Handball

Nicht ohne Zittern in den Cupfinal

Pfadi erkämpfte sich im Cup-Halbfinal gegen den HSC Suhr Aarau ein verdientes 22:19 (13:10).

Nach dem umstrittenen Cup-Halbfinal gegen den HSC Suhr Aarau konnten sich die Pfadi-Handballer über einen erkämpften Erfolg freuen.

Nach dem umstrittenen Cup-Halbfinal gegen den HSC Suhr Aarau konnten sich die Pfadi-Handballer über einen erkämpften Erfolg freuen. Bild: Johanna Bossart

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Der Jubel war gross, irgendwie erlösend. Denn die Winterthurer waren nahe dran gewesen, den griffbereiten Cupfinal noch aus den Händen gleiten zu lassen. Knapp zwei Minuten vor Schluss hatte der junge, kleine Linksaussen Timothy Reichmuth den 16. Winterthurer Ballverlust der zweiten Hälfte mit dem Konter zum 20:19 bestraft. Der HSC Suhr Aarau befand sich nahe an der Überraschung, den NLA-Zweiten aus dem Wettbewerb zu werfen.

Doch dann lief die Endphase für die Winterthurer. In Überzahl spielend, holten sie dank Filip Maros einen Penalty heraus, den Marvin Lier 66 Sekunden vor Schluss zum 21:19 verwertete. Und als anschliessend Patrick Romanns Schuss im Winterthurer Block hängen blieb, war Pfadi der erste Cupfinal seit 2015 nicht mehr zu nehmen. Damals in Olten hatte man sich knapp gegen den BSV Bern durchgesetzt.

Pfadi war der richtige Sieger, lag in diesem Halbfinal ausser beim 1:1 immer in Führung, überzeugte mit einem kämpferischen Auftritt in der Deckung und brachte sich, trotz aller Tiefen, rechtzeitig wieder zurück in die Erfolgsspur. Auch in der 16. Begegnung, seit es den HSC Suhr Aarau gibt, mussten die Winterthurer nicht als Verlierer vom Feld. Die Gäste dagegen, deren Qualitäten vor allem in der Defensive lagen, bezogen gestern auf nationaler Ebene die siebte Niederlage in Serie.

Alles lag bereit

Zum dritten Mal in Folge war ein Treffen mit dem HSC Suhr Aarau umkämpft und umstritten. Dass es überhaupt so weit kommen musste, hatten sich die Winterthurer selbst zuzuschreiben. In der ersten Halbzeit war noch fast alles nach Plan verlaufen. Die Ausbeute aus den Angriffen betrug 65 Prozent, die Verteidigung wehrte sich gut. Einzig von den Torhütern kamen weniger Paraden, als man es sich eigentlich von ihnen gewohnt wäre. Die Bilanz daraus: Pfadi, der Favorit, führte zur Pause 13:10 und schien einer soliden Qualifikation entgegen zu steuern.

Dieser Eindruck verstärkte sich zu Beginn der zweiten Hälfte. Zwei Kontertore von Rechtsaussen Cédrie Tynowski führten zum 15:10. Alles lag bereit, um die Vorentscheidung zu schaffen. Die Aargauer leisteten sich sieben Fehlwürfe in Serie, fünf Mal wehrte der nun starke Goalie Matias Schulz ab. Aber die Winterthurer waren nicht fähig diese Mängel zu bestrafen, weil sie selbst offensiv zusehends von der Rolle fielen. Zuerst ungenügende Abschlüsse, dann technische Fehler machten aus einem Spiel, das sie im Griff hatten, eines, um dessen Ausgang sie wieder bangen mussten. Nach nur drei Pfadi-Toren aus elf Anläufen stands plötzlich 16:14. Weitere zehn Winterthurer Angriffe später hiess es nur noch 19:18. Der HSC Suhr Aarau war spätestens jetzt, in der 56. Minute, zurück im Geschäft.

«Die zweite Halbzeit begann perfekt. Aber dann haben wir es nicht geschafft, den Gegner mit acht, neun Toren zu distanzieren», bemerkte Brüngger. Wieder verfiel seine Mannschaft in jenen Trott, der schon vor neun Tagen das Rückspiel des EHF-Cups gegen Lugi Lund gekostet hatte. Den Angriffen fehlten der Druck und die Überzeugung. «Wir verloren unser Zusammenspiel. Daran müssen wir arbeiten. Es lief wieder alles über die Mitte», sagte Brüngger.

«Aber ja: Wir sind im Cupfinal», ergänzte er sogleich lächelnd. Nachdem die Gruppenphase des EHF-Cups verpasst worden war, bleiben die Winterthurer im Rennen, das zweite Saisonziel zu erreichen: den Cupsieg. «Wir stehen im gleichen Kalenderjahr zum zweiten Mal in einem Final», durfte Brüngger erfreut feststellen. «Das zeigt, dass wir eine gewisse Konstanz haben...» Der Playoff-Final im Frühling hatte Pfadi gegen die Kadetten Schaffhausen verloren. Jetzt wahrten sie sich die (durchaus reelle) Chance auf den dritten Cupsieg nach 2010 und 2015.

BSV Bern oder die Kadetten

Heute Mittwoch in Gümligen treffen sich der BSV Bern und die Kadetten zum zweiten Halbfinal. Die Ausgangslage scheint offen: Die Berner haben bisher eine gute Saison bestritten, die Kadetten eher eine mässige. Am Donnerstag gibt der Schweizerische Handballverband bekannt, wo der Cupfinal am 21. Dezember stattfindet. Auf jeden Fall wird dies in der Halle eines Finalisten sein. (Der Landbote)

Erstellt: 05.12.2017, 23:08 Uhr

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