Handball

Wenn es ihn braucht

Von einem Comeback spricht er nicht. Dennoch spielt Goran Cvetkovic während des Playoffs auch auf dem Feld wieder eine Rolle für Pfadi.

Bereit für einen Einsatz mit Pfadi: Mittlerweile fiebert Goran Cvetkovic auch im Spielerdress mit.

Bereit für einen Einsatz mit Pfadi: Mittlerweile fiebert Goran Cvetkovic auch im Spielerdress mit. Bild: Martin Deuring

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Vor zwei Wochen in Schaffhausen, in seinem ersten NLA-Match seit bald vier Jahren, trug Goran Cvetkovic die Nummer 4 und damit das Dress von Filip Maros. Am Dienstag beim Playoffstart sass er in der Bekleidung von Pascal Vernier auf der Bank, bereit für einen Einsatz mit der Nummer 13. «Ich nehme, was gerade verfügbar ist», sagt er lachend zu seiner Tenüwahl.

Das passt zu ihm, der immer wieder betont: «Handball ist ein Teamsport. Ich mache das, wofür es mich braucht, das, was dem Team dient.» Eine gewiss vorbildliche Einstellung, die sich jenseits jeglicher Allüren befindet. Als es, wie einst beim BSV Bern, einen Captain brauchte, wurde er der Captain. Als, wie 2015 in seiner letzten Saison mit Pfadi, ein zweiter Verteidiger auf dem «Zweier» und ein zweiter Rückraum-Linkshänder benötigt wurde, war er bereit für diese Ersatzrollen.

Im Sommer 2015 trat Goran Cvetkovic als Handballer zurück. Zehn Jahre zuvor hatte er den Weg von Roter Stern Belgrad zum NLA-Club aus Winterthur gefunden. Zwei Jahre später wechselte er zum BSV Bern, blieb dort sechs Saisons (mit der Rückennummer 49), ehe er 2013 wieder zu Pfadi stiess.

«Rein pragmatische Entscheidung»

«Ein Comeback als Spieler ist das nicht», sagt er zur jetzigen Situation. Er hilft nur vorübergehend aus, falls seine Fähigkeiten auf dem Feld erforderlich sind. Pfadis Personallage im rechten Rückraum, Cvetkovics angestammter Position, ist und bleibt problematisch. Linkshänder Pascal Vernier fällt die gesamte Saison aus, die beiden Rechtshänder Filip Maros und Yannick Ott, die dort einspringen könnten, verletzten sich ebenfalls.

«Das war eine rein pragmatische Entscheidung von Adi und von mir», erklärt Cvetkovic deshalb seinen ergänzenden, neuen Job für den Club. Als ob er nicht schon genug davon hätte. «Etwa 27 Rollen» besitze er, sagt er lächelnd und zählt die wichtigsten auf: Assistenztrainer von Adi Brüngger, zuständig fürs Konditionstraining und die Reha verletzter Sportler, Chef Leistungssport und damit im Vorstand von Pfadi. In einer der Club nahen Firma ist er verantwortlich für Spezialprojeke. «Das Gesamtpaket stimmt», betont Cvetkovic. Inklusive der aktuellen Zugabe als Spieler.

Nächste Woche wird er 36. Auch nach seinem Rücktritt hat er sich immer fit gehalten. «Ich hätte mir nie erlaubt, damals 50 Kilo zuzunehmen. Ich werde auch mit 80 Jahren noch ein Sportler sein, das ist eine Lebenseinstellung», bemerkt er. In den letzten paar Wochen steigerte er sein Trainingspensum. Er half auf dem Feld mit, dass die SG Yellow/Pfadi Espoirs den Verbleib in der Nationalliga B aller Voraussicht nach schaffen wird.

«Mittel zum Zweck»

Am Dienstag beim Heimsieg im Playoff-Viertelfinal über den HC Kriens-Luzern kams noch nicht zu seinem zweiten Match der laufenden Meisterschaft, zumal man Filip Maros nach dessen Verletzungspause genügend Spielpraxis gewähren wollte. «Wir wollen ihn nachhaltig aufbauen, denn wir brauchen ihn für die nächsten acht Siege», erklärt Cvetkovic. Acht weitere Siege wären im Übrigen gleichbedeutend mit dem Meistertitel...

«Alles ist immer mit taktischen Überlegungen verbunden», sagt Cvetkovic. Er beschreibt seine Rolle so: «Ich bin eine zusätzliche Option, um unsere Ziele zu erreichen, eine Variante in einem bestimmten Segment. Wenn wir es auch ohne mich schaffen, umso besser. Es geht nicht darum, dass ich spielen kann. Ich bin ein Mittel zum Zweck, und fertig.»

Für Einsätze wie vor jenen zwei Wochen in Schaffhausen wäre der Assistenztrainer und Chef Leistungssport aber auf jeden Fall bereit: «Ich fühle mich frisch genug, und das Spielverständnis geht selten verloren.» (landbote.ch)

Erstellt: 17.04.2019, 20:29 Uhr

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