Handball

«Weltklasse steht auf der anderen Seite»

Am Sonntag steht Pfadi der erste Höhepunkt der Saison bevor: Bjerringbro-Silkeborg tritt ab 16 Uhr zum EHF-Cup in der Axa-Arena an.

Einer der Grossen, die am Sonntag in Winterthur zu sehen sind: Jesper Nöddesbo, Olympiasieger von 2016.

Einer der Grossen, die am Sonntag in Winterthur zu sehen sind: Jesper Nöddesbo, Olympiasieger von 2016. Bild: PD

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Am 27. März 2016 hat Pfadi seinen letzten Match in einer Gruppenphase des EHF-Cups bestritten. Der Gegner: Bjerringbro-Silkeborg. Die Winterthurer holten in Dänemark ein 27:27. Genützt hat es ihnen nichts, die Viertelfinals fanden ohne sie statt.

Jetzt, in der 3. Runde des EHF-Cups, ist Bjerringbro-Silkeborg die letzte Hürde vor der Qualifikation für die Gruppenphase; es wäre nach 2015 und 2016 die dritte für Pfadi. Am Sonntag um 16 Uhr steigt das Hinspiel in der Axa-Arena, eine Woche darauf fällt die Entscheidung in der Jysk-Arena, die 3000 Zuschauer fasst.

Pfadi glückte am Mittwoch die Hauptprobe mit dem sehr sicheren 36:27 über Wacker Thun und das Team verteidigte Platz 1. Bjerringbro-Silkeborg siegte gleichentags mit dem 31:29 über den Tabellenletzten Nordsjaelland ebenfalls zu Hause und rückte in der Liga auf Rang 3 vor. Die Dänen streben die fünfte Gruppenphase in Serie an, zweimal waren sie da im EHF-Cup angetreten, zweimal in der Champions League.

Ein Olympiasieger, drei Weltmeister

Auf die Winterthurer wartet ein erfahrener, eingespielter Spitzenclub aus dem Land des Weltmeisters und Olympiasiegers. Drei aktuelle Nationalspieler und Weltmeister 2019 stehen im Team: die Aufbauer Nikolaj Markussen, 2,11 m gross, und Nikolaj Öris Nielsen, ein Linkshänder, sowie Rechtsaussen Johan Hansen, der im Sommer zum momentanen Bundesliga-Leader Hannover wechseln wird. Kreisläufer Jesper Nöddesbo half 2016 in Rio mit, Dänemarks Handballern die erste Olympia-Goldmedaille zu verschaffen.

Die Routine, die das Team dank Michael Knudsen und Jesper Nöddesbo am Kreis vereint, ist europaweit wohl einmalig: «Mit ihnen haben wir zwei herausragende Charaktere auf dieser Position», hat Trainer Peter Bredsdorff-Larsen schon mal erwähnt. Knudsen, mittlerweile 41-jährig, 244-facher Internationaler, der im letzten Jahrtausend sein Länderspieldebüt gab, EM- und WM-Medaillengewinner, 2007 im WM-Allstar-Team und 2014 Champions-League-Sieger mit Flensburg-Handewitt. Nöddesbo, 39-jährig, Olympiasieger, Europameister, WM-Zweiter, 223 Länderspiele, von 2007 bis 2017 beim FC Barcelona und dabei zweifacher Champions-League-Sieger, hat kürzlich seinen Vertrag bei Bjerringbro-Silkeborg um ein weiteres Jahr verlängert. Er war schon einmal im Europacup gegen Pfadi angetreten: 2004 in der Champions League mit Kolding, damals im Team mit St. Otmars Spielertrainer Bo Spellerberg ...

Auch der Trainer hat einen internationalen Namen: Peter Bredsdorff-Larsen war in Dänemarks Nationalteam jahrelang Assistent von Ulrik Wilbek und Gudmundur Gudmundsson. Er stand schon an Bjerringbro-Silkeborgs Seitenlinie, als Pfadi 2016 im EHF-Cup in der Eulachhalle 25:28 verlor und in Dänemark jenes 27:27 herausholte. Markussen und Hansen waren bereits damals dabei, aber auch einer wie Sebastian Skube, der Slowene, über den Pfadi-Trainer Adrian Brüngger sagt: «Er ist einer der besten Spielmacher der Welt.»

«Das gibts nicht alle Tage»

Ohnehin seien die Dänen, betont Brüngger, «extrem gut aufgestellt mit unglaublich viel internationaler Erfahrung». Er verweist auf «die zwei Top-Kreisläufer» und auf den Rückraum mit Markussen, Skube und Nielsen, er lobt die Aussenspieler und erwähnt das «hohe Tempo, das ohnehin fast alle dänische Mannschaften zeigen. Wir haben auch schon gegen einfachere Mannschaften verteidigt ...» Adrian Brüngger freut sich auf das Treffen mit dem Club, bei dem sich Andy Schmid in der Saison 2009/10 für den Sprung in die Bundesliga vorbereitet hatte: «Es wird spannend, gegen eine solche Mannschaft zu spielen. Das gibts nicht alle Tage. Wie vor einem Jahr gegen Aalborg steht Weltklasse auf der anderen Seite des Spielfelds.» Im Oktober 2018 leistete Pfadi in der 2. Runde des EHF-Cups Aalborg, dem aktuell klaren Leader der dänischen Meisterschaft, Gegenwehr, scheiterte aber.

Die Winterthurer scheinen, wie die letzten beiden dominanten Siege in der Liga zeigten, für dieses interessante Duell, den ersten Saisonhöhepunkt, bereit zu sein. Pascal Vernier, der am Mittwoch fehlte, dürfte wieder spielen. Aufbauer Yannick Ott und Kreisläufer Yannic Störchli kassierten gegen Thun schmerzhafte Prellungen am Oberschenkel und sind fraglich.

Aussenseiter mit Aussichten

«Wir spielen gegen die aktuell beste Mannschaft der Schweizer Liga», lässt Trainer Bredsdorff-Larsen auf der Website von Bjerringbro-Silkeborg verlauten. «Angesichts der Tatsache, dass die Kadetten, die in der Champions League kürzlich Gudme mit zwölf Toren besiegt haben, momentan nur die Nummer 2 sind, sind wir uns natürlich alle einig, dass keine leichte Aufgabe auf uns wartet», meint er. «Aber wir haben eine gute Chance auf den Gesamtsieg – nicht zuletzt, weil wir das Rückspiel zu Hause bestreiten.»

Aus einer Menge Material hat Brüngger die wichtigsten Daten über den Gegner gefiltert. Pfadis Trainer erkannte «Momente, aus denen wir Kapital schlagen könnten». Zum Beispiel: «Wenn sie eine Schwäche haben, dann sind es diese Phasen, in denen es ihnen nicht so läuft und sie einen 0:3-Lauf oder ähnlich einfangen. So etwas müssten wir ausnützen können.»

Insgesamt wartet ein Test auf hoher Ebene. «Mit unserem Angriffsspiel müssen wir ihre Verteidiger, die alle etwas grösser sind als wir, konstant in Bewegung halten», erklärt Brüngger, «und mal schauen, wie effizient wir selbst gegen diese individuelle Klasse verteidigen.» Die Winterthurer treten als Aussenseiter mit vorhandenen Aussichten auf einen Coup an. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Erstellt: 15.11.2019, 20:40 Uhr

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