Handball

Auf Umwegen legt Pfadi im Playoff vor

Fünf Tore Vorsprung reichten Pfadi nicht, um den ersten Viertelfinalmatch gegen St. Otmar ungefährdet über die Zeit zu bringen. Letztlich setzte sich der Winterthurer Favorit 28:25 (13:10) durch und legte in der Best-of-5-Serie 1:0 vor.

Vier Tore erzielte Pfadi-Captain Marcel Hess, aber auch er brachte den Ball nicht immer an St. Otmars Goalie Jonas Kindler vorbei.

Vier Tore erzielte Pfadi-Captain Marcel Hess, aber auch er brachte den Ball nicht immer an St. Otmars Goalie Jonas Kindler vorbei. Bild: Martin Deuring

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Die Begegnung zwischen der Nummer 2 und der Nummer 7 der bisherigen Meisterschaft wurde letztlich doch wieder zu dem, was sie in dieser Saison schon zweimal war: ein enges Treffen mit dem Heimklub als Sieger. Die Winterthurer gewannen, weil sie trotz allem etwas besser als die St. Galler waren und weil sie in den entscheidenden Momenten zulegen konnten.

23:23 stand es fünf Minuten vor Schluss. Das Spiel, in dem die St. Galler ganz am Anfang nur dreimal geführten hatten, drohte zu kippen. Doch dann erholte sich Pfadi von zwei fehlerhaften Phasen, fing sich auf und gewann die letzten fünf Minuten 5:2.

«Wir machten einfach den Sack nicht zu. Wir hatten so viele  Chancen»Adriana Brügger
Trainer Pfadi Winterthur

Spielmacher Kevin Jud wurde nun zum gefährlichsten Angreifer, traf und holte einen Penalty heraus, den Marvin Lier zum 25:23 verwertete. Dazwischen hielt Arunas Vaskevicius einen Siebenmeter von Severin Kaiser; es wird dies, in der 56. Minute,notabene die erste Winterthurer Goalieparade der zweiten Halbzeit, die einen Ballgewinn zur Folge hatte.

Linksaussen Joël Bräm sorgte 89 Sekunden vor Ende mit dem 26:23 im Prinzip für die Entscheidung. Denn erwartungsgemäss weder sieben Feldspieler noch eine offene Deckung brachten die St. Galler anschliessend nochmals heran.

Ruhigeren Verlauf verpasst

Die Winterthurer hatten sich selbst in die Bredouille gebracht. Verschiedentlich gaben sie einen klar scheinenden Vorsprung wieder her. Beim 13:9 konnten sie nicht nachlegen, weil sie sich direkt vor der Pause drei Ballverluste leisteten.

Statt mit durchaus möglichen fünf Toren Vorsprung beendeten sie die erste Hälfte «nur» 13:10. Nach dem 17:12 vergaben sie vier Angriffe in Serie und St. Otmar rückte zum 17:16 auf. Nach dem 21:18 parierteSt. Otmars Goalie Jonas Kindler drei Konterwürfe Pfadis und half so wesentlich mit, dass es zu jenem 23:23 kam.

«Wir machten den Sack nicht zu. Wir hatten so viele freie Chancen», sagte Trainer Adrian Brüngger zum verpassten ruhigeren Verlauf dieses Startspiels. «Dadurch brachten wir uns in die Situation, in der das Spiel noch hätte kippen können.» Er sprach die Fehlwürfe an und dass seine Mannschaft im Angriff «den Zug verloren» habe und «statisch geworden» sei. Die erste Halbzeit noch, die beschrieb Brüngger als «sehr gut». Einzig die letzten drei Ballverluste kurz vor der Pause trübten da die Bilanz.

Sidorowicz überragend

Die Winterthurer hatten in dieser zweiten Saisonhälfte gewiss schon besser gespielt als gestern Abend vor gut 900 Zuschauern in der Eulachhalle: in Thun etwa oder bei den Siegen über die Kadetten Schaffhausen.

Die Absenzenliste hatte sich auf diesen ersten Playoff-Match hin von acht auf vier Spieler reduziert. Von jenen, die ihr Comeback gaben, trumpfte Roman Sidorowicz auf. Im Rückraum sorgte er stets für Druck und in der Abwehr leistete er seinen Anteil. Fünf Tore, ohne Fehlversuch, erzielte Sidorowicz, zudem holte er vier Penaltys heraus. Mit ihm ist wieder zu rechnen.

Aufbauer Filip Maros und Linksaussen Lier, zwei weitere Rückkehrer, fanden deutlich weniger ins Spiel. Lier immerhin erwies sich in der zweiten Halbzeit mit fünf Treffern als sehr wertvoller Penaltyschütze.

Kindlers «gutes Gefühl»

Die St. Galler, die Sieger der Abstiegsrunde, gaben den erwartet unangenehmen Gegner ab. Sie verteidigten vor allem in der zweiten Halbzeit stark und mit Emotionen, Jonas Kindler war – nachdem Pfadis Matias Schulz in der ersten Hälfte ebenbürtig gewesen war – der beste Torhüter des Abends und der tschechische Spielmacher Ondrej Zdrahala, den die Winterthurer nicht immer restlos im Griff hatten, zeigte, weshalb er im Januar an der EM in Kroatien zum Torschützenkönig wurde.

Zdrahala und Kindler waren die besten St. Galler. Der Tor­hüter, der ehemalige Pfadi-Junior, der jetzt nur zwei Minuten von der Eulachhalle entfernt wohnt, stellte fest: «Wir haben nicht schlecht gespielt. Das gibt uns fürs Heimspiel ein gutes Ge­fühl . . .»

Am kommenden Mittwoch in der St. Galler Kreuzbleichehalle folgt Spiel 2 der Best-of-5-Viertelfinalserie. Pfadi braucht noch zwei, St. Otmar drei Siege für den Vorstoss in den Halbfinal. Das war letztlich das entscheidende Ereignis der Startrunde, in der Pfadi nicht ohne Umwege zum Erfolg kam. «Es steht 1:0», meinte Adrian Brüngger. «Alleweil das.»

(Der Landbote)

Erstellt: 23.03.2018, 23:15 Uhr

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