Playoff-Final

Ohne Gedanken ans Ergebnis

Die Abwehr und Torhüter Matias Schulz waren die Grundlagen zu Pfadis Startsieg im Playoff-Final in Thun. Heute ab 19.30 Uhr in der Eishalle am Deutweg geht die Best-of-5-Serie weiter.

An Pfadi-Goalie Matias Schulz scheiterten die Thuner (im Bild Lukas von Deschwanden) im ersten Finalspiel häufiger, als ihnen lieb sein konnte.

An Pfadi-Goalie Matias Schulz scheiterten die Thuner (im Bild Lukas von Deschwanden) im ersten Finalspiel häufiger, als ihnen lieb sein konnte. Bild: Martin Deuring

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Pfadis Siegesserie, die inzwischen vier Playoff-Spiele umfasst, hat viele Gründe. Einer davon ist Matias Schulz (Bild). Der Torhüter aus Argentinien hielt in den letzten beiden Begegnungen herausragend – beim fünften und entscheidenden Halbfinalmatch gegen die Kadetten Schaffhausen ebenso wie beim ersten Finalspiel vor drei Tagen in Thun. Beide Male wurde er zu Pfadis bestem Spieler des Spiels gewählt, was grundsätzlich nicht immer restlos aussagekräftig ist, in diesen zwei Fällen aber sehr wohl vertretbar war. Seine Aktion am Samstag, als er bei 2:4-Rückstand mit dem rechten Arm reflexschnell den Penaltywurf von Thuns Topskorer Lukas von Deschwanden abwehrte, ginge durchaus als «Parade des Monats» durch – wenn diese Auszeichnung denn verliehen würde.

«Unsere Abwehr war sehr stark. Das hilft, dass man als Torhüter selbst gut spielt», gibt Matias Schulz das Lob an seine unermüdlich arbeitenden Teamkollegen weiter. «Defensiv hatten wir in Thun unser bisher bestes Spiel», sagt er zum 23:22-Sieg nach Verlängerung.

Bolivien und Grönland

Als Argentinier, der wie 2016 an Olympischen Spielen in Brasilien – also beim Erzfeind schlechthin – antritt, sind laute, emotionale Gastspiele wie zuletzt in Thun nichts Neues. «Das bin ich mir ziemlich gewöhnt… Es ist ein Teil des Sports. Damit muss man klarkommen», sagt Schulz. «Natürlich versuchte man in Thun so viel Druck wie möglich auf uns zu machen – vor allem in einer so kleinen Halle. Wir haben uns nicht beirren lassen und die Ruhe bewahrt, auch wenn wir die meiste Zeit in Rückstand lagen.»

Mit seinen 36 Jahren steht der Torhüter, der an fünf Weltmeisterschaften und zwei Olympischen Spielen teilnahm, noch immer in Argentiniens Nationalteam. Nach dem Playoff-Final in der Schweiz folgt ein Höhentrainingslager in Argentinien zur Vorbereitung auf die Südamerika-Spiele in Bolivien. Anschliessend gehts weiter nach Grönland, wo selbst Matias Schulz noch nie war, an die Panamerika-Meisterschaft der Handballer, an der drei Plätze für die WM 2019 zu vergeben sind.

Wie lange seine Karriere mit Argentinien noch dauert, lässt er offen. Der Nationaltrainer wolle ihn «im Prozess für die nächsten Olympischen Spiele dabei haben», erklärt der 177-fache Internationale. Er selbst blicke nicht zu weit voraus und nehme es «Schritt für Schritt.»

Gefallen an der Schweiz

Erst im Juli stehen Ferien mit der Familie an. «In Europa», wie Matias Schulz einräumt. «Hier gibt es viel zu machen und alles ist in der Nähe...» Seit anderthalb Monaten wohnt die Familie Schulz in Sulz. Der ältere Sohn geht im Sommer zur Schule, der jüngere im nächsten Jahr in den Kindergarten.

«Wir sind sehr froh, in der Schweiz zu sein, und freuen uns auf die nähere Zukunft», betont Matias Schulz, der seinen Vertrag bei Pfadi um weitere zwei Jahre bis Sommer 2020 verlängert hat.

«Kleines Break, nicht mehr»

Die ganze nahe Zukunft beinhaltet aber weder Argentinien noch Ferien, sondern die Best-of-5-Finalserie gegen Wacker Thun. Und in der liegen die Winterthurer seit letzten Samstag bekanntlich 1:0 in Führung. «Wir haben ein kleines Break geschafft, aber noch nichts Entscheidendes», bemerkt Schulz. «Wir selbst wissen, dass auch ein 2:0 nicht genügen kann», verweist er auf den Playoff-Halbfinal gegen die Kadetten, den Pfadi nach dem 0:2 noch 3:2 gewann.

«Wir dürfen nicht ans Ergebnis denken», sagt Matias Schulz über das zweite Spiel heute Abend in der Deutweg-Eishalle. «Sondern wir dürfen nur daran denken, was zu machen ist, um das Ergebnis zu erhalten.» In den letzten vier Spielen ist dieses Vorhaben bestens aufgegangen. (Der Landbote)

Erstellt: 15.05.2018, 10:03 Uhr

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Pfadi vor dem Heimspiel gegen Wacker Thun

Vor 15 Jahren standen sich Pfadi und Wacker zum zuvor einzigen Mal im Playoff-Final gegenüber. In der Best-of-3-Serie verloren die Winterthurer zunächst in Thun klar, gewannen dann das Heimspiel 26:24 und vier Tage später auswärts 34:29. Pfadi feierte damit den achten von insgesamt neun Meistertiteln. Eigens fürs Heimspiel war man von der Eulachhalle (die maximal 2300 Zuschauer fasste) in die neue Eishalle am Deutweg umgezogen. 2600 Zuschauer kamen, was der tatsächliche Klubrekord für ein Meisterschaftsspiel Pfadis ist.

2003. Das war auch das Jahr, als Adrian Brüngger mit der SG Yellow/Tigers, seiner ersten Mannschaft als Trainer, von der 2. in die 1. Liga aufstieg… 15 Jahre später spielt er mit seiner Mannschaft um die Schweizer Meisterschaft. «Das gefällt mir natürlich viel besser», lächelt er.

«Ich kann mir gut vorstellen, dass es heute wieder eine enge Geschichte wird», bemerkt Brüngger, der Trainer des Cupsiegers aus Winterthur. «Unser Sieg am Samstag war toll und schön. Aber er ist nichts wert, wenn nicht zwei weitere dazu- kommen.» Pfadi und Wacker standen sich in der laufenden Saison viermal gegenüber, stets (je zweimal) gewann das Auswärtsteam. Diese Serie wollen die Winterthurer heute im zweiten Finalmatch durchbrechen. «Wir haben es diese Saison mit den Premieren», sagt Brüngger, dessen Team unter anderem erstmals seit 2004 die Kadetten aus dem Playoff warf. «Ich habe nichts dagegen, wenn es nochmals eine gibt.»

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