Handball

Die Offensive hat Fahrt aufgenommen

Mit einem breiteren Kader hat sich Pfadi in zwei Testspielen gegen zwei Mannschaften aus Deutschland gut geschlagen.

Zehn Tore erzielte Aleksandar Radovanovic in Pfadis Testspiel in der Axa-Arena gegen Balingen 2.

Zehn Tore erzielte Aleksandar Radovanovic in Pfadis Testspiel in der Axa-Arena gegen Balingen 2. Bild: Martin Deuring

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41, 30 und 37. Die Zahlen aus den ersten drei Testspielen Pfadis zeigen dies: Die Offensive der Winterthurer hat bereits spürbar Fahrt aufgenommen. Am Mittwoch in der Axa-Arena gegen Balingen-Weilstetten 2, ein Spitzenteam der dritthöchsten Liga Deutschlands, beim letzten Heimspiel vor dem NLA-Start am 1. September leisteten auch die Neuen Pfadis ihren Anteil an der Torausbeute: Mittelmann Patrice Bührer und Kreisläufer Jannic Störchli erzielten je zwei Tore. Adir Cohen, 21-jähriger Aufbauer und Nationalspieler Israels, der erst am Montag hinzugestossen war, brachte es auf drei Treffer. Mann des Spiels war Aleksandar Radovanovic, der neue Rückraum-Linkshänder, der vom HC Kriens-Luzern gekommen war, lieferte zehn Tore aus zwölf Versuchen ab.

Auffallend war, wie Pfadi an qualitativ guter Breite gewonnen hat. Steigern muss sich die Defensive, die von den Balingern einige Male zu leicht ausgespielt wurde. Hinter ihr zeigte Torhüter Simon Schelling eine ausgezeichnete erste Halbzeit. Michal Svajlen ist wieder einsatzfähig; dem Abwehrchef war unlängst eine Metallplatte im Unterarm entfernt worden. Die Armverletzung hatte er sich einst 2015 im ebenso epischen wie siegreichen Cup-Halbfinal gegen die Kadetten Schaffhausen zugezogen.

Am Dienstagabend in Reutlingen hatten die Winterthurer gegen den Bundesligisten TBV Stuttgart ein respektables 30:30 erreicht. Nach einer durchzogenen ersten Halbzeit, in der sie 11:16 in Rückstand geraten waren, steigerten sie sich. Linksaussen Marvin Lier, der Topskorer der vergangenen NLA-Saison, erzielte nach der Pause acht seiner insgesamt zehn Treffer. Die bessere Effizienz im Abschluss und eine Steigerung in der Abwehr führten gar dazu, dass Pfadi kurz vor Schluss durch Radovanovic und Lier zweimal in Führung gehen konnte. Stuttgarts 30:30 fiel gut zwei Minuten vor Spielende. Pfadi hatte nur eine schlechte Phase: Gegen Ende der ersten Halbzeit, als den Stuttgartern ein 8:1-Lauf gelang. Ansonsten sei die Leistung «ganz ok» gewesen, meinte Trainer Adrian Brüngger.

Olympia-Hattrick für Schulz

In beiden Testspielen fehlte Pfadis Torhüter Nummer 1: Matias Schulz bestritt in der Nacht auf Dienstag in Lima den Final der Panamerikanischen Spiele. Dabei setzten sich seine Argentinier 31:27 (15:14) gegen Chile durch und qualifizierten sich, nach London 2012 und Rio de Janeiro 2016, zum dritten Mal in Serie für die Olympischen Spiele.

Im Final brachte es der 37-jährige Schulz auf eine Abwehrquote von 33 Prozent. Im Halbfinal, in dem Argentinien die Aussenseiter aus Mexiko 34:14 deklassierten, parierte er 59 Prozent der Würfe. Chile (mit dem ehemaligen Thuner Spielmacher Emil Feuchtmann) hatte im Halbfinal überraschend Brasilien, den WM-Neunten und härtesten Widersacher der Argentinier, ausgeschaltet.

Schulz hat inzwischen die Heimreise angetreten. Seit der NLA-Meisterschaft, die am 23. Mai mit der Niederlage im Playoff-Final gegen die Kadetten geendet hatte, konnte er nahezu nicht pausieren. Rund zwei Monate waren die Argentinier mit der Vorbereitung auf und mit der Teilnahme an den Panamerikanischen Spielen beschäftigt. Er werde, sagt Brüngger, mit Schulz besprechen, ob und wie lange er in den nächsten Tagen eine Pause einlegen wolle. Pfadis nächstes Testspiel, am Dienstag in Siggenthal gegen das Team Korea, dürfte der Torhüter verpassen.

Pfadi - Balingen 2 37:30 (18:14)

Axa-Arena. – Pfadi: Schelling/Dominic Heer; Quni, Ott (1), Cohen (3), Dangers (5), Lier (2/1), Störchli (2), Lukas Heer (5), Bührer (2), Radovanovic (10/1), Jud (1), Bräm (5), Freivogel, Murri, Svajlen, Schramm (1). – Ohne Schulz (Panamerikanische Spiele), Huber, Vernier, Schönfeldt (alle verletzt), Tynowski und Pecoraro (beide geschont).

TBV Stuttgart - Pfadi 30:30 (16:11)

Reutlingen. – Pfadi: Schelling/Dominic Heer; Quni, Ott (1), Tynowski (5), Cohen (1), Dangers (3), Lier (10/2), Störchli (1), Bührer, Radovanovic (1), Jud (3), Bräm (1), Freivogel (1), Murri, Svajlen, Schramm (3). – Ohne Schulz, Huber, Schönfeldt, Pecoraro, Vernier und Lukas Heer (Prüfungen).

Erstellt: 07.08.2019, 22:33 Uhr

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