Handball

Pfadi verabschiedet sich mit einem Rekordsieg

Pfadi schafft mit dem 36:19 über St. Otmar den höchsten Sieg seiner Playoff-Geschichte und verabschiedet sich so ­gebührend und mit einem 3:0-Erfolg in der Viertelfinalserie von der Eulachhalle.

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Ein Spiel, das die Leute von den Sitzen riss, wars nun wirklich nicht. Trotzdem standen die Zuschauer während der letzten zwei Minuten auf den Tribünen. Sie folgten der Bitte von Werner Gurtner.

Der Speaker, der vor Pfadis Meisterjahren einst in fünf NLA-Saisons als Linksaussen angetreten war, hatte das Publikum aufgefordert, diese letzten Momente eines NLA-Handballspiels von Pfadi Winterthur in der Eulachhalle stehend zu beklatschen. «Die letzten zwei Minuten konnten wir geniessen», freute sich Trainer Adrian Brüngger.

«Eine schöne Derniere»

Seine Mannschaft verabschiedete sich mit einer Ehrenrunde von den 1180 Zuschauern und von der Halle, die in den letzten 45 Jahren die Heimarena des Klubs war. Das Playoff wird mit der Halbfinalserie in der Deutweg-Eishalle fortgesetzt. Und ab der neuen Saison spielt Pfadi in seiner eigenen Arena, ebenfalls im Deutweg.

Jede Minute den Ferien näher

«Eine schöne Derniere» sei es gewesen, betonte Brüngger. Vor allem auch eine erfolgreiche. Pfadi gewann auch das dritte Spiel der Viertelfinalserie und stiess auf direktem Weg 3:0 in den Playoff-Halbfinal vor.

Die Sache gestern war bald einmal entschieden. Vom 5:3 bis zum 11:3 fiel eigentlich schon die Entscheidung. Pfadi trumpfte im Angriff auf und hatte Arunas Vaskevicius im Tor. Das alles mündete in ein Spiel, das die Winterthurer nicht verlieren konnten.


«Die zweite Halbzeit hat niemandem Spass gemacht»

Denn zu konsequent suchten und fanden sie den Abschluss und zu nachlässig traten die St. Galler auf. «Ich hatte den Eindruck, dass sie nicht mehr richtig an sich geglaubt haben», sagte Brüngger. «Und nach unserem starken Start war dann ganz Feierabend.» Jede Minute, die das Spiel dauerte, brachte St. Otmar näher an die Ferien heran. «Vor dem Match dachte ich, dass sie es nochmals so richtig versuchen würden», bemerkte Brüngger.

Doch jegliches Bemühen, der Best-of-5-Serie eine Wende zu geben, war spätestens beim 11:3 unauffindbar. DieSt. Galler liessen sich gehen. 16:6 zur Pause, dann 25:11 und 33:15 waren die weiteren Stationen hin zur Kanterniederlage.

«Die zweite Halbzeit hat niemandem Spass gemacht», sagte St. Otmars Goalie Jonas Kindler, der ehemalige Pfadi-Junior, der in der Nähe der Eulachhalle wohnt. Vor dem Spiel habe man noch an eine Chance geglaubt, meinte Kindler. «Aber dieser Start war dann überhaupt nicht förderlich für uns.»

Und die Winterthurer: Sie leisteten ihren Anteil, dass die Serie 3:0 für sie ausging. Sie griffen (gegen die zusehends passive Abwehr) entschlossen an, leisteten sich kaum Fehlwürfe. Ein gar noch höherer Sieg wurde durch eine eher mässige Erfolgsquote in Kontern verpasst.

Der Rückraum scheint in Form zu sein. Spielmacher Kevin Jud lieferte eine geradezu brillante Viertelfinalserie ab; gestern erzielte er zwölf Tore bei nur einem Fehlversuch. Sehr treffsicher auch Roman Sidorowicz und Jonas Langerhuus. Rückkehrer Filip Maros durfte sich Spielpraxis verschaffen und vier Tore erzielen. Ante Kuduz, ein weiterer Rechtshänder im Aufbau, wurde noch geschont.

Der Playoff-Rekord

«Klar. Das war eine gute Leistung von uns», konnte Brüngger loben. Aber kein Wunder stellte er nach dem Match auch fest: «So ein Playoff-Spiel habe ich noch nie erlebt. Das war ja fast schon langweilig.» Womit er recht hatte. Wie einseitig die Partie war, zeigt allein das Resultat.

Höher haben die Winterthurer in ihrer langen Playoff-Geschichte noch nie gewonnen, selbst nicht in ihren glorreichen Neunzigerjahren, als sie fünf Meistertitel in Serie eroberten. Der bisherige Rekordsieg stammt aus dem Playoff-Halbfinal von 1997: Damals deklassierte Pfadi die Kadetten Schaffhausen 32:18.

Die Kadetten sind auch jetzt wieder der Halbfinalgegner. ­Allerdings treten diese nun als ­Serienmeister und nicht wie vor 21 Jahren als Aussenseiter an.Die Best-of-5-Serie beginnt am21. April in der Deutweg-Eishalle. «Es werden», blickte Brüngger gestern in der Stunde des Abschieds und Erfolgs voraus, «jetzt ganz andere Spiele auf uns warten.» Die erste Hürde wurde souverän genommen. Die zweite ist ungleich höher, muss aber nicht unüberwindbar sein.

(Der Landbote)

Erstellt: 11.04.2018, 23:32 Uhr

Souvenir

Das verschwundene Netz

Erinnerungen an die Eulach­halle gibt es unzählige. Einer begnügte sich nicht damit und verschaffte sich ein handfestes Souvenir. Als auf dem Feld noch die besten Spieler des Abends ernannt wurden, machte sich Hansruedi Wipf, Alt-Handballer, Fan und seit Jahren Hypnosetherapeut Pfadis, daran, eines der zwei Tornetze zu demontieren. Mit dem Netz und dem Matchball in der Hand verschwand er aus der Eulachhalle ins Dunkle, um die Beute im Auto zu verstauen. «Das behalte ich natürlich nicht, Pfadi bekommt es», lächelte Wipf.

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