Handball

Ein Kunstschuss krönt das Spektakel

Mit 26 Toren in der zweiten Halbzeit demütigt Pfadi den RTV Basel. Der 41:21-Heimsieg bringt den Winterthurern vorläufig die Tabellenführung ein.

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Es gab Momente, da hätte man für den RTV Basel Mitleid empfinden können. Derart übel wurde der NLA-Aufsteiger in der zweiten Halbzeit von Pfadi auseinandergenommen. 26 Treffer erzielten die Winterthurer von der Pause bis zum Schluss, nur sieben Angriffe landeten nicht im Tor. Sie reihten Konter um Konter an und überforderten den Gast mit ihrem Tempo hoffnungslos.

Und wie schon in den letzten Spielen tat Pfadi auch etwas für sein Publikum. Der absolute Höhepunkt war das 41:21 von Filip Maros: Da erobert er sich in der Abwehr den Ball, läuft aufs Tor, springt mit einer halben Drehung am Kreis ab, täuscht einen Schuss zwischen den Beinen hindurch an und wirft den Ball rückwärts ins Tors. Ein Spektakel und beste Unterhaltung, wie es die zweite Hälfte ohnehin schon war. Trainiert habe er diesen Wurf noch nie, lächelte Maros. «Aber auf Youtube gesehen...» Mag sein, dass sein Kunstwerk jetzt ebenfalls dort auftaucht.

Mittlerweile hat Pfadi Winterthur das «Tor des Jahres» schon auf Facebook gepostet.

Maros sorgte auch fürs 40. Tor, was ihm eine Getränkerunde an die Teamkollegen kostete. Andere, die sich hervortaten: Spielmacher Kevin Jud mit neun Toren bei elf Versuchen und einigen brillanten Zuspielen, Rechtsaussen Cédrie Tynowski mit viel Zug und sechs Toren aus sieben Würfen, Kreisläufer Markus Dangers mit lupenreinen fünf Toren und zwei herausgeholten Penaltys, Lukas Heer, der als Spitze der 5-1-Abwehr viele Ballverluste provozierte, Peter Schramm als zentraler Verteidiger, Passgeber und schnörkelloser Schütze sowie Torhüter Simon Schelling, dessen gehaltener Penalty in der 32. Minute die erste seiner neun Paraden der zweite Hälfte war. Das einzig Negative des Abends: Yannick Ott verletzte sich in der ersten Halbzeit bei einer Abwehraktion an der Schulter.

Zunächst hatten die Winterthurer nicht richtig ins Spiel gefunden. Erst nach dem 4:4 und einem Timeout besserte sich ihre Effizienz im Angriff deutlich. Zur Pause führten sie 15:12, aber entschieden schien noch nichts zu sein. Doch dann gings ziemlich schnell, in der 40. Minute hiess es bereits 24:14.

Nahe am Rekord

Trainer Adrian Brüngger sprach von einer «makellosen zweiten Halbzeit» und lobte die Gegenstösse. Nach der Pause erzielte Pfadi 14 Kontertore sowie vier Treffer aus schnellen Anspielen. «Ein gutes Zeichen, dass die Jungs das alles durchgezogen haben», lobte Brüngger. Irgendwann waren die Basler so weit, dass sie das Geschehen mutlos über sich ergehen liessen. «Sie sind komplett auseinander gefallen», beschrieb Brüngger.

Der RTV ist – allerdings nur in Winterthur – ohnehin einer der Lieblingsgegner Pfadis. Vor fast genau drei Jahren hatte man ihn bereits mal 40:21 auseinander genommen. Den Klubrekord, der an diesem Abend wohl keinem bewusst war, verpassten die Winterthurer um einen Treffer. Schon fünf Mal hatten sie in einem NLA-Match 42 Tore erzielt: 2003 gegen Zofingen (42:21) und den RTV Basel (42:23), 2007 in Genf (42:17), 2013 in Stäfa (42:29) sowie gegen Altdorf (42:19).

Um Platz 1 und Cupfinal

«Wir haben zwei Punkte geholt, etwas fürs Torverhältnis getan und dem Publikum Spektakel geboten», freute sich Brüngger. Dieser RTV-Match bot Gelegenheit zur Kür. In den nächsten drei Spielen wirds wieder deutlich ernster. Am Mittwoch tritt Pfadi beim HC Kriens-Luzern an. Am Sonntag folgt die letzte Runde der NLA-Qualifikation in Schaffhausen, wo es wohl um Platz 1 vor Beginn der Finalrunde geht. Und am Donnerstag, 20. Dezember, tauchen die Kadetten zum Jahresabschluss in der Axa-Arena auf. Der erstrebenswerte Lohn aus diesem Halbfinal ist der Cupfinal am 17. März in der neuen Arena in Gümligen.

Pfadi - RTV Basel 41:21 (15:12)

Axa-Arena. - 734 Zuschauer. - SR Buache/Meyer. - Torfolge: 0:1, 2:1, 2:3, 4:3, 5:5, 8:7, 11:7, 15:11, 15:12; 17:12, 19:14, 24:14, 33:18, 36:21, 41:21. - Strafen: 5x2 gegen Pfadi, 5x2 plus Platzverweis Krause (39./Foul im Konter an Heer) gegen RTV Basel.

Pfadi: Schulz (32. Schelling/1 Tor); Quni (1), Ott, Maros (4), Tynowski (6), Pecoraro (2), Dangers (5), Lier (5/1), Heer (2), Jud (9/1), Bräm (1), Schramm (5). - RTV Basel: Pazemeckas (21. Dennis Wipf, 52. Pfister); Hylken (2), Langhein (1), Berger (5), Stamenov (2), Ebi (1), Jurjevic (4), Kozina (1), Jurca (4/2), Attenhofer, Meier, Krause (1).

Bemerkungen: Pfadi ohne Freivogel, Vernier und Svajlen, RTV Basel ohne Christian Wipf, Ahmetasevic und Martinez (alle verletzt). 24. Dennis Wipf hält einen Penalty von Jud, der im Nachschuss trifft. 32. Schelling hält Penalty von Jurca.

(Der Landbote)

Erstellt: 09.12.2018, 09:27 Uhr

Infobox

Der grosse Pfadi-Tag

Fünf Spiele Pfadis standen am Samstag in der Axa-Arena auf dem Programm. Fünf Mal gewannen die Winterthurer, zuerst in der Junioren-Elite-Klasse die U-15, U-17 und U-19 jeweils gegen die SG Pilatus, dann das NLA-Team gegen den RTV Basel und zum Schluss auch noch die NLB-Mannschaft (mit 14 Toren von Henrik Schönfeldt) gegen Altdorf. Zudem siegten die U-13-Espoirs in Zürich. Die schöne Tabellenbilanz nach diesem Samstag: Die Pfadi-Teams der NLA, U-15-, U17- und U19 belegen den 1. Platz, die U-13 ist punktgleich mit dem Leader und die NLB-Spieler schafften definitiv den Anschluss ans hintere Mittelfeld. hos/red

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