Handball

Auf Pfadi wartet der Balkan

In der ersten Runde des EHF-Cups treffen die Winterthurer auf Kosovos Serienmeister KH Besa Famgas. Im zweiten Durchgang wäre ein zweites Team vom Balkan an der Reihe: Pelister Bitola aus Nordmazedonien.

Pfadi-Kreisläufer Luigj Quni wird im Europacup gegen seine Kollegen aus dem Nationalteam Kosovos spielen.

Pfadi-Kreisläufer Luigj Quni wird im Europacup gegen seine Kollegen aus dem Nationalteam Kosovos spielen. Bild: Martin Deuring

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In Winterthur beginnt die nächste Schweizer Handballsaison. Am 25. August stehen in der Axa-Arena die Supercups der Männer und Frauen an. Pfadi, der Titelverteidiger, wird in seiner Heimhalle allerdings fehlen, Meister Kadetten Schaffhausen und Cupsieger Wacker Thun treffen aufeinander.

Der Saisonstart der Winterthurer war ursprünglich auf den 1. September geplant, mit einem Heimspiel gegen den BSV Bern. Auf jenes und auf das folgende Wochenende aber ist mittlerweile die erste Runde des EHF-Cups angesetzt worden. Und für diesen Wettbewerb fand am Dienstag in Wien die Auslosung statt.

Qunis Zimmergenosse

Pfadi erwischte ein einigermassen passables Los, die erste Hürde müsste eigentlich zu meistern sein. In bisher 13 Europacupsaisons hat KH Besa Famgas aus Peja nur viermal eine Runde überstanden. Letzte Saison konnte man einen Verein aus einer grossen Handballnationen immerhin etwas ärgern: In der zweiten Qualifikationsrunde des EHF-Cups setzte es im Hinspiel in Norwegen eine 26:37-Niederlage gegen den HK Drammen an, das Heimspiel danach wurde mit einem respektablen 27:20 gewonnen. Im Kosova ist Besa Famgas die unbestrittene Nummer 1 und holte seit 2014 stets den Meistertitel. In der vergangenen Saison ging zum ersten Mal seit vier Jahren wieder mal ein Meisterschaftsspiel verloren.

«Wir sind schon die Favoriten», stellt Luigj Quni fest, wobei er die Heimstärke des Gegners hervor hebt. Pfadis Kreisläufer muss es wissen: Die meisten Spieler von Besa Famgas gehören auch zu Kosovos Nationalteam – wie Quni. Vor der Auslosung hatte er mit Besa Famgas’ Kreisläufer Kastriot Jupa, seinem besten Kollegen im Nationalteam, mit dem er stets das Zimmer teilt, noch gescherzt, dass es ja zu einem Treffen im Europacup kommen könnte. Am Dienstag um die Mittagszeit wurde das Tatsache.

Der 23-Jährige aus Thalwil sah sich das Geschehen live im Internet an. Besa Famgas wurde als erste Mannschaft gezogen, dann folgte der Gegner: Pfadi. «Ich musste lachen», erklärt Quni. «Ich freue mich sehr darauf.» Für die Winterthurer, deren Teamtraining am kommenden Montag beginnt, wirds eine Premiere: Zum ersten Mal in ihrer sehr, sehr langen Europacupgeschichte spielen sie gegen eine Mannschaft aus dem Kosovo.

Das Hinspiel wird am 31. August oder 1. September voraussichtlich in Peja, der mit fast 50 000 Einwohnern viertgrössten Stadt Kosovos, ausgetragen. Für Quni wirds natürlich eine besondere Reise. «Schon speziell, alle aus der Nationalmannschaft zu sehen und gegen sie zu spielen», betont der Pfadi-Kreisläufer. Damit nicht genug: Sein Vater stammt aus einer Ortschaft ausserhalb Pejas.

Die Parallelen zu Bitola

Noch anstrengender als die erste Aufgabe wäre die zweite: An den ersten beiden Oktober-Wochenenden in Runde 2 des EHF-Cups wartet Pelister Bitola, gut vier Autostunden südlich von Peja in Nordmazedonien gelegen. Seit 2005 steht Bitola im eigenen Land im Schatten der beiden Grossclubs aus Skopje, Vardar und Metalurg. Für den Verein traten einst Branko Angelovski und Dejan Uncanin, die 2002 beziehungsweise 2005 kurz für Pfadi spielten, sowie nationale Grössen wie Pepi Manaskov oder Kiril Lazarov an.

Bitolas letzter Titelgewinn (2005) liegt fast so weit zurück wie jener Pfadis (2004). Zwei weitere Parallelen: Beide Vereine dominierten ihre Meisterschaften in den Neunziger Jahren und beide verloren einen Final des Challenge Cups: Pfadi 2001 und Bitola 2002.

Erstellt: 16.07.2019, 15:50 Uhr

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Neue Europacupformel

Der Europacup findet kommende Saison letztmals in der bisherigen Form statt. Ab Saison 2020/21 wird die Champions League von 28 auf 16 Teams reduziert. Der EHF-Cup wird in European Handball League umbenannt und hat nur noch zwei Qualifikationsrunden vor der Gruppenphase mit neu 24 statt wie bisher 16 Mannschaften. Der Challenge Cup nennt sich künftig EHF-Cup.

Die Schweiz liegt im Europacupranking auf Rang 15 und erhält damit keinen fixen Platz für die Champions League. Der Schweizer Meister kann sich wie jener der anderen Länder, die sich auf den Rängen 11 bis 16 befinden, sowie zweite nationale Teams aus den Top 9 um eine der sechs Wildcards für die Champions League bewerben. Diese werden vom europäischen Verband anhand eines «Kriterienkatalogs» vergeben.

Aufgrund ihres 15. Ranges wird die Schweiz von der Saison 2020/21 an sicher je zwei Mannschaften für die European Handball League (aktuell wären das die Kadetten Schaffhausen und Wacker Thun) sowie für den EHF-Cup (Pfadi und der BSV Bern) stellen dürfen. Obs für die Champions League reicht, ist fraglich.

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