HANDBALL

Titelspiel zum Start in die neue Ära

Der Supercup am Sonntag läutet nicht nur die Saison ein: Für Hausherr Pfadi beginnt das Zeitalter in seiner Axa-Arena. Der Cupsieger misst sich mit Meister Wacker Thun.

Im verlorenen Playoff-Final in der Deutweg-Eishalle musste sich Pfadis Roman Sidorowicz noch mit Lukas von Deschwanden, Viktor Glatthard  und Lenny Rubin herumschlagen. Am Supercup morgen Sonntag spielt dieses Trio nicht mehr für Wacker Thun.

Im verlorenen Playoff-Final in der Deutweg-Eishalle musste sich Pfadis Roman Sidorowicz noch mit Lukas von Deschwanden, Viktor Glatthard und Lenny Rubin herumschlagen. Am Supercup morgen Sonntag spielt dieses Trio nicht mehr für Wacker Thun. Bild: Deuring Photography

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Wie sagte doch Mike Künzle: «Aus dieser Halle nimmt kein Gegner einen Punkt mit!» Der Stadtpräsident verkündete es am vorletzten Freitag an der Eröffnungsfeier der Axa-Arena. Irgendwann wird dieser Plan über den Haufen geworfen. Aber auf keinen Fall bereits am Sonntag – wenn es nach dem Willen der Hausherren ginge.«Wir wollen dieses Spiel unbedingt gewinnen», betont entsprechend Adrian Brüngger, Pfadis Trainer. «Der Supercup ist einer von drei Titeln, die zu holen sind. Und auch wenn er nur an dritter Stelle steht: Jeder will Titel.» Seit der Supercup in grösserem Stil aufgezogen wird, hat er an Bedeutung gewonnen. Mit der Premiere der Axa-Arena steigert sich diese für Pfadi um eine weitere Stufe: «Gleich mit einem solchen Match in der eigenen Halle zu beginnen, ist das Schönste», sagt Brüngger.

Zum 19. Mal wird der Supercup vergeben. 12-mal gewannen die Kadetten Schaffhausen. Pfadi bringt es auf einen Sieg (2003) bei fünf Teilnahmen, Wacker hat alle vier Austragungen verloren (stets gegen die Kadetten).

Noch mehr trainiert

Seit dieser Woche bereiten sich die Winterthurer konkret auf dieses Treffen vor. Sie entschieden fünf ihrer sechs Testspiele für sich, beim Bundesligisten Ludwigshafen spielten sie unentschieden. Überzeugend war die Leistung gegen den Bundesligaaufsteiger Bietigheim.

«Es gibt noch viele Kleinigkeiten, die nicht zu jedem Zeitpunkt passen. Wichtig ist, wie wir mit Fehlern umgehen», erklärt Brüngger, der die Trainingsintensität seit je hochhält. «Jetzt haben wir noch mehr trainiert als früher», ergänzt er. Unter anderem standen drei Morgeneinheiten an; die Axa-Arena bietet bisher ungekannte Möglichkeiten. «Davon konnten wir jetzt schon profitieren.»

Der unerfüllte Wunsch

Vor drei Monaten standen sich Pfadi und Wacker im Playoff-Final gegenüber. Er ging ein paar Meter neben der Axa-Arena, in der Eishalle im Deutweg, mit einer 23:24-Niederlage und dem 1:3 in der Serie aus. An jenem Pfingstmontag endeten bei Pfadi zwei grosse Karrieren: Marcel Hess, Captain, Abwehrstütze, Allrounder und mit 536 Einsätzen NLA-Rekordspieler, sowie Arunas Vaskevicius, jahrelang der beste Torhüter der NLA, traten zurück. Auch der Topskorer, der Däne Jonas Langerhuus, gab sein Abschiedsspiel, ebenso Kreisläufer Mathias Kasapidis und Rückraumjoker Ante Kuduz.

Die Winterthurer also haben Personal verloren, das, zumal anhand der angespannten finanziellen Lage, nicht leicht zu kompensieren ist. Latent bleibt der ­Mangel an Linkshändern. Neuer Captain ist Cédrie Tynowski, der bald 22-jährig wird. Ihm stehen Matias Schulz und Stefan Frei­vogel als Vizecaptains zur Seite. Für die Abwehr wurde Peter Schramm geholt. Simon Schelling senkt den Altersdurchschnitt im Tor. Markus Dangers und Luigj Quni werden wieder für ein «klassisches» Kreisspiel sorgen. «Aber sie haben», bemerkt Brüngger, «noch keine Erfahrung auf diesem Niveau», auf dem Pfadi spielt.

Personell sieht die aktuelle Lage passabel aus. Rechtsaussen Joël Tynowski schmerzt erneut die Hüfte. Er wird ebenso geschont wie Lukas Heer. Abwehrchef Michal Svajlen erlitt im Playoff-Final eine Fussprellung; allenfalls gibt er am Sonntag sein Comeback.

Im Umfeld spürt Brüngger eine «grosse Erwartungshaltung», warnt aber: «Eine neue Halle allein gewinnt keine Spiele. Es gibt viele Jobs, die wir zu erfüllen haben.» Pfadi hält sich weiter eine Mannschaft, die an der Spitze mitspielen kann. Das Ziel ist unverändert: «Titel holen», erklärt Brüngger. «Am liebsten mal die Meisterschaft. Das ist unser bisher unerfüllter Wunsch.» Auf dem Weg dahin will man zwei Dinge ändern: «Erstens mehr gesunde Spieler aufs Feld bringen und zweitens eine bessere Quote im Abschluss erreichen.»

Brüngger will in den Playoff-Final vorstossen «und dort unsere beste Leistung abrufen». Das gelang gegen Wacker nicht, wobei die beiden knapp verlorenen Heimspiele gerade so gut hätten auf Pfadis Seite kippen können. Mit einem engen Match ist auch morgen zu rechnen. (Der Landbote)

Erstellt: 24.08.2018, 22:19 Uhr

Pfadi in der Saison 2018/19

Kader. Torhüter: Matias Schulz (Jahrgang 1982, Argentinien), Simon Schelling (94), Magnus Staub (98).

Feldspieler: Joël Bräm (96), Markus Dangers (94, Deutschland), Stefan Freivogel (90), Lukas Heer (98), Kevin Jud (92), Marvin Lier (92), Filip Maros (91), Dimitri Murri (97), Yannick Ott (96), Fabrizio Pecoraro (96), Luigj Quni (96), Peter Schramm (90, Deutschland), Roman Sidorowicz (91), Michal Svajlen (89), Cédrie Tynowski (96), Joël Tynowski (94), Pascal Vernier (95).

Trainer: Adrian Brüngger, Goran Cvetkovic (beide bisher).

Transfers. Zuzüge: Dangers (HBW Balingen-Weilstetten 2), Quni, Schelling (beide GC Amicitia Zürich) und Schramm (HC Kriens-Luzern). - Abgänge: Ante Kuduz (CS Bukarest), Jonas Langerhuus (Aarhus Handbold), Mathias Kasapidis (GC Amicitia), Marcel Hess und Arunas Vaskevicius (beide Rücktritt).

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