Eine fette Reserve genügt für den Halbfinal

Im Cup-Viertelfinal bei NLB-Leader TV Endingen zog Pfadi in der ersten Halbzeit auf 22:12 davon und brachte den Vorsprung zum 35:29-Sieg einigermassen über die Zeit.

Vor allem in der ersten Halbzeit kamen die Winterthurer (hier Yannick Ott) gegen Endingen oft und erfolgreich zum Abschluss.

Vor allem in der ersten Halbzeit kamen die Winterthurer (hier Yannick Ott) gegen Endingen oft und erfolgreich zum Abschluss. Bild: Alex Wagner

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Spiel 1 nach dem Verlust zweier Nationalspieler, Pascal Vernier und Roman Sidorowicz, ist den Winterthurer NLA-Handballern geglückt. Der Titelverteidiger bleibt im Schweizer Cup im Rennen, weil er offensiv eine beeindruckende erste Hälfte abgeliefert hat. Zahlen beschreiben das Geschehen so: Für die 16:6-Führung in Minute 19 brauchte Pfadi nur 17 Angriffe und versenkte sämtliche acht Konter. Drei Ballverluste trübten die Halbzeitbilanz noch leicht, trotzdem fällt sie mit 22 Toren aus 27 Anläufen weit überdurchschnittlich aus. Als «sehr gut» wertete Pfadi-Trainer Adrian Brüngger die Leistung seiner Leute in der ersten Hälfte, die ihnen eine entscheidend fette Reserve verschafft hatte.

Gefahr schien bis dahin nur von innen zu drohen – sprich von einem Nachlassen der Konzentration, wie die Szenen vor der Pause angedeutet hatten. Halbzeit 2 fiel in der Tat nicht ähnlich gut aus. Bis zum 27:22 in der 44. Minute hatte Endingen den Rückstand halbiert, zumal die Winterthurer bis dahin nur noch die Hälfte ihrer Angriffe im Tor untergebracht hatten. «Wir sind etwas abgetaucht», sagte Brüngger.

Der Leader der Nationalliga B, der in der laufenden Saison bis gestern noch kein Wettbewerbsspiel verloren hatte, bäumte sich auf, verteidigte etwas hartnäckiger und schloss effizienter ab. Nur noch 30:26 stand es in der 53. Minute, der Aussenseiter witterte wieder seine Chance. «Im Handball kann es plötzlich wieder eng werden», stellte Brüngger nachträglich fest. Doch zwei Tore von Filip Maros und Markus Dangers zum 32:26 entschärften die Lage dann auf ziemlich trockene Art. Letztlich verliess Pfadi seine Spur nicht entscheidend.

Schramms Platzverweis

Nach der Pause liess vorne die Produktivität etwas nach, wobei sie insgesamt immer noch passabel ausfiel. Hinten sahen sich die Winterthurer mit unverhofften Problemen konfrontiert. Denn in der 31. Minute wurde Abwehrchef Peter Schramm, der in der 5-1-Formation zentral verteidigte, vom Platz geschickt. Weshalb, bleibt rätselhaft. Der Kontakt mit Joel Huesmann lässt sich jedenfalls nicht als (übles) Foul werten. So also und angesichts der bekannten Verletzungsabsenzen in der Defensive musste Luigi Quni Schramms Rolle übernehmen. Die Winterthurer wehrten sich eifrig, doch eben halt nicht gleich zwingend, wie es wünschenswert wäre. «In dieser Formation haben wir selbst im Training noch nie verteidigt», bemerkte Brüngger.

Im Angriff tauchte, weil Schramm auch dort fehlte, gegen Spielschluss hin Fabrizio Pecoraro, der Linksaussen, im Rückraum auf. Immerhin kennt er das aus Juniorenzeiten.

Trotz Endingens Aufbäumen brachte Pfadi die nicht leichte Aufgabe sicher zu einem erfolgreichen Ende. Die Treffsicherheit aller Schützen imponierte in der ersten Hälfte. Über 60 Minuten taten sich zwei Offensivkräfte hervor: Linksaussen Marvin Lier, der Topskorer der Nationalliga A, erzielte gegen seinen Stammklub neun Tore aus zehn Versuchen und Kreisläufer Markus Dangers blieb mit fünf Treffern und drei herausgeholten Penaltys makellos.

Die 5-1-Abwehr, mit einem für den Gegner erneut unangenehmen vorderen Verteidiger namens Lukas Heer, leistete in der ersten Halbzeit gute Gegenwehr. «In der zweiten Halbzeit liess die Intensität etwas nach», meinte Brüngger zum Abwehrverhalten.

Aber alles in allem: Job gut erfüllt. Der verdiente Lohn ist der Cup-Halbfinal, der heute ausgelost und zwischen dem 19. und 21. Dezember ausgetragen wird.

Cup-Viertelfinal: Endingen - Pfadi 29:35 (12:22)

Siggenthal. – 900 Zuschauer. - SR Castineiras/Zwahlen. – Torfolge: 0:2, 2:2, 2:4, 4:4, 3:7, 4:7, 4:14, 8:20, 12:22; 15:23, 22:27, 26:30, 26:312, 28:33, 28:35. – Strafen: 2×2 gegen Endingen, 2×2 plus Platzverweis Schramm (31.) gegen Pfadi.

Endingen: Nungovitch/Grana; Lukas Riechsteiner, Baumann (1), Sudzum (6), Christian Riechsteiner (1), Mauron (3), Pejkovic (1), Ladan (3), Wittlin (1), Kündig (1), Sarac (3/3), Huesmann (9), Hehl. – Pfadi: Schulz (22. bis 39. Schelling); Quni, Ott (3), Maros (5), Tynowski (4), Pecoraro (1), Dangers (5), Lier (9/2), Heer, Jud (5), Bräm (1), Schramm (2).

Bemerkungen: Pfadi ohne Vernier, Svajlen und Freivogel (alle verletzt). 52. Lier schiesst Penalty an den Pfosten. 59. Nungovitch hält Penalty von Jud, der im Nachschuss trifft. (Der Landbote)

Erstellt: 06.12.2018, 00:26 Uhr

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