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Mit Glück und Wille zum 13. Sieg in Serie

Auch das 13. Spiel gegen den HSC Suhr Aarau wurde zu Pfadis Beute. Ein Konter fünf Sekunden vor Schluss brachte den personell reduzierten Winterthurern den 25:24-Sieg ein.

Oliver Scheuner zeigte eine starke Leistung mit vier Toren und zwei herausgeholten Siebenmetern. Hier trifft er gegen Martin Pramuk.
Oliver Scheuner zeigte eine starke Leistung mit vier Toren und zwei herausgeholten Siebenmetern. Hier trifft er gegen Martin Pramuk.
Heinz Diener

Seit Herbst 2008, als der HSC Suhr Aarau erstmals unter diesem Namen als Nachfolgeklub des TV Suhr in der Handballschweiz auftauchte, hat Pfadi jedes einzelne Meisterschaftsspiel gegen die Aargauer gewonnen. Das Dutzend hatten die Winterthurer letzten Oktober mit dem 22:21-Erfolg in Aarau voll gemacht.

Gestern Abend in der Eulachhalle waren sie bedrohlich nahe dran, zum ersten Mal das Feld nicht als Sieger zu verlassen. Trotz Überzahlspiel gerieten die Pfader beim Stand von 24:24 unter Zeitdruck. Nachdem sie zwei, drei deutlichere Chancen nicht genommen hatten, musste Jonas Langerhuus zum Verzweiflungsschuss ansetzen, den Torhüter Mihailo Radovanovic 58 Sekunden vor Schluss parierte.

Siegestreffer ins leere Tor

Der HSC, der als Aufsteiger in die Finalrunde vorgestossen war, kam so zum mutmasslich letzten Angriff. Der Sieg oder zumindest ein erster Punktgewinn nach zwölf Niederlagen gegen Pfadi war greifbar. Die Aargauer griffen mit zusätzlichem Feldspieler ohne Torhüter an. Doch dann spielte Raphael Rohr den Ball, als sein Team unter Zeitdruck war, in die Fänge von Filip Gavranovic und Pfadis Kreisläufer traf fünf Sekunden vor dem Ende zum 25:24 ins leere Tor. Das Glück war auf der Seite der Winterthurer.

Nach dem folgenden Anspiel flog Gavranovic wegen eines Fouls mit einer Zeitstrafe vom Platz. Gleiches widerfuhr vier Sekunden später Stefan Freivogel. Die Zeit war abgelaufen, Tim Aufdenblatten setzte zum Freiwurf an. Wegen der Zeitstrafen konnten sich nur vier Winterthurer – darunter der zuvor während 59:56 Minuten geschonte Ante Kuduz – in die Mauer stellen. Aufdenblattens Wurf streifte Fingerspitzen und landete in den sicheren Händen von Torhüter Arunas Vaskevicius, was Pfadis 13. Sieg in Serie über den HSC Suhr Aarau vollendete.

Auch noch Filip Maros

Der Zweite setzte sich gegen den Letzten der Finalrunde durch – wobei die Tabellenlage täuschte. «Es war das erwartet schwere Spiel», meinte Pfadi-Trainer Adrian Brüngger. Seine Mannschaft war in einer Besetzung angetreten, die jeden eroberten Punkt zum schönen Gewinn macht.

Mit Marcel Hess, Roman Sidorowicz, Pascal Vernier und Cédrie Tynowski fehlten vier Stammspieler verletzt. Kuduz war nur für Notfälle bereit. Und in der 2. Minute, als er das 1:0 erzielte, erwischte es auch noch Topskorer Filip Maros. Er fing einen schmerzhaften Schlag auf den Unterschenkel ein. Maros humpelte vom Feld und betrat es an diesem Abend erst wieder zur Siegesfeier seiner Mannschaft. Damit nicht genug: Abwehrchef Michal Svajlen erlitt einen Cut am Kopf und bestritt die letzten 50 Minuten des Spiels mit einem Verband um die Stirn. «Es reicht jetzt langsam», meinte Brüngger zur Verletzungsmisere.

Keine Selbstverständlichkeit

Der verbliebene Rest des Teams löste die Aufgabe bemerkenswert gut, zeigte sehr viel Willen und Kampfkraft. Den HSC Suhr Aarau unter diesen Voraussetzungen zu bezwingen, ist keine Selbstverständlichkeit. «Wir mussten hart kämpfen und alle haben Verantwortung übernommen», betonte Brüngger. «Wenn man am Schluss solche Spiele gewinnen kann, ist das gut.»

Nicht alles verlief ideal. Der Ballverlust, als sich Gavranovic und Kevin Jud Sekunden vor der Pause missverstanden und Suhr Aarau im Konter auf 13:10 verkürzte, war ebenso ärgerlich wie die beiden verschossenen Penaltys von Langerhuus. Zudem gab Pfadi einen 19:15-Vorsprung (41. Minute) preis, indem Suhr Aarau auf 20:20 aufschloss. In dieser Phase hatte Brüngger Aufbauer Yannick Ott, der von Debütant Lukas Heer (18) ersetzt wurde, und Gavranovic eine Pause gegönnt. Grundsätzlich aber war die Angriffsquote ebenso passabel wie die Abwehrleistung.

Nur Patrick Romann, der neun Tore erzielte und zwei Penaltys herausholte, hatte Pfadis Defensive nicht im Griff. Vaskevicius war diesmal die grössere Stütze im Tor als Matias Schulz. Offensiv überzeugte erneut Rechtsaussen Oliver Scheuner mit vier makellosen Würfen und zwei Penaltys, die er dem Team verschaffte. Sehr wichtig, zumal in der zweiten Halbzeit, waren die Torbeiträge von Jud und Marvin Lier. Und Ott, durchaus torgefährlich und vor allem solid, entwickelt sich immer mehr zur valablen Alternative im Rückraum.

Mit den zwei Siegen über den BSV Bern und Suhr Aarau, die beide die Playoffs voraussichtlich verpassen werden, hat Pfadi zum Einstieg in die Finalrunde seine Pflicht erfüllt. Dass es mit reduziertem Team gelang, macht die vier zusätzlichen Punkte noch wertvoller.

Nun stehen zwei Partien gegen mögliche Playoff-Konkurrenten, die derzeit hinter Pfadi liegen, bevor: Am Samstag tritt Cupsieger Wacker Thun in der Eulachhalle an, eine Woche darauf folgt das Gastspiel beim HC Kriens-Luzern.

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