Handball

Konterserie sorgt für die Wende

Pfadi korrigiert einen Fehlstart und setzt sich in der Eulachhalle gegen den erwartet guten BSV Bern doch noch souverän 27:23 durch.

Für viel Zug aufs Tor sorgte Pascal Vernier gegen den BSV Bern.

Für viel Zug aufs Tor sorgte Pascal Vernier gegen den BSV Bern. Bild: Martin Deuring

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Zunächst wars mehr als das zu erwartetende anspruchsvolle Spiel. Denn Pfadi leistete sich durch Ballverluste beziehungsweise schlechte Würfe einen Fehlstart, der in einen 0:4-Rückstand mündete. Es bahnte sich also nicht nur ein schweres Spiel an, sondern auch eines, in dem die Winterthurer konkret Gefahr liefen, Punkte liegen zu lassen.

Mit einem jetzt solideren Auftritt setzten sie zwar zur Korrektur an und gingen durch Pascal Verniers Kontertor zum 9:8 in der 22. Minute auch zum ersten Mal in Führung. Doch eine entscheidende Wende zum Guten schafften sie (noch) nicht. Zumal eine längere Phase in doppelter Überzahl nicht die nötige Ausbeute einbrachte, lag man bis zur Pause wieder hinten (11:12).

Vom 15:17 zum 21:17

In ähnlichem Stil ging es weiter. Beide Mannschaften lieferten sich eine Begegnung auf gehobenerem NLA-Niveau, keiner unterliefen entscheidende Fehler, keine setzte sich ab. Bei Minute 42 führten die Gäste noch immer (15:17). Dann jedoch liessen sie sich das Spiel aus der Hand nehmen. Zwei missglückte Pässe und zwei Fehlwürfe der Berner bestrafte Pfadi mit einer letztlich entscheidenden Konterserie, womit aus dem 15:17 das 19:17 wurde.

Trainer Adrian Brüngger sprach später zu Recht von «exzellenten und unwiderstehlichen Gegenstössen», die seine Mannschaft da gezeigt habe. Simon Getzmanns Penalty, der deutlich übers Tor flog, auf der einen und zwei weitere Treffer auf der anderen Seiten führte zur 21:17-Führung der Winterthurer.

Innert gut fünf Minuten hatten diese mit sechs Toren in Folge den Kurs Richtung Sieg eingeschlagen. Sie liessen sich in keiner Weise mehr davon abbringen und brachten den Vorsprung – anders noch als beim Start-Unentschieden in Aarau – über die Zeit. Souverän, mit einer kompakten Leistung. «Es hat recht lange gedauert, bis wir die Oberhand erhielten», sagte Brüngger. Als dies mal geschafft war, gabs keine Frage nach dem Sieger mehr.

Pfadi hat sich aus einer unangenehmen Lage befreit und verdient gewonnen. Die Angriffe besassen durchaus Varianten, erneut klappten die Anspiele an den Kreis und vor allem gabs diesmal an der Qualität der Konter nichts auszusetzen. Kreisläufer Mathias Kasapidis war im Abschluss makellos, Linkshänder Pascal Vernier sorgte für sehr viel Druck im Aufbau und war mit sechs Treffern bester Skorer. Entscheidend auch die zehn Paraden von Torhüter Matias Schulz nach der Pause. Der BSV bestätigte, eher stärker als letzte Saison zu sein. Rückkehrer Thomas Heer, einer der besten Schweizer Verteidiger, wird in der Defensive die Lücke, die durch Samuel Röthlisbergers Abgang entstand, schliessen. Luka Groff und Pedro Spinola sind neue sehr taugliche Aufbauer.

Mit dem zweiten Heimerfolg haben sich die Winterthurer hinter Wacker Thun, den verlustpunktlosen Leader, auf Platz 2 der Tabelle eingereiht. Der nächste, noch gewichtigere Test ihrer Frühform folgt bereits am Donnerstag im Auswärtsspiel gegen Meister Kadetten Schaffhausen.

Im Cup nach Altdorf

Die Auslosung der Cup-Viertelfinals, die in der Pause des Heimspiels gegen den BSV Bern stattfand, meinte es gut mit Pfadi. Die Winterthurer treffen auf einen der drei im Rennen verbliebenen NLB-Vereine: Bis zum 18. Oktober müssen sie beim HC KTV Altdorf antreten. Die Urner sind mit einer Heimniederlage gegen Baden und einem Unentschieden gegen Aufsteiger Solothurn in die Meisterschaft gestiegen. Im Cup setzten sie sich gegen den Erstligisten Chênois Genf und den NLB-Klub Steffisburg durch. Wichtigster Mann ist der 34-jährige Kroate Mario Obad, der Spielertrainer und Topskorer. Altdorf hat die Saison 2013/14 in der NLA bestritten, zwei Unentschieden blieben die einzige Ausbeute in der höchsten Schweizer Liga. (Der Landbote)

Erstellt: 17.09.2017, 18:24 Uhr

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