Yellow Cup

Mit Stil in den Final gegen Russland

Ein guter Auftritt bringt den Schweizern am 46. Yellow Cup das Finalspiel heute Samstag gegen Russland ein. Zum Turnierstart setzten sie sich gegen EM-Teilnehmer Serbien 32:28 durch.

Eine makellose Bilanz mit sechs Toren wies Kreisläufer Lucas Meister im Spiel gegen die Serbien auf.

Eine makellose Bilanz mit sechs Toren wies Kreisläufer Lucas Meister im Spiel gegen die Serbien auf. Bild: Madeleine Schoder

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Im Grunde genommen war das gestern nur ein Vorbereitungsspiel auf die nahende WM-Qualifikation im Januar. Aber es ging in der Winterthurer Eulachhalle dann halt doch um mehr als nur um einen Test von Form und Fähigkeiten. Denn die Schweizer traten an ihrem Yellow Cup und vor 1500 Zuschauern auf. Das verpflichtete.

Und der Titelverteidiger liess sich in der Tat nicht lumpen, spielte vehement um den Sieg. In einem «normalen Trainingsspiel», sagte Nationaltrainer Michael Suter, hätte er wohl noch mehr gewechselt und weitere Varianten ausprobiert. So aber beliess er es beim Notwendigen, um diese Partie zu gewinnen. Seine Schweizer blieben auf Kurs, den vorgesehenen Plan in einen Sieg umzuwandeln.

Sie gewannen, weil sie offensiv gefielen, dort pro Halbzeit nur zwei kürzere Schwächephasen hatten und die besseren Torhüter besassen. Defensiv hätten beide Mannschaften Steigerungspotenzial. Vor allem in der ersten Viertelstunde verdienten die Verteidigungen diesen Namen nicht. Später verschafften sich die Schweizer mehr Zugriff auf den Gegner, wobei sie sich noch immer nicht am Maximum der Zweikampfhäre bewegten. Aber für den Ausgang der Partie spielte das keine Rolle. Alles genügte, um den Gegner auf Distanz zu halten.

Auch von jener heiklen Phase, als die Serben von Fehlern profitierten und innert Kürze mit einer Konterserie vom 22:18 auf 22:22 aufholten und damit zum ersten Mal seit dem 9:9 wieder einen ausgeglichenen Stand erreichen, liessen sich die Schweizer nicht aus dem Tritt bringen. Sondern sie setzten sich umgehend wieder leicht ab und schafften mit einer nun wieder sauberen Offensivquote die entscheidende Differenz vom 24:23 zum 28:23. Nationaltrainer Suter lobte zu Recht die «Coolness in wichtigen Situationen».

Der Spielmacher und der Kreis

Überhaupt durfte er mit der Leistung seiner Leute zufrieden sein. Er war es auch: «Ein Kompliment an die Mannschaft. Wir haben uns am 26. Dezember erstmals wieder getroffen und in den anschliessenden Trainings viel gearbeitet und viel erreicht.» Der Auftritt gestern war ein deutliches Zeichen dafür.

Die Schweizer setzten sich durchaus mit Stil gegen Serbie durch, sie bewiesen spielerische Qualitäten. Am besten, zumal solidesten verhielt sich der Rückraum, wenn Lenny Rubin, Lukas von Deschwanden und Ron Delhees auf dem Feld waren. Lukas Maros und Dimitrij Küttel waren in ihren Aktionen weniger erfolgreich. Von Deschwanden, erstmals seit letztem Januar wieder mit dabei, hielt die Mannschaft zusammen und war mit elf Toren aus 14 Versuchen der beste Skorer. «Er führt die Mannschaft. Seine Ruhe ist wichtig», lobte Suter seinen Spielmacher.

Lucas Meister, der einzige fürs Nationalteam verfügbare Kreisläufer, der international genügt, war der effizienteste Spieler, mit sechs Toren ohne Fehlwurf, zwei herausgeholten Penaltys und nur einem Ballverlust. Die Arbeit an ihm zahlt sich aus. In der Abwehr leistete Bundesligist Samuel Röthlisberger den besten Part. Im Tor hatten die Schweizer entscheidende Vorteile. Nikola Portner, obschon ihm erst in der 9. Minute die erste Goalieparade des Spiels überhaupt gelungen war, hielt bis zu seiner Auswechslung ein Dutzend Bälle, darunter nicht die einfachsten. In der Schlussviertelstunde parierte Thuns Marc Winkler (29) bei seinem Länderspieldebüt unter anderem einen Penalty. Bitter verlief der Abend für Cédrie Tynowski. Der Rechtsaussen von Pfadi Winterthur verletzte sich in der ersten Halbzeit bei einem Abschluss an der Wurfschulter.

Erster Sieg über Serbien

Am Ende war – im vierten Treffen – der erste Schweizer Sieg der Länderspielgeschichte über Serbien verdient. Die Serben traten nicht in Bestbesetzung an.Ihre Bundesliga-Spieler stossen erst im neuen Jahr zur EM-Mannschaft, zudem fehlten Leistungsträger in der Abwehr verletzt. Trotzdem steckt weiterhin viel Können im Team. Überragend spielte Petar Djordjic, der Rückraumschütze von Meschkow Brest war zehn Mal erfolgreich und von den Schweizern nie richtig zu bremsen.

«Das war ein wichtiger Sieg für das Team. Er gibt uns Selbstvertrauen», erklärte Suter. Ehe er ergänzte: «Aber alles, was zählt, ist der 3. Januar. Darauf arbeiten wir hin.» Dann steigt in Estland das erste von vier Spielen der WM-Qualifikation.

Zuvor steht der Final des Yellow Cups an. Heute Samstag um 18.20 Uhr spielen die Schweizer gegen Russland, das gestern mit sechs Toren von Star-Linksaussen Timur Dibirow Rumänien 25:18 bezwang, um ihren siebten Sieg am Traditionsturnier. Eine Steigerung in der Abwehr und nichts ist unmöglich. (Der Landbote)

Erstellt: 29.12.2017, 22:36 Uhr

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