Handball

Aus dem «Flow» geradewegs ins Playoff

Drei aktuelle Pfadi-Handballer spielten bei den zwei Siegen in der EM-Qualifikation gegen Belgien tragende Rollen. Am Montag sind sie zurück im Club und bereits am Dienstag beginnt der Playoff-Viertelfinal gegen den HC Kriens-Luzern.

Neun Tore aus elf Versuchen steuerte Pfadis Marvin Lier zum Schweizer Heimsieg gegen Belgien bei.

Neun Tore aus elf Versuchen steuerte Pfadis Marvin Lier zum Schweizer Heimsieg gegen Belgien bei. Bild: Martin Deuring

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Es dauerte gestern seine Zeit, bis Marvin Lier zum Duschen kam. «Wir konnten relativ viele Autogramme geben», freute sich Pfadis Linksaussen. Zudem wurde er nach dem Match in Schaffhausen für Interviews angefragt, eines vom Schweizer Fernsehen.

Mit 15 Toren war Lier einer der auffälligsten Schweizer in den beiden Spielen gegen Belgien. Und er war neben Cédrie Tynowski und Michal Svajlen einer von drei aktuellen Pfadi-Spielern, die zur Stammformation von Michael Suter, dem Nationaltrainer aus Dinhard, gehörten.

«Pfadi und die Bundesliga»

«Pfadi und die Bundesliga» seien aufgetreten, durfte Adrian Brüngger, der Winterthurer Trainer, feststellen, «wobei ich auch Sido noch zu Pfadi zähle...» Roman Sidorowicz, im Dezember von Pfadi in die Bundesliga gewechselt, war die «Winterthurer» Stammkraft im Rückraum. Als Nummern 1 auf ihren Positionen traten Lier, Rechtsaussen Tynowski und Michal Svajlen, der zentral neben Samuel Röthlisberger verteidigte, auf. Von den neun Feldspielern, welche die meiste Last trugen, spielen derzeit nur zwei bei anderen NLA-Clubs als Pfadi: Wackers Nicolas Raemy und Lucas Meister von den Kadetten.

Lier war begeistert vom Spiel in der ausverkauften Arena, das in einen 36:22-Sieg mündete. «Die Zuschauer haben uns von der ersten Sekunde an nach vorne gepeitscht. Wir sind in einen Flow geraten.» Das betraf auch ihn. Kurz nach Tynowski, der drei Treffer ohne Fehlwurf beisteuerte, und Svajlen ging Lier in der 47. Minute vom Feld. Aus elf Versuchen hatte er in seinem 54. Länderspiel neun Tore erzielt.

«Bisher läuft es mir in dieser Saison nicht schlecht», stellt der 26-Jährige fest. «Mit ein paar Ausreissern nach oben und wenigen nach unten.» Lier trat konstant auf hohem Niveau auf und war nie verletzt. In allen 28 Pflichtspielen stand er auf dem Platz, erzielte 137 Tore aus dem Spiel heraus und 65 auf Penaltys. Mit 202 Treffern, was 7,2 Tore pro Match bedeutet, ist er überlegener Topskorer der Liga, 45 Tore dahinter folgt Severin Kaiser, der bei St. Otmar St. Gallen die gleichen Jobs ausübt.

In dieser Saison blühte Lier, dessen Talent schon immer unübersehbar war, auf. Nach dem Rücktritt von Marcel Hess gilt er bei Pfadi als Nummer 1 auf Linksaussen. Zudem ist er erste Wahl als Penaltyschütze – wie im Nationalteam, wo er sich am linken Flügel als Nachfolger von Manuel Liniger etabliert hat. «Das sind Faktoren, die einem Selbstvertrauen geben», erklärt er.

Ein halber Tag

Nach zehn Tagen im Nationalteam sehen Svajlen, Lier und Tynowski ihre Clubgefährten heute Nachmittag zum Videostudium zum ersten Mal wieder. Anschliessend steht ein Training in der Axa-Arena an. Wenns normal läuft, wird auch Luigj Quni da sein: Der Kreisläufer war gestern Nacht noch mit Kosovos Nationalteam in der EM-Qualifikation gegen Israel beschäftigt – in Tel Aviv.

«Ich wünschte, wir hätten mehr Zeit als diesen halben Tag», sagt Pfadi-Trainer Adrian Brüngger. «Die Nationalspieler können wir nicht gross belasten. Wir befassen uns hauptsächlich mit Theorie, Abläufen und unserem Gameplan, von dem wir hoffen, dass er passen wird.» Es werde «schon hart», meint Lier zum fliessenden Übergang vom Nationalteam ins Playoff. «Die Regeneration ist gleich null. Immerhin sind wir drei nach den Spielen gegen Belgien gut drauf.»

Nächste «Feuerwehrübung»

Morgen Dienstag um 19.30 Uhr steigt Pfadi, die Nummer 2 der Finalrunde, in der Axa-Arena in den Playoff-Viertelfinal gegen den HC Kriens-Luzern, der die Abstiegsrunde mit 15 Punkten Vorsprung gewann und genau so gut in die Top 6 der Finalrunde gehört hätte. Im Zwei-Tages-Rhythmus folgen die Spiele bis zum Ende der Best-of-5-Serie.

Pfadi hat praktisch keinen Vorlauf aufs Playoff. «Das ist das Los der Clubs, die Nationalspieler stellen», bemerkt Lier. Die Krienser dagegen «konnten sich zwei Wochen lang auf uns vorbereiten. Das wird eine heikle Aufgabe.» Der Topskorer bleibt zuversichtlich: «Wir müssen es so nehmen, wie es kommt», betont Marvin Lier, dessen Club zuletzt akuten Geldmangel, Sidorowicz’ Transfer und viele Verletzte zu verkraften hatte. «Irgendwie werden wir auch das schaffen», meint er zum Playoff. «Wir haben in dieser Saison ja schon ein paar Feuerwehrübungen überstanden.» (landbote.ch)

Erstellt: 14.04.2019, 20:42 Uhr

Pfadi

Mit Jud und Maros

Zum Playoffstart hin hat sich Pfadis Absenzenlage etwas entschärft. Kevin Juds Schulterverletzung erwies sich «nur» als Entzündung, er kann wieder ohne Einschränkungen werfen. Aufbauer Filip Maros hat seine Knochenprellung überstanden. Offen ist dagegen ein Comeback von Stammgoalie Matias Schulz, der muskuläre Probleme am Oberschenkel verspürt. Rückraumspieler Yannick Ott wird nach seiner Bänderverletzung die Viertelfinalserie wohl verpassen.

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