Handball

Diesmal gabs keine Frage nach dem Sieger

Mit dem höchsten Saisonsieg, dem 33:17 (19:8) in Uster gegen Gossau, verdrängt Pfadi Winterthur den punktgleichen BSV Bern vom 2. Platz.

Mit fünf Toren in der ersten Halbzeit gegen Gossau bestätigte Marvin Lier seine Position als Topskorer von Pfadi.

Mit fünf Toren in der ersten Halbzeit gegen Gossau bestätigte Marvin Lier seine Position als Topskorer von Pfadi. Bild: Martin Deuring

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Drei der letzten fünf Begegnungen mit Gossau hatten die Winterthurer nur mit einem Tor ­Differenz gewonnen, die übrigen zwei waren zumindest eng verlaufen. Und: Mit einem Zwischentief von zwei NLA-Niederlagen waren sie in dieses Heimspiel gestern Abend in Uster gestiegen. Dort lieferten sie zur besten Schweizer Fussballzeit in zweifacher Hinsicht eine Antwort: Sie fertigten Gossau so ab, wie sie es früher öfters getan hatten, und sie kehrten in der Meisterschaft in die Erfolgsspur zurück.

Sie taten das mit einer absolut überzeugenden ersten Halbzeit. Die 3-2-1-Verteidigung liess, angetrieben von Marcel Hess, so ziemlich nichts zu, im Tor wehrte Matias Schulz ein Dutzend Bälle ab, und vorne war die Quote mit 19 Toren aus 26 Anläufen überdurchschnittlich. 14:4 hiess es nach 22 Minuten und 19:8 in der Pause. Das Spiel war gelaufen.

Zwei Formationen

Die Gossauer, die im Oktober ­Pfadi zu Hause nur wegen Marvin Liers Penalty in der Schluss­sekunde 24:25 unterlegen waren, hatten nicht viel zu bieten. Rückraumschütze Samuel Weingartner sprach nach dem Match von «Standhandball». Es fehlte die Bewegung und bald einmal auch die Überzeugung, gegen dieses Pfadi, das für einmal alle seine Qualitäten aufs Feld brachte, etwas ausrichten zu können.

Gefährlich und unberechenbar war eigentlich nur Lucius Graf, der Winterthurer Spielmacher im Gossau-Dress. Immerhin wehrte sich Fortitudo in der Abwehr bis zum Schluss einigermassen ordentlich. Sonst hätte die Differenz mehr als 16 Tore betragen.

Zugleich vergaben die Winterthurer einen noch deutlicheren Sieg durch Fehlwürfe in der zweiten Halbzeit: Aus 25 Angriffen gabs 14 Tore – nicht schlecht zwar, aber doch unter dem, was eigentlich möglich gewesen wäre. Zwei Faktoren blieben unverändert stark: Nun brachte es Arunas Vaskevicius im Tor auf ein gutes Dutzend Paraden, und die Verteidigung – nach der Pause in der 6-0-Variante – hielt weiterhin dicht.

Die Winterthurer bestrittendie Halbzeiten nicht nur in zwei verschiedenen Abwehrsystemen, sondern auch in unterschied­licher Besetzung. Die erste offen­sive Formation (um Kevin Jud, Roman Sidorowicz, Marvin Lier, Jonas Langerhuus, Joël Bräm und Marcel Hess) trat dabei dynamischer und erfolgreicher auf als die zweite, in der nun meistens Filip Maros, Yannick Ott und Ante Kuduz den Rückraum bildeten. Kuduz lieferte bei seinem Comeback den gewohnten Biss, war jedoch noch nicht restlos im Spiel.

Bereit für den Europacup

Zu den klaren Pluspunkten gehörten die beiden Torhüter, die Abwehr um Hess und Michal Svjalen, die Aussenspieler Bräm, der tags zuvor in der NLB beim Sieg der SG Yellow/Pfadi in Altdorf 15 Tore erzielt hatte, und Lier, dessen Konterserie früh die Weichen auf Sieg stellte, sowie die sechs Tore aus acht Versuchen von Jonas Langerhuus. Der einzige Schnitzer des Dänen war diesmal ein verschossener Penalty in der zweiten Halbzeit. Gleiches widerfuhr Spielmacher Jud, dem Ustermer, der in Halbzeit 1 mit Sidorowicz die Angriffe angekurbelt hatte, in der Schlussphase. Gewohnt effizient trat Kreisläufer Mathias Kasapidis auf. «Wir haben eine klare Antwort auf die Frage gegeben, wie es aussehen würde, wenn Pfadi gegen Gossau ‹richtig› spielen würde», verglich Trainer Adrian Brüngger die Leistung gestern mit den ­zuletzt erzitterten Siegen. «Wir haben überzeugend angefangen und das Ganze alles in allem nicht schlecht durchgezogen. Es war ja auch mal an der Zeit, dass wir das wieder so machen.»

Die Vorstellung gestern an den Uster Games lässt jedenfalls das Gefühl aufkommen, dass Pfadi für die dritte Runde des EHF-Cups gegen Lugi Lund bereit und gerüstet ist. Bevor es an den fol­genden beiden Wochenenden im Europacup gegen den schwedischen Spitzenklub geht, steht ein weiterer Formtest in der Meisterschaft an: an diesem Mittwochals Gast beim TV Endingen, dem Tabellenletzten. (Der Landbote)

Erstellt: 12.11.2017, 22:38 Uhr

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