Handball

Pfadis letzter Meister hört auf

Die Playoffs dieser Saison werden Oliver Scheuners letzte NLA-Spiele für Pfadi sein. Der 32-Jährige wird sich neu orientieren.

Oliver Scheuner beendet nach dieser Saison seine NLA-Karriere bei Pfadi.

Oliver Scheuner beendet nach dieser Saison seine NLA-Karriere bei Pfadi. Bild: Martin Deuring

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Verschiedene Aspekte hätten schon vor mehreren Wochen zu seinem Entscheid beigetragen, künftig nicht mehr für seinen Stammklub NLA-Handball zu spielen, erklärt Oliver Scheuner, der Vizecaptain Pfadis. Am Mittwoch wurde die Meldung offiziell.

Die Chance für den ausgebildeten Publizistik- und Kommunikationswissenschaftler, sich im Beruf weiterzuentwickeln, sein Ende Saison auslaufender Vertrag, Pfadis finanzieller Engpass und entsprechender Sparzwang sowie die zunehmende physische Belastung im Handball dürften Gründe gewesen sein. Dass sie bei Pfadi auf Cédrie Tynowski, den 20-jährigen Nationalspieler, als Rechtsaussen setzen, «verstehe ich natürlich», sagt Scheuner. «Er ist jung und sehr talentiert.» Doch es entspreche nicht seinem Anspruch, nur Backup zu sein, meint der Routinier. Zudem steht mit dem wieder genesenen Joël Tynowski ein weiterer junger Rechtsaussen im Kader, auch nächste Saison.


Debüt mit 16 Jahren

Scheuner ist seit langem der einzige Spieler im Team, der noch beim letzten Winterthurer Meisterjahr 2004 mit dabei war. Seinen Einstieg hatte er bei Pfadis «Minis» gegeben, dann durchlief er alle Juniorenstufen im Klub.

In der Saison 2001/02 leistete er, unter Trainer Goran Perkovac, seine ersten (fünf) Einsätze für die erste Mannschaft. «Extrem in Erinnerung geblieben» sei ihm dabei sein Debüt im Europacup: Im Dezember 2001 erzielte er, 16-jährig, in der Eulachhalle im Cupsieger-Wettbewerb bei der 34:35-Niederlage gegen den spanischen Spitzenklub Ciudad Real drei Tore. Vor diesem Match war er in der Nebenhalle mit Pfadis U21 gegen Muotathal angetreten…

Nach dem Meistertitel 2004 durchlebte Scheuner, kurz mit einer Doppellizenz mit Yellow ausgestattet, alle weiteren Tiefen (der 8. Platz 2006) und Höhen (die Cupsiege 2010 und 2015) seines Klubs. «Es ist einiges passiert in all den Jahren. Eine schöne Zeit“, blickt er zurück. Er erlebte bei Pfadi «so viele verschiedene Spieler und Mannschaften…» Mittlerweile hat er 422 NLA-Partien bestritten, am fünftmeisten überhaupt. 32 Länderspiele ergänzen sein Palmares.

«15 Jahre im gleichen Klub – das ist sehr lang», sagt Trainer Adrian Brüngger. «Ich weiss jetzt nicht, ob das in der Nationalliga A schon jemand geschafft hat.» Er bedauert den Rücktritt, der bei ihm «durchaus etwas Wehmut» auslöse, und lobt Scheuner als «Integrationsfigur».


Zum Abschluss der Titel

Was nächste Saison folgt, ist offen. Sein Stammklub wolle ihn, verständlicherweise, «in irgendeiner Form behalten». Vielleicht steigt er deshalb auf anderer Ebene bei Pfadi ein. Vielleicht spielt er anderswo Handball. Angebote dazu wären vorhanden. «Freude am Handball hätte ich noch und ich fühle mich auch gut.» 32 ist eigentlich kein Alter für einen Rücktritt. Und so wie Scheuner in den letzten Runden für Pfadi gespielt hat, mit einer fast makellosen Wurfquote, gäbe es ohnehin keinen Grund dazu. Er lasse sich etwas Zeit mit der Entscheidung: «Vielleicht ergibt sich etwas Cooles», sagt der Winterthurer, der seit letzten Sommer in Zürich wohnt.

Vorerst steht die entscheidende Phase der laufenden Saison im Vordergrund. Und für die hat Oliver Scheuner einen klaren Wunsch: «Der Meistertitel zum Abschluss», betont er. „Das wäre», sagt Brüngger, «sicher das schönste Geschenk, das wir ihm machen könnten.» Urs Stanger

Erstellt: 01.03.2017, 13:44 Uhr

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