Handball

Dem Letzten zur Premiere verholfen

Pfadi Winterthur bezog seine erste Saison­niederlage ausgerechnet gegen St. Otmar St. Gallen. Beim 26:27 gaben die Pfader einen klaren Vorsprung weg.

Nach einer starken ersten Halbzeit baute Ante Kuduz wie seine Pfadi-Teamkollegen ab und schied am Schluss zu allem Übel verletzt aus.

Nach einer starken ersten Halbzeit baute Ante Kuduz wie seine Pfadi-Teamkollegen ab und schied am Schluss zu allem Übel verletzt aus. Bild: Heinz Diener/Archiv

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Heute Donnerstag ist ein besonderer Tag in St. Gallen: Die Olma öffnet ihre Türen. Und am Vorabend dieses speziellen Ereignisses in der Ostschweiz wollten offenbar auch die Pfader nicht zurückstehen und ihren Teil zu einem ausserordentlichen Festauftakt leisten.

Sie führten, als Tabellenersten in die Kreuzbleiche-Halle gekommen, in der ersten Hälfte relativ ungefährdet, bauten nach verschiedenen Anläufen endlich mal den Vorsprung auf fünf Tore aus, mit dem sie auch in die Pause gingen (16:11). Sorglos ging es weiter, die Sache schien gegen diese Mannschaft, die bis gestern erst einen Punkt (gegen Gossau) gewonnen hatte, ein Selbstläufer zu sein. Obwohl die Otmärler so langsam näher kamen. 17:12 hiess es nach 33 Minuten, auch der Start in Hälfte 2 gelang.

Kaum mehr Tore

Doch dann stellten die St. Galler nach 39 Minuten Michal Shejbal anstelle von Jonas Kindler zwischen die Pfosten. Er kassierte zwar noch das 16:20, dann aber blieb immer wieder ein Pfader an ihm hängen. Zehn Minuten später standen nur noch zwei Tore zwischen den Teams (23:21). Noch einmal zog Pfadi auf 24:21 weg, einmal schien sie Arunas Vaskevicius mit einem Treffer ins leere Tor zum Sieg geschossen zu haben (25:22 nach 52 Minuten).

Danach aber gelang Pfadi noch ein einziges Törchen, dasjenige von Pascal Vernier zur letzten Führung 26:25. Geisser glich aus, 18 Sekunden vor Ende spielten die Winterthurer – typisch für sie in solchen Phasen – ihren rechten Flügel Joel Bräm so schlecht frei, dass der Rechtshänder (!) praktisch aus dem Nullwinkel versuchen musste, Shejbal zu bezwingen. Im Zurücklaufen war das Team zu wenig giftig, es übersah am Kreis Julian Rauch, der unbehindert aus sechs Metern in letzter Sekunde den St. Galler Siegtreffer schiessen konnte.

Die Halle und St. Otmar feierten, die Pfader schauten konsterniert drein. Ausgerechnet beim Tabellen­letzten hatten sie sich zu einer Niederlage hinreissen lassen. Es war nach zehn Partien in Folge in Pflichtspielen die erste überhaupt in dieser Saison (inklusive Cup und Europacup).

Und es war vielleicht die ausgleichende Gerechtigkeit für den Sieg vor einer Woche in Gossau. Da hatte die Mannschaft mit einem verwerteten Penalty in letzter Sekunde den Kopf noch aus der (Unentschieden-)Schlinge gezogen. Gestern gelang das nicht mehr, weil in den 17 Minuten nach Kevin Juds 22:18 noch vier Goals geschossen wurden – eines durch den Torhüter (!).

Falsche Sicherheit

Die Anzahl der Time-outs nahm in diesem Match zu, je enger er wurde, in den letzten zehn Minuten nahm jeder Coach zwei Auszeiten. Pfadi wechselte zwischendurch das Verteidigungssystem, aber nicht die Einstellung. Das, was die Mannschaft in der Defensive bot, war höchst bescheiden. «Wir gewannen keine Zweikämpfe, wir holten keine Abpraller, wir hatten hinten praktisch keinen Ball» sagte Trainer Adi Brüngger, der schon nach elf Minuten und einem 7:5 für sein Team die erste Auszeit genommen hatte. Sie nützte relativ wenig. Doch weil in der Offensive alles noch immer einigermassen mit dem Zug und dem Selbstvertrauen des Europacup-Wochenendes funktionierte, wiegte sich das Team in (falscher) Sicherheit.

Es begann, im Angriff mit zuviel Risiko zu spielen – und blieb inder Abwehr permanter Zuschauer. Pfadi hätte genug Gelegenheiten gehabt, auf sechs Tore davonzuziehen und das Spiel früh zu entscheiden. Aber zu viele nahmen, im vierten Spiel innert einer Woche, die Sache nicht mehr mit der nötigen Konzentration ernst. Jud versuchte zu zaubern, Vaskevicius riskierte mit einem Pass zu viel, Kuduz schoss und schoss. Vier Fehlschüsse hatte er in Hälfte 2, gut vorbereitet waren diese ­Aktionen nicht. Jud, Vernier und Kuduz hatten in den zweiten30 Minuten fast zu viele Aktionen – die andern definitiv zu wenige.

Die Defensive bekam Ondrej Zdrahala mit seinen vielen Schritten nicht in den Griff. Und die Schiedsrichter entschieden sich wieder einmal, mit unterschiedlichen Ellen zu messen. Buache/Meyer liessen viel zu viele Fouls der St. Galler ungestraft. Eines davon führte zu einer Verletzung von Kuduz und zum 24:25. Siegen hätte Pfadi trotz der Referees müssen. (Der Landbote)

Erstellt: 11.10.2017, 22:39 Uhr

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