Handball

Die Ausgangslage ist nicht einfacher geworden

Mit einer 33:36-Niederlage muss Pfadi zum Rückspiel der 3. EHF-Cup-Runde in Dänemark antreten. Im sehenswerten Heimspiel gegen Bjerringbro-Silkeborg brachten sich die Winterthurer um ihren Lohn.

33 Tore reichten Pfadi (im Bild Kreisläufer Markus Dangers) nicht zum Heimsieg über Bjerringbro-Silkeborg.

33 Tore reichten Pfadi (im Bild Kreisläufer Markus Dangers) nicht zum Heimsieg über Bjerringbro-Silkeborg. Bild: Martin Deuring

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Wer gegen einen Spitzenclub aus dem Land des Olympiasiegers und Weltmeister antreten muss, der weiss: Die Ausgangslage ist nicht einfach. Im Hinspiel am Sonntagnachmittag vor über 1500 Zuschauern in der Axa-Arena ist sie für Pfadi nicht besser geworden. Sondern schlechter. Drei Minustore gilts am kommenden Sonntag wettzumachen. Eigentlich ja vier, angesichts der 36 Auswärtstore der Dänen.

«Die Flinte werfen wir deshalb nicht ins Korn», gab sich Pfadi-Trainer Adrian Brüngger in den Gängen der Arena kämpferisch. Beide Clubs peilen die dritte Teilnahme an der Gruppenphase des EHF-Cups an. Nach der Hälfte sind die Dänen näher am Ziel – gewiss noch nicht entscheidend, doch ein erster wesentlicher Schritt ist getan.

Unentschieden war realistisch

Brüngger ärgerte sich darüber, eine bessere Vorlage verpasst zu haben. Ein Unentschieden beispielsweise, das bis in die Schlussphase hinein realistisch möglich war. 33:32 gingen seine Leute in der 57. Minute durch Joël Bräms fünften Treffer in Führung. Dann gings schnell: Drei Ballverluste vorne, vier Gegentreffer hinten und schon sicherten sich die Dänen eine ganz passable Reserve fürs Rückspiel.

Zum dritten Mal in diesem Match hatten die Winterthurer da, weil sie im Angriff scheiterten, innert Kürze einen Minuslauf kassiert. Zuerst vom 10:8 zum 10:12, dann vom 20:20 zum 20:23 und eben am Schluss vom 33:32 zum 33:36. Offensivfehler zu jenen Zeitpunkten waren natürlich bedauerlich. Insgesamt aber haben die Winterthurer das Spiel in der Defensive verloren. Denn mit 33 Treffern lässt sich eine Partie gewinnen, mit 36 Gegentoren jedoch ist eine Niederlage in aller Regel unvermeidbar.

Zweikämpfe verloren

Am Torhüter lags nicht. Matias Schulz überzeugte in der ersten Hälfte mit neun Paraden und reihte nach der Pause sechs weitere an. Mühe hatten die Winterthurer im Abwehrverhalten. Die dänischen Internationalen Nikolaj Öris Nielsen und Nikolaj Markussen sowie in ihrer Mitte der slowenische Spielmacher Sebastian Skube lieferten Angriffe ab, mit denen sich Pfadi in der Schweiz nicht beschäftigen muss. «Diese drei sind Weltklasse», sagte Brüngger, «wir dagegen waren es nicht. Sie schlugen uns in Eins-gegen-eins-Situationen, die wir nicht lösen konnten.» In den Zweikämpfen hatten die Winterthur zu oft das Nachsehen, egal ob sie im 3-2-1- oder im 5-1-System verteidigten. «Auch auf diesem Level muss man Zweikämpfe gewinnen können», ergänzte Brüngger.

Vorne gehörten ein paar technische Fehler zu den unnötigen Ereignissen. Insgesamt jedoch produzierten die Winterthurer reihenweise zwingende Offensivaktionen. Spielmacher Kevin Jud war Antreiber und Skorer, Bräm bestätigte seine Treffsicherheit und Adir Cohen gefiel mit fünf Toren aus sechs Abschlüssen. Aufbauer Peter Schramm besass sehr gute, aber auch fehlerhafte Momente. Vom rechten Rückraum, wo Aleksandar Radovanovic antrat, hätte dagegen mehr Zählbares kommen müssen und am Kreis besass Markus Dangers schon mehr Abschlussglück.

«Froh über den Sieg»

Am Schluss steht vor allem aber auch das im Raum: «Alles in allem machen wir ein gutes Spiel», meinte Brüngger. Die Winterthurer lieferten sich mit den Dänen einen offensiv starken, temporeichen, attraktiven Match. Von der spielerischen Qualität her wars ein Treffen, das deutlich über dem üblichen Schweizer Niveau steht.

«Beide Mannschaften spielten sehr schnell», erklärte Peter Bredsdorff-Larsen, seit 2014 Bjerringbro-Silkeborgs Trainer. «Die Winterthurer haben ein gutes Team. Ich habe viele ihrer Spiele in der Meisterschaft gesehen, sie haben gegen uns nichts Überraschendes gemacht.» Er sei «froh über den Sieg. Drei Tore Unterschied in einem Auswärtsspiel sind viel», erklärte Bredsdorff-Larsen. Ganz zufrieden war er allerdings nicht: «Pfadi hat zu viele Tore gemacht. Das müssen wir im Rückspiel stoppen, wenn wir weiter kommen wollen.»

EHF-Cup, 3. Runde, Hinspiel Pfadi - Bjerringbro-Silkeborg 33:36 (15:16)

Axa-Arena. - 1568 Zuschauer. - SR Vitaku/Vitaku (KOS). - Torfolge: 2:0, 6:3, 8:5, 10:8, 10:12, 12:15, 15:15, 15:16; 15:17, 18:17, 20:20, 20:23, 23:26, 26:26, 29:28, 32:31, 33:32, 33:36. - Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Pfadi, 2-mal 2 gegen Bjerringbro-Silkeborg.

Pfadi: Schulz (1, für 1 Penalty Schelling); Pecoraro (1), Cohen (5/1), Dangers (4), Vernier, Störchli, Heer, Joël Tynowski, Bührer, Radovanovic (2), Jud (7/2), Bräm (5), Freivogel (1), Svajlen (2), Schramm (5). - Bjerringbro-Silkeborg: Rezar (für 1 Penalty Lovschall); Markussen (8), Nikolaj Öris Nielsen (7), Skube (6), Hansen (5), Pedersen (3), Knudsen (2), Nöddesbo (2), Jonsson (1), Kjeldgaard Andersen (1), Lassen, Mads Öris Nielsen, Thomsen.

Bemerkungen: Pfadi ohne Cédrie Tynowski, Ott (beide verletzt) und Quni (überzählig). Joël Tynowski (Comeback auf Zeit für die zwei EHF-Cupspiele und das Cupspiel am Mittwoch). Rückspiel am 24. November in Silkeborg.

Erstellt: 17.11.2019, 18:52 Uhr

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