Playoff-Final

Diesmal wars nicht einmal knapp

Pfadi verliert in Thun das dritte Spiel des Playoff-Finals wegen einer völlig verpatzten ersten Halbzeit 23:32 (6:16) und liegt in der Best-of-5-Serie 1:2 in Rückstand. Am Montag im Deutweg spielen die Winterthurer um ihre erste letzte Chance.

Zu den wenigen Lichtblicken Pfadis gehörten die drei Tore von Fabrizio Pecoroaro. Aber auch er blieb nicht ohne Fehlwurf.

Zu den wenigen Lichtblicken Pfadis gehörten die drei Tore von Fabrizio Pecoroaro. Aber auch er blieb nicht ohne Fehlwurf. Bild: Martin Deuring

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2000 standen am Schluss in der Thuner Lachenhalle. Überfüllt war sie und laut – wie es sich für einen Anlass wie diesen ziemt. Das Publikum mit Wacker-Herz feierte seine Helden und diese liessen sich feiern. Entschieden ist noch nichts, zum zweiten Meistertitel nach 2013 fehlt Wacker Thun ein Sieg. Aber der Auftritt gestern war doch ein Zeichen der Stärke des Siegers der diesjährigen Finalrunde und ein Anflug der Schwäche des aktuellen Cupsiegers.

«Wacker spielte top, wir spielten unterirdisch», fasste Pfadi-Trainer Adrian Brüngger das Geschehen kurz und bündig zusammen. «So entstehen halt so viele Tore Differenz. Das Resultat geht in dieser Höhe in Ordnung. Wir standen teils komplett neben den Schuhen. Wacker war präsenter und wacher», fuhr Brüngger fort. «Bei einer solchen Leistung von uns ist klar, dass es nichts zu holen gibt.»

Sechs Tore aus 28 Angriffen

Fünf umstrittene Spiele hatte sich Pfadi mit den Kadetten Schaffhausen im Playoff-Halbfinal geliefert. Anschliessend gingen die ersten zwei Finals nur mit je einem Tor Differenz aus, zuerst gewann Pfadi in Thun, dann ­Wacker in Winterthur. Das Spiel gestern war nicht einmal ansatzweise knapp.

Das lag an Wacker. Vor allem aber an Pfadi. Sechs Tore aus 28 Angriffen war die miserable Winterthurer Ausbeute der ersten Halbzeit. «Eine solche Quote reicht nicht weit», meinte Brüngger. Wie schon am Dienstag in Spiel 2 wurden klarste Chancen vertan, auffallend häufig flog der Ball erneut neben das Tor. «Wir haben alles von sechs Metern Torabstand verworfen, alles», ärgerte sich Brüngger, der Trainer. Und wie in den zwei Spielen zuvor brachten die Winterthurer zwei Penaltys nicht an Joker-Goalie Flavio Wick vorbei.

Brüngger denkt nicht, dass die intensiven sieben Spiele zuvor entscheidend Substanz gekostet haben. «In einem Playoff-Final ist man nicht müde.» Doch eines war gestern unübersehbar: Die Winterthurer kamen nicht auf Touren, ihnen fehlte der letzte Biss, die Konsequenz.

Erst in der 10. Minute fiel der erste Treffer (zum 5:1), beim 11:4 in Minute 23 nahm Pfadi das zweite Time-out. Besserung brachte es nicht. Zur Pause war die Sache mit dem 6:16 bereits gelaufen. Kevin Jud drehte in der zweiten Halbzeit auf, erzielte sieben Tore und war dadurch Pfadis bester Spieler neben Torhüter Matias Schulz. Mehr als auf sieben Treffer kamen die Winterthurer nicht mehr heran.

Vorbereiten auf Spiel 4

In der zweiten Halbzeit blieben die Rückraumstützen Roman Sidorowicz und Jonas Langerhuus (ausser für ein paar Minuten) auf der Bank. «Nach der Pause waren wir schon in Spiel 4», erklärte Brüngger. «Es ging nur noch darum, die Belastung zu verteilen.» Denn realistisch war nach dem 6:16 ohnehin nichts mehr zu holen gewesen. Schon gar nicht an diesem Abend, an dem sich die Verhältnisse früh deutlich und spürbar abgezeichnet hatten.

Die Winterthurer taten sich erneut schwer mit der offensiven Thuner Verteidigung. Doch das war nicht der Grund für die frühe Entscheidung: Die Fehlwürfe richteten den grössten Schaden an. Pfadis Abwehr kam nicht an die Intensität der letzten zwei Spiele heran, zwischendurch schien sie gar zu resignieren.

Wacker hatte «mehr Energie»

Die Thuner steigerten sich früh in ihren Flow, der vom Publikum ausschweifend vervielfacht wird. Sie spielten vorne effizienter und hinten aggressiver als der Gegner. «Es hat einiges gepasst heute. Wir hatten mehr Energie als Pfadi», sagte Captain Roman Caspar.

«Etwas entspanner als auch schon» sei das Treffen mit Pfadi diesmal verlaufen, meinte Trainer Martin Rubin. Er und Caspar hoben den Faktor Publikum hervor. «Ich würde diese Stimmung ja gerne immer wieder geniessen», meinte der Thuner Captain. «Aber ich hoffe doch, dass das hier mein letztes Heimspiel war ...» Ende Final tritt er zurück.

Erst im sechsten Saisonmatch der beiden aktuell besten Mannschaften der Schweiz setzte sich nun das Heimteam durch. Wacker kann den Titel am Pfingstmontag in der Deutweg-Eishalle holen. Oder aber Pfadi rappelt sich von diesem schweren Dämpfer wieder auf und gleicht zum 2:2 aus. Dann würde ein fünftes Spiel am Donnerstag in Thun entscheiden.

Antwort muss folgen

Abschreiben sollte man die Winterthurer trotz dieses derben 23:32 noch nicht. Das nehmen sich auch die Thuner vor: «Pfadi wird am Montag noch einmal ­alles dagegensetzen», meinte Martin Rubin. Eine Antwort auf gestern erwartet auch Brüngger: «Wir wollen uns für diese schlechte Leistung rehabilitieren und dann sehen wir weiter. Eine Playoff-Serie ist erst fertig, wenn sie fertig ist.» (Der Landbote)

Erstellt: 19.05.2018, 11:52 Uhr

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