Handball

Kevin Jud rettet Pfadi den einen Punkt

Nach vier Niederlagen in Folge gelingt den Winterthurer NLA-Handballern mit dem 27:27 (11:13) bei St. Otmar St. Gallen wieder einmal ein Erfolgserlebnis. Kevin Jud war der Mann des Abends.

Acht Tore erzielte Kevin Jud gegen St. Otmar, sieben davon nach der Pause, inklusive des Ausgleichs zum 27:27.

Acht Tore erzielte Kevin Jud gegen St. Otmar, sieben davon nach der Pause, inklusive des Ausgleichs zum 27:27. Bild: Martin Deuring

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Keine Mannschaft steckt vier Niederlagen innerhalb von zehn Tagen locker weg. Auch Pfadi nicht. Die Winterthurer bemühten sich in St. Gallen, mit einem soliden Auftritt wieder zurück in die Spur zu finden. Das gelang zunächst gut. Sie verteidigten ordentlich und konnten vorne die Fehlerquote einigermassen tief halten.

11:10 führten sie deshalb nach 24 Minuten. Dann aber glückte bis zum Ende der ersten Hälfte in vier Angriffen kein Tor mehr. Das 11:13 erzielte St. Otmars Spielertrainer Bo Spellerberg in der Schlusssekunde vor der Pause mit einem Freiwurf durch die Mauer. Als die St. Galler mit dem 11:14 in die zweite Hälfte stiegen, drohte Pfadi das Spiel zu entgleiten, zumal der Gegner bis dahin gut verteidigt und Pfadi vor viel Aufwand gestellt hatte, um zum Erfolg zu kommen. Die produktivste Phase des Spiels, mit neun Toren aus zehn Anläufen, brachte die Winterthurer dann allerdings zurück in den Match. Vielmehr: Sie lagen, nachdem Aleksandar Radovanovic unter Zeitdruck das 22:21 erzielt hatte, nun erstmals seit dem 11:10 wieder vorne.

Vorsprung verspielt

Mit einem 26:24 im Rücken stieg Pfadi in die Schlussphase. Die deutliche offensive Steigerung gegenüber den zwei missglückten Auftritten gegen den HSC Suhr Aarau schien sich auch im Resultat auszuzahlen. Die Winterthurer hatten die Hand am Sieg – um ihn wieder entgleiten zu lassen. Drei Ballverluste von Radovanovic halfen St. Otmar bei der Wende.

26:27 lagen die Winterthurer plötzlich hinten, als sie mit 59:08 Minuten auf der Uhr zum vermutlich letzten Versuch starteten. Lange dauerte er. Vier Sekunden vor Ende kamen die Winterthurer, mit sieben Feldspielern, zum Freiwurf. Der Ball ging zu Kevin Jud und der Regisseur traf aus dem Rückraum zum Ausgleich, der auf keinen Fall unverdient war. «Zwei Punkte verschenkt, einen Punkt gewonnen», fasste Trainer Adrian Brüngger Pfadis Schlussphase vom 26:24 via das 26:27 zum 27:27 zusammen.

Jud krönte mit dem Ausgleich eine Sekunde vor Schluss eine starke zweite Halbzeit, in der er sieben seiner acht Treffer erzielte. Bei den Niederlagen gegen Suhr Aarau war der Spielmacher zweimal nicht auf Touren gekommen. In St. Gallen war er wieder «der Alte». Wenn es ihm läuft, steigen die Chancen, dass die Mannschaft Erfolg hat, markant. Peter Schramm und Adir Cohen, der in der 29. Minute mit einer Oberschenkelprellung ausschied, spielten im Rückraum solid. Radovanovic dagegen, in den ersten Saisonspielen der zuverlässigste Aufbauer, läuft offenbar seiner Form hinterher; der Linkshänder verlor neun Bälle. Kreisläufer Markus Dangers und Linksaussen Joël Brämm blieben mit je vier Treffern makellos.

«Die richtige Richtung»

«Es war ein gutes Spiel», erklärte Brüngger. «Wir bewegen uns in die richtige Richtung.» Die Leistung seiner Leute stimmte wieder. In der Offensive brauchte es zwar den Effort Juds, aber auch sonst verlief das Angriffsspiel zwingender als noch am Mittwoch in Aarau. In der Abwehr öffneten sich mitunter Lücken, zuerst beim 3-2-1-System gegen die hinein laufenden Aussenspieler, dann im 5-1 durch einzelne Pässe von St. Otmars Altmeistern. Insgesamt wurde jedoch durchaus so verteidigt, dass man in der NLA Spitzenspiele gewinnen kann – mit einem überragenden Abwehrchef Michal Svajlen. Die Torhüter leisteten ihren Anteil, stark war die Startphase von Matias Schulz mit fünf frühen Paraden.

Eine Woche nach dem Heimdebakel gegen die Kadetten Schaffhausen bestätigten die St. Galler diesmal, dass sie zurecht zur Spitzengruppe gehören. Spellerberg, Rares Jurca und vor allem Andrija Pendic können noch immer jede Abwehr vor Probleme stellen; von Spellerberg dürfte man sich indes wünschen, dass er verlorene Zweikämpfe wie ein Handballer von Welt, der er eigentlich ist, hinnimmt und keine Show abzieht.

Nach sieben Spielen innerhalb von 23 Tagen haben die Winterthurer nun eine Woche Zeit, um sich auf den nächsten Match einzustimmen. Am Samstag treten sie beim HC Kriens-Luzern zum nächsten Spitzenspiel an. Der HCK ist, neben den Kadetten, Pfadi und St. Otmar, die vierte Mannschaft der aktuellen Top 4.

St. Otmar St. Gallen - Pfadi Winterthur 27:27 (13:11)

910 Zuschauer. - SR Castiñeiras/Zwahlen. - Torfolge: 0:1, 2:4, 4:5, 6:5, 8:7, 8:9, 10:11, 13:11; 14:11, 17:15, 17:18, 19:18, 21:20, 21:22, 22:24, 23:25, 24:26, 27:26, 27:27. - Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen St. Otmar, 2-mal 2 gegen Pfadi.

St. Otmar: Bringolf; Spellerberg (4), Hörler, Fricker (2), Gwerder (5), Pendic (5), Wüstner, Bamert (1), Wetzel (4), Jurca (4/2), Höning (2). - Pfadi: Schulz (31. Schelling); Ott, Pecoraro (2), Cohen (3/1), Dangers (4), Heer (1), Radovanovic (3), Jud (8), Freivogel, Störchli, Bräm (4), Svajlen, Schramm (2).

Bemerkungen: Pfadi ohne Vernier und Tynowski, St. Otmar ohne Geisser, Jurilj und Kaiser (alle verletzt). 9. Schulz hält Penalty von Jurca. 50. Bringolf hält Penalty von Jud, der im Nachschuss trifft.

Erstellt: 30.11.2019, 20:50 Uhr

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