Handball

Pfadi gegen Kadetten zum Zweiten

Nachdem die erste Mannschaft am Dienstag in Schaffhausen noch 29:32 unterlegen war, versucht das Farmteam es besser zu machen. Zumindest der Trainer glaubt daran, sagt er.

Stevan Kurbalija peilt mit den Pfadi Espoires die grosse Überraschung an.

Stevan Kurbalija peilt mit den Pfadi Espoires die grosse Überraschung an. Bild: Martin Deuring

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Mit Stevan Kurbalija zu telefonieren ist nicht ganz einfach. «Habe noch Training, rufe nach 22 Uhr an», schreibt er. Aber dann sprudelt es aus dem mittlerweile 34-jährigen. «Wir sind super drauf, wir können jede Mannschaft schlagen.» Und: «Die Kadetten waren mein Wunschlos.» Und dann kommt der Satz: «Natürlich wollen wir auch gegen den Meister gewinnen.» Er relativiert zwar sofort, die Chancen stünden nicht etwa 20:80 sondern eher 1:99, aber eine Chance habe man immer. Das sitzt, Kurbalija spricht nicht von einem Klassenunterschied, nicht von Floskeln wie «wir wollen einfach geniessen». Stevan Kurbalija will die Kadetten schlagen und ergänzt: «Diese Einstellung ist nicht verhandelbar in meinem Team.»

Es ist das, was Stevan Kurbalija ausmacht und er ist das, was man im Jargon wohl als ein Mentalitätsmonster beschreibt. Zu verlieren hat die Winterthurer NLB-Truppe gegen die grossen Kadetten natürlich nichts, Chancen zu gewinnen dürften sie realistisch gesehen aber auch keine haben, das weiss auch Kurbalija.

Lernen von den Besten

Kurbalija vergleicht das Spiel mit seinen ersten Auftritten in der Champions League. Mit Roter Stern Belgrad traf der ehemalige Kreisläufer 2004 auf Portland San Antonio, damals sowas wie der Mittelpunkt des Welthandballs. Ivano Balic, Jackson Richardson oder Lasse Boesen standen bei den Spaniern unter Vertrag. «Aus diesen Spielen habe ich viel mitgenommen», sagt Kurbalija, man könne sich mit Topspielern messen und sehen, wie diese auf dem Feld agieren.

Der nur 1.85 m grosse Kurbalija wechselte 2009 von seinem Heimatverein Roter Stern Belgrad zum damaligen Spitzenteam und Champions League Teilnehmer GC Amicitia Zürich. «Ich wollte immer mal in der Schweiz Handball spielen», sagte er nach dem Wechsel. Nach Stationen in Stäfa und beim HSC Suhr Aarau beendete er 2017 seine aktive Karriere und wechselte ins Trainerbusiness zu den Espoirs.

Stevan Kurbalija im Dress der Lakers Stäfa. Bild: Moritz Hager

Als Trainer hat er sich mittlerweile einen guten Ruf als Ausbildner erarbeitet. Auch wenn er zugeben muss, dass er seine Ansprüche etwas runterschrauben musste. «In der NLB kannst du keinen Profibetrieb verlangen», sagt er. Trotzdem will er seine Profierfahrung seinen Spielern weitergeben, denn die meisten hätten Ambitionen selber mal Profi zu werden.

«Als Team weiterkommen»

Ein erster Schritt in diese Richtung ist das Spiel gegen die Kadetten Schaffhausen. Da können sie sich mal mit Profis messen, so Kurbalija, «sie sollen individuell viel lernen, aber auch als Team wollen wir einen Schritt weiter kommen.»

 «Wir wollen die Winning Street ausbauen.»Stevan Kurbalija

Bereits einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht hat die SG Yellow/Pfadi Espoirs, wie das Team offiziell heisst, im Vergleich zum Saisonstart. Nach zwei Auswärtsniederlagen schlugen sie zu Hause den Absteiger Fortitudo Gossau und startete eine Siegesserie. Auch der RTV Basel aus der NLA musste als Verlierer aus der Axa Arena abreisen. Eigentlich habe man damit das Ziel eines NLB-Teams im Cup erfüllt, sagt Kurbalija, «wir haben die Überraschung geschafft.» Gegen die Spitzenteams der NLA hat ein B-Ligist im Normalfall keine reelle Chance zu gewinnen. Zu gross ist der Leistungsunterschied zwischen den Ligen. Kurbalija sagt trotzig: «Wir wollen die Winning Street ausbauen.»

Die minimale Chance auf den Coup sieht er im dichten Spielprogramm der Kadetten. Am Dienstag mussten sie zum Spitzenkampf gegen das «Eins» von Pfadi antreten und am Wochenende müssen sie zum Champions League Spiel nach Odense. «Wie motiviert sind sie dann gegen uns Kleinen», fragt er rhetorisch. Der Profi Kurbalija jedenfalls wäre es gewesen.

Erstellt: 17.10.2019, 10:51 Uhr

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