess drei Sekunden vor der Pause mit seinem Strich ins hohe Ecke zum 14:15 die Hoffnungen vollends aufleben.

Ähnlich gings nach der Pause weiter. Die Winterthurer korrigierten ein 17:21 und glichen bis zur 47. Minute durch Kevin Juds Konter zum 24:24 aus. Auch beim 26:27 bei knapp vier Minuten vor dem Ende hatten sie noch eine Hand am Ausgleich. Aber sie vollendeten ihre Arbeit in diesen letzten 13 Minuten nicht, sie konnten sich nicht belohnen. Unter anderem wegen zweier Fehlpässe zur Unzeit oder drei schlecht vorbereiteter Würfe oder wegen der Abpraller nach Paraden von Goalie Matias Schulz, die in den Fängen der Schaffhauser landeten. «Enttäuscht» seien sie, sagte Sidorowicz, der sechsfache Torschütze, nach dem Match. «Es hat wirklich nicht viel gefehlt.»

Vom Debakel erholt

Die Winterthurer hatten sich vom Debakel vor drei Tagen erholt und offensichtlich daraus gelernt. «Das Spiel nach vorne war um Welten besser als letztes Mal», verglich Trainer Adrian Brüngger. Die Aufbauer Sidorowicz, Jud und Pascal Vernier, welche die meiste Zeit auftraten, brachten Struktur in die Sache, spielten solid. Zudem waren Sidorowicz und Jud, der achtfache Torschütze, gefährlich und treffsicher. Verhältnismässig mehr Ballverluste gabs gegen Match­ende durch Filip Maros und Ante Kuduz.

Diesmal war nicht der Rückraum das Problem. Sondern die Schwäche, klare Möglichkeiten zu verwerten. «Diese Bälle, die wir aus sechs Metern Distanz nicht machen . . .», bedauerte Brüngger. Hauptsächlich in Halbzeit 1 geschah das zu häufig.

Die beiden Defensiven verhielten sich ziemlich gleichwertig; am Sonntag besassen die Kadetten auch in dieser Beziehung klare Vorteile. Pfadi hatte am meisten Mühe – vor allem im zuerst angewendeten offensiveren Abwehrsystem – mit der Schaffhauser Achse um Spielmacher Gabor Csaszar und den Kreisläufern Johan Koch sowie Lucas Meister. «Die individuelle Klasse von Csaszar und den Kreisläufern machte den Unterschied aus», sagte Brüngger. «Alles andere haben wir nicht schlecht gemacht.» Grundsätzlich aber gilt – und auf das wies auch Brüngger hin: 30 Gegentore sind deutlich über dem Schnitt, den die Winterthurer in dieser Saison vorzuweisen hatten.

Der beste Torhüter der ersten Halbzeit war (wie in Spiel 1) Kadettens Simon Kindle, der bis zur Pause gegen seinen Stammklub, der ihn im letzten Sommer nicht verpflichten wollte, zwölf Paraden zeigte; manche davon bei klaren Chancen aus naher Distanz. Pfadis Goalies fielen zunächst nur durch je eine Penaltyparade auf, ehe Schulz in der Schlussphase endlich ins Spiel fand. Er hätte die Grundlage für einen greifbaren Erfolg gelegt, wenn seine Vorderleute auch alles richtig gemacht hätten. So aber bliebs bei der zweiten Niederlage im zweiten Finalmatch.

Am kommenden Samstagabend in Schaffhausen folgt Spiel 3 der Best-of-5-Serie. Den Kadetten winkt die Chance, ihren Titel auf direktestem Weg zu verteidigen. «Viel müssen wir eigentlich nicht ändern», blickt Brüngger voraus. Es gilt, eine weitere Enttäuschung zu verdrängen und den nächsten Anlauf zu unternehmen, einen Weg an den Kadetten vorbei zu finden. «Ab Donnerstag», sagt Sidorowicz, «fokussieren wir uns ganz auf den Samstag. Das ist das Einzige, das jetzt zählt.» (Landbote)

Erstellt: 17.05.2017, 23:17 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben