Handball

Innert Kürze hat sich einiges verändert

Wie zu befürchten war, hat Pascal Vernier im letzten Pfadi-Match einen Kreuzbandriss erlitten. Er wird am Mittwoch operiert.

Der schmerzhafte Abgang von Pascal Vernier am Samstag im Heimspiel gegen St. Otmar.

Der schmerzhafte Abgang von Pascal Vernier am Samstag im Heimspiel gegen St. Otmar. Bild: Martin Deuring

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Der vergangene Samstag hatte es in sich. Roman Sidorowicz gab seinen sofortigen Wechsel zum Bundesligisten MT Melsungen bekannt und Pascal Vernier verletzte sich in der 9. Minute des Heimspiels gegen St. Otmar am Knie. Schwer, wie schon in den ersten Momenten vermutet werden musste. Der Kreuzbandriss im linken Knie lässt in dieser Saison keinen Einsatz des Rückraum-Linkshänders mehr zu.

Der knapp 23-Jährige aus Stäfa bleibt in seiner immer noch jungen Karriere von unvergleichlichem Pech verfolgt. 18 Monate musste er wegen einer Gehirnerschütterung pausieren. Seit dem Comeback vor drei Jahren fiel er wegen Verletzungen am Meniskus, an der Hand oder – wie zuletzt im Herbst – im Knöchel immer wieder aus.

Weniger Qualität

«Innert Kürze haben wir zwei unserer dominantesten Spieler verloren», bedauert Trainer Adrian Brüngger. «Das können wir nicht kompensieren.» Nicht allein Vernier und Sidorowicz werden fehlen, sondern auch die Abwehrspezialisten Michal Svajlen und Stefan Freivogel fallen bekanntlich länger verletzt aus.

Das Team habe die aktuelle Personallage «sportlich aufgenommen», wie Brüngger erklärt. «Wir wollen aus jedem Tag und jedem Spiel das Beste herausholen», betont er und ergänzt kämpferisch: «Wir werden weiterhin hundert Prozent geben. Nur sind diese hundert Prozent nicht mehr der gleiche Wert wie vorher.» Will heissen: «Wir haben nicht mehr die gleiche Qualität.» Das ist kein Understatement, sondern eine Tatsache. Pfadi sei im Rennen um nationale Titel «klar in eine Aussenseiterrolle gerutscht. Irgendwann muss man halt sagen, dass wir nicht einfach so weiter liefern können. Etwas Anderes wäre auch dem Team gegenüber nicht fair», weist Brüngger auf die Folgen des konstant kleiner gewordenen Budgets und des Personalmangels hin.

Dass man im Angriff ohne Sidorowicz und Vernier, zwei Nationalspieler im linken und im rechten Rückraum, auskommen müsse, sei das Eine, sagt Brüngger. Das Andere: «Das grösste Problem ist die Verteidigung.» Diese bewegte sich in der laufenden Saison ohnehin schon nicht auf dem Niveau der Vorjahre. Mit Svajlen, Freivogel, Sidorowicz, Vernier und dem im Sommer zurückgetretenen Marcel Hess sind inzwischen gleich fünf Spieler nicht mehr dabei, die sich Pfadis Abwehrsystem verinnerlicht hatten. «Das verändert viel. Es wird einige Zeit brauchen, bis wir wieder konkurrenzfähig sind», sagt Brüngger.

Er und Teammanager Goran Cvetkovic halten Ausschau nach einer Verstärkung und würden Rücksprache mit der Klubführung nehmen. Allerdings: Erstens ist Pfadi weiterhin sehr knapp bei Kasse und zweitens gibt der Markt nicht viel Passendes her. Das Profil des Wunschspielers umbeschreibt Brüngger so: «Am liebsten hätte ich einen Linkshänder, der Abwehr spielen kann und nichts kostet...» Realistisch gesehen, kämen zwei (Linkshänder-)Varianten in Frage: «Einer, der sofort Leistungbringen kann, oder ein Junger, der sich noch entwickeln will.» Klar sei: «Wir holen nicht irgendjemanden, der am Ende dann gar nicht zu uns passt.»

Im Sommer stösst der 24-jährige Aufbau-Linkshänder Aleksandar Radovanovic vom HC Kriens-Luzern zu Pfadi. Ihn bereits in der laufenden Saison zu holen, wäre gewiss wünschenswert. Aber ob der HCK darauf einsteigt, bleibt natürlich sehr fraglich.

Erster Test im Cup

Der erste Test des «neuen» Teams erfolgt am Mittwoch im Cup-Viertelfinal beim TV Endingen. Nach dem Abstieg aus der Nationalliga A haben die Aargauer noch keinen Ernstkampf verloren. «Sie sind besser als letztes Jahr», warnt Brüngger. Der NLB-Leader ist keine leichte Hürde, obschon Pfadi ihn in der Saisonvorbereitung 30:19 bezwungen hatte. «Wir hatten da unsere Probleme.»

Noch vier Spiele sind 2018 angesetzt. Falls Pfadi beim TV Endingen gewinnt, kommt vor Weihnachten ein fünftes dazu, der Cup-Halbfinal. Dann bleibt bis zur Finalrunde im Februar Zeit, sich wieder zu sortieren. (Der Landbote)

Erstellt: 04.12.2018, 17:26 Uhr

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