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Eine erneut gute Ausgangslage

Das 29:29 in Lund lässt für Pfadi alle Möglichkeiten offen, um zum dritten Mal in die Gruppenphase des EHF-Cups vorzustossen.

Mitverantwortlich für die Wende im Europacupspiel gegen Lugi Lund war Yannick Ott.
Mitverantwortlich für die Wende im Europacupspiel gegen Lugi Lund war Yannick Ott.
Martin Deuring

Nicht immer hatte es gestern in Schweden im Hinspiel der 3. EHF-Cup-Runde schön für die Winterthurer ausgesehen. Kurz vor der Pause liessen sie sich distanzieren. Fehler führten zu Gegenstössen, weshalb aus dem 13:12 ein 17:13 wurde. Bis Mitte der zweiten Hälfte geriet Pfadi gar mit sechs Toren ins Hintertreffen. Ein Time-out leitete dann die Wende zum Guten ein.

Die Winterthurer holten Tor um Tor auf. Pascal Vernier glich erstmals wieder aus (zum 27:27), Yannick Ott erzielte das 28:28 und praktisch in der Schlusssekunde landete der Rückraumwurf von Ante Kuduz zum umjubelten 29:29 im Netz.

«Nicht schlecht zufrieden mit dem Resultat» sei er, sagte Trainer Adrian Brüngger. «Vor allem, wenn man sieht, wie das Spiel gelaufen ist. Wir lagen immer hinten. Es war die erwartet schwere Partie.» Und er lobte die Schweden: «Die sind wirklich gut.»

Nicht zufrieden konnte der Trainer mit der Anzahl technischer Fehler seiner Mannschaft sein. «In der Vorwärtsbewegung haben wir elf Bälle verloren»,bemängelte Brüngger. Dadurch kam Lugi Lund, aktuell Vierter der schwedischen Meisterschaft, zu einigen einfachen Toren. Ordentlich war dagegen Pfadis Wurfquote.

Die letzte Viertelstunde des Spiels, das auf einem guten Niveau ausgetragen wurde, ging mit plus sechs Toren an die Winterthurer. Ein Grund für den Aufschwung war die Einwechslung des jungen Pfungemers Yannick Ott, der seine Rolle als Spielmacher bestens ausübte, der, wie Brüngger sagte, «viele gute Entscheidungen traf» sowie zusätzlich drei Tore selbst erzielte und zwei Penaltys herausholte.

Ausserdem leistete sich Pfadi nun – anders als zuvor – keine technischen Fehler mehr. Torhüter Arunas Vaskevicius gelangen in der Schlussphase wichtige Paraden. Und die Schweden bekamen zusehends Mühe, im «normalen» Angriffsspiel gegen Pfadi zum Erfolg zu kommen. Der wieder genesene Roman Sidorowicz erzielte sieben Tore. Linksaussen Marvin Lier, makelloser Penaltyschütze, brachte es auf acht Treffer. Dies alles führte dazu, dass die Winterthurer heute Montag mit einem Unentschieden im Gepäck den Heimflug antreten können.

Die Treffen mit Schweden

Begegnungen mit schwedischen Mannschaften sind in der langen Europacup-Geschichte von Pfadi mitunter seltsam verlaufen. Beziehungsweise: Ausgezeichnete Hinspielresultate zu Hause waren nicht immer Gewähr fürs Weiterkommen. In drei Fällen hatte Pfadi im Rückspiel schwer zu zittern– zweimal gings gut, einmal daneben. 1995 und 1996 gewannen die Winterthurer in der Champions-League-Qualifikation in der Eulachhalle gegen Redbergslid Göteborg 24:16 und 24:17. Einmal kamen sie gerade noch dank der höheren Auswärtstore weiter, einmal gelang dies mit lediglich einem Treffer Reserve. Bitter war das Aus im EHF-Cup vor sechs Jahren: Pfadi hatte sich in Frauenfeld scheinbar vorentscheidend 35:27 gegen Eskilstuna Guif durchgesetzt – um das Rückspiel in Schweden 17:26 zu verlieren . . .

«Nicht in Sicherheit wiegen»

Diesmal ist die Ausgangslage erneut gut. Mit dem Unterschied, dass sie zum ersten Mal in Schweden erreicht worden ist. Alte Ereignisse sind vergangen und spielen im aktuellen Kontext natürlich keine Rolle mehr. Andererseits gilts festzuhalten: Ein 29:29 auswärts kann fürs Rückspiel ein ebenso trügerisches Resultat sein wie ein 35:27-Heimsieg. Für den Sprung in die Gruppenphase des EHF-Cups – es wäre die dritte Teilnahme innerhalb von vier Jahren – brauchts am kommenden Sonntagnachmittag in Oberseen einen Sieg oder ein Unentschieden unter 29 Gegentoren.

Den ersten schönen Schritt hat Pfadi gestern mit einer bemerkenswerten Willensleistung und Steigerung geschafft. Der zweite steht noch bevor. Dessen sind sich die Winterthurer bewusst. «Ein Unentschieden auswärts ist als Resultat okay», meinte Brüngger. «Die Ausgangslage ist vernünftig. Aber man soll sich nicht in Sicherheit wiegen.»

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