Handball

Vollends geglückter Ausflug in den Kosovo

Zweimal musste Pfadi in der ersten Runde des EHF-Cups in Peja gegen Kosovos Serienmeister Besa Famgas antreten, zweimal gelang ein Auswärtssieg.

Zwölf Tore erzielte Pfadis Linksaussen Marvin Lier allein im Europacup-Hinspiel in Peja.

Zwölf Tore erzielte Pfadis Linksaussen Marvin Lier allein im Europacup-Hinspiel in Peja. Bild: Martin Deuring

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Am Ende ist alles aufgegangen. Pfadi hat mit diesem Europacup-Doppeleinsatz im Kosovo seine Finanzen geschont und der Nachteil, zweimal auswärts antreten zu müssen, war dann doch keiner. Denn die Winterthurer spielten gut genug, um sich den 17-fachen Meister des Landes zweimal vom Leib zu halten. Auch sonst wars ein angenehmer Vier-Tages-Ausflug in den Balkan. «Wir sind sehr gut empfangen worden», betonte Trainer Adrian Brüngger.

Die Weichen zum Vorstoss in die zweite Runde stellte seine Mannschaft im Match am Samstag, den sie 33:24 (18:12) gewann. Pfadi-Kreisläufer Luigj Quni, dessen Vater aus der Nähe von Peja stammt und der auf einige Teamkollegen aus Kosovoas Nationalteam traf, glückte das erste Tor. Aus einem 5:6 machten die Winterthurer ein 8:6, und von da an hatten sie das Spiel eigentlich in der Hand.

Nach Marvin Liers 19:12 zu Beginn der zweiten Halbzeit zogen sie eine Baisse ein. Besa Famgas kam bis auf 19:16 heran, kurz darauf stand es 20:17. Wie schon zu Spielbeginn aber reagierte Pfadi und erhöhte auf 23:17. Entschieden war damit noch nichts, denn der 39-jährige Aufbauer Nikola Prce, der im Europacup seit 1998 zum vierten Mal ein Gegner Pfadis war, verkürzte mit seinem elften (und letzten) Treffer auf 25:23, ehe wieder Quni und Lier die passenden Antworten zum 28:23 fanden. Beim Gegner, der sich mit einem zusätzlichen Feldspieler versuchte, ging nichts mehr und Pfadi zog auf 32:23 davon. Drei der Treffer der Schlussphase landeten im leeren Tor.

Letztlich hatte Lier zwölf Tore aus 14 Würfen auf seinem Konto. Aus einer guten Defensive (inklusive Torhüter) heraus konnten die Winterthurer einige Gegenstösse laufen, neun davon endeten mit Torerfolgen. «Wir haben in allen Bereichen gut gespielt», durfte Brüngger zufrieden sein. Gegen die 3-2-1-Abwehr fand Besa Famgas kein Mittel.

Formsache mit 34:30-Sieg

Tags darauf machten die Winterthurer das Rückspiel schnell einmal zur Formsache. «Wir haben sehr fokussiert begonnen», betonte Brüngger. Lier, an seinem 27. Geburtstag, buchte zweimal zur 3:0-Führung. Sein Total aus beiden Spielen lag letztlich bei 16 Toren. Ungefährdet war der zweite Sieg dann doch nicht. Nach einer soliden ersten Hälfte liessen die Winterthurer etwas nach, verteilten die Einsatzzeiten und versuchten sich im 5-1-Abwehrsystem. Besa Famgas verkürzte auf 27:26 und blieb beim 30:29 nahe dran. «Schlecht waren sie wirklich nicht», lobte Brüngger die Gegner.

Die Schlussphase gehörte aber erneut den Gästen. «Wichtig war, dass wir auch dieses Spiel gewinnen konnten», bemerkte Brüngger. Quni wäre nach dem allerersten mit dem 33:30 beinahe auch das letzte Tor der zwei Begegnungen geglückt. Brüngger hatte den Kreisläufer bei dessen «Heimspiel» vor vielen Verwandten forciert. «Er war sehr motiviert. Und er hat zweimal wirklich gut gespielt», sagte der Trainer über Quni.

Das abschliessende Tor des Ausflugs skorte Adir Cohen, der seine ersten Europacupeinsätze für Pfadi bestritt, vier Sekunden vor Schluss mit dem 34:30. In der letzten Viertelstunde kam Torhüter Dominik Heer, der jüngere Bruder von Aufbauer Lukas Heer, zu seinem Europacupdebüt, der 19-Jährige krönte es mit fünf Paraden.

Im Oktober gegen Bitola

Damit hat sich Pfadi ein weiteres Europacuptreffen mit einem Team aus dem Balkan verdient: An den ersten beiden Oktober-Wochenenden wartet in der 2. Runde des EHF-Cups Pelister Bitola, gut vier Autostunden südlich von Peja in Nordmazedonien gelegen. Bitolas letzter Titelgewinn (2005) liegt fast so weit zurück wie jener von Pfadi (2004). Beide Vereine dominierten ihre Meisterschaften in den Neunziger Jahren, beide verloren einen Final des Challenge Cups: Pfadi 2001 und Bitola 2002.

Sollten die Winterthurer auch diese Hürde überstehen, könnten sie in der 3. Runde auf einen Grossen im europäischen Clubhandball treffen. Je zwei Mannschaften aus Spanien und Dänemark, drei französische Teams sowie vier Bundesligisten – darunter MT Melsungen mit Roman Sidorowicz und die Rhein Neckar Löwen mit Andy Schmid - sind für diese letzte Runde vor Beginn der Gruppenphase gesetzt.

EHF-Cup, 1. Runde, Hinspiel

KH Besa Famgas – Pfadi 24:33 (12:18)

Sport Hall Karagaci, Peja (KOS). – 500 Zuschauer. – SR: Mikelic/Paradina (CRO). – Strafen: je 4x2. – Pfadi: Schulz, Schelling; Quni (4), Ott (2), Pecoraro, Cohen, Dangers, Lier (12/2), Lukas Heer (1), Radovanovic (5), Jud (2/2), Bräm (5), Freivogel (1), Svajlen, Schramm (1). – Bemerkungen: Pfadi ohne Huber, Tynowski, Vernier (alle verletzt), Schönfeldt, Murri, Bührer, Störchli (alle überzählig). Besa Famgas verschiesst drei Penaltys.

EHF-Cup, 1. Runde, Rückspiel

Pfadi – KH Besa Famgas 34:30 (17:11)

Sport Hall Karagaci, Peja (KOS). – 400 Zuschauer. – SR: Mikelic/Paradina (CRO). – Strafen: 4x2 gegen Pfadi, 2x2 gegen Besa Famgas. – Pfadi: Schelling/Dominik Heer; Cohen (6), Lukas Heer (4), Lier (4), Quni (3), Radovanovic (3), Schramm (3), Bräm (2), Dangers (2), Freivogel (2), Jud (2), Pecoraro (2), Ott (1), Svajlen.

Erstellt: 07.09.2019, 20:02 Uhr

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