Handball

Pfadi enttäuscht erneut und gibt Platz 1 ab

Eine Woche nach dem Aus im Cup-Viertelfinal unterliegt Pfadi auch in der Meisterschaft dem HSC Suhr Aarau. Wegen der 20:21-Niederlage verlieren die Winterthurer zugleich die Tabellenführung an die Kadetten.

Einer der ganz wenigen Pfader die in Aarau genügten war Linksaussen Joël Bräm.

Einer der ganz wenigen Pfader die in Aarau genügten war Linksaussen Joël Bräm. Bild: Alex Wagner

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So schnell wie die paar Helfer dem Gummiadler, durch den die HSC-Handballer vor jedem Heimspiel aufs Feld zu marschieren pflegen, die Luft abgelassen hatten, so leicht setzten sich die Winterthurer zunächst ab. Hinter Pfadis 5:1-Führung bis zur 10. Minute steckte ausgezeichnete Arbeit in der Defensive und ein tadelloses Verhalten im Angriff. Mit sieben Feldspielern wurden die Aussenleute Joël Bräm und Aleksandar Radovanovic zu drei Treffern freigespielt, zwei Kontertore kamen hinzu. Pfadi trat auf wie eine Mannschaft, der nach drei Niederlagen in Folge, die Wende zum Guten gelingen könnte.

Der HSC sah sich in jener Minute 10 zum Timeout genötigt. Sieben Minuten später folgte der zweite Unterbruch, um Spieler um sich zu sammeln und Mängel zu besprechen. Diesmal war Pfadi an der Reihe. Suhrs Ausgleich zum 6:6 war die Ursache dieses Timeouts. Oder genauer gesagt: Pfadis Fehler, die sich vom 5:1 an in der Offensive gehäuft hatten.

Trotz allem nahe am Punkt

Besser wurde es anschliessend nur kurzfristig mit der 8:7-Führung. Ein Tor aus fünf Angriffen war die weitere Ausbeute bis zur Pause. Nur vier Treffer – darunter das 10:9 als letzter Vorsprung in diesem Match - aus 14 Anläufen erzielten die Winterthurer bis tief in die zweite Halbzeit hinein, 13:16 lagen sie da in Rückstand. Erst daraufhin stieg die Effizienz, mit sieben Toren aus acht Angriffen, auf ein Niveau, mit dem man Spiele gewinnen kann. Pfadi glich in der 58. Minute durch Fabrizio Pecoraros drittem Treffer zum 20:20 aus. Trotz all ihrer Mängel hatten die Gäste die Hand an einem Punktgewinn. Sie hielten den HSC im folgenden endlosen Angriff sehr, sehr lange in Schach – ehe Diogo Oliveira mit der allerletzt möglichen Aktion unter Zeitdruck aus der Ferne den Ball zum 21:20 ins Tor wuchtete. 59 Sekunden blieben auf der Uhr, doch Pfadi brachte es zum wiederholtesten Mal in diesem Match nicht fertig jene Aktion zu kreieren, die zum Tor führt.

Wie vor einer Woche im Cup genügte die Angriffsleistung bei weitem nicht. «Es hat offensichtlich Spieler, die ziemlich im Loch sind», sagte Trainer Adrian Brüngger. Die gesamte Rückraumformation enttäuschte, Kevin Jud fand kein Mittel, Radovanovic und Peter Schramm (noch am druckvollsten) rannten sich gleichsam in der hartnäckigen Abwehr fest, Yannick Ott und Lukas Heer spielten fehlerhaft. Wer genügte: Linksaussen Joël Bräm erzielte sieben Tore aus gleich vielen Versuchen, Pecoraro, Aufbauer Adir Cohen und Kreisläufer Jannic Störchli leisteten sich ebenfalls keinen Fehlwurf.

Gewiss solid verhielten sich die Abwehr und Torhüter Matias Schulz. Die 21 Gegentore zeugen davon. «Das müsste eigentlich zum Sieg reichen», sagte Brüngger. Es genügte nicht, weil vorne zu vieles missglückte, namentlich auch sehr viele technische Fehler geschahen. Im Angriff fehlte die Selbstverständlichkeit, der Zug, die Genauigkeit, der Flow. Nichts davon war gestern zu sehen. Und so reichte es dem HSC Suhr Aarau zum zweiten Mal nacheinander zum Erfolg über Pfadi. «Das ist ein Tiefpunkt. Ich bin richtig verärgert», betonte Brüngger.

Es wird eng an der Spitze

Die Niederlage hat Folgen. Die Kadetten Schaffhausen, die tags zuvor mit dem 30:21 in St. Gallen ihren achten Sieg in Serie gefeiert hatten, liegen nach zwölf Runden nun einen Punkt vor Pfadi und sind zum ersten Mal in dieser Saison Tabellenführer der Nationalliga A. Nur einen Punkt hinter den Winterthurern befinden sich der HC Kriens-Luzern und St. Otmar St. Gallen, die beiden Mannschaften, auf die Pfadi in den nächsten beiden Runden auswärts trifft.

Es bleiben nur drei Tage Zeit, um sich für die nächste Aufgabe in St. Gallen herzurichten. Sie wird nicht einfacher sein als die gestern.

Suhr Aarau - Pfadi 21:20 (9:9)

Schachenhalle. – 744 Zuschauer. – SR Keiser/Rottmeier. – Torfolge: 0:3, 1:3, 1:5, 4:5, 4:6, 6:6, 7:8, 9:8, 9:9; 9:10, 13:10, 13:12, 14:13, 16:13, 19:16, 19:18, 20:18, 20:20, 21:20. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Suhr Aarau, 5-mal 2 gegen Pfadi.

Suhr Aarau: Marjanac (10. bis 30. Grazioli); Reichmuth, Zehnder (3), Oliveira (10/4), Laube, Muggli, Poloz (5), Strebel, Slaninka (3). – Pfadi: Schulz (für 1 Penalty Schelling); Ott, Pecoraro (3), Cohen (3/2), Dangers, Störchli (2), Heer (1), Bührer, Radovanovic (1), Jud, Bräm (7), Freivogel (1), Schramm (2), Svajlen.

Bemerkungen: Pfadi ohne Cédrie Tynowski und Vernier, Suhr Aarau ohne Aufdenblatten, Ferrante und Ferraz (alle verletzt). 13. Grazioli hält Penalty von Jud.

Erstellt: 27.11.2019, 22:54 Uhr

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