Handball

Pfadi kann sich nicht belohnen

Das umkämpfte und ausgeglichene Startspiel des Playoff-Finals wurde eine Beute der Kadetten Schaffhausen. Sie bezwangen die Winterthurer nach Verlängerung 31:29.

Auch die fünf Tore von Kreisläufer Markus Dangers reichten Pfadi am Playoff-Final in Schaffhausen nicht für einen Startsieg.

Auch die fünf Tore von Kreisläufer Markus Dangers reichten Pfadi am Playoff-Final in Schaffhausen nicht für einen Startsieg. Bild: Martin Deuring

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Nie haben die Winterthurer in dieser Saison in Schaffhausen besser gespielt, nie waren sie in jenen zwei Begegnungen so nahe dran wie gestern. Trotzdem fanden sie keinen Lohn für ihren grundsätzlich starken Auftritt. Am Ende gewann jene Mannschaft, die im gesamten Match weniger in Führung gelegen war, die aber in den wichtigen Momenten aufdrehen, seine Möglichkeiten ausschöpfen und verwerten konnte.

Klare Chancen verpasst

Pfadi begann gut, führte in der ersten Halbzeit mitunter mit drei Toren. Kurz vor der Pause legten die Kadetten mit dem 11:10 erstmals seit dem 1:0 vor. Gleiches gelang ihnen gegen Ende der zweiten Halbzeit, in der Pfadi zuvor noch 18:15 oder 19:17 geführt hatte. Die Schaffhauser brachten sich mit dem 24:23 in der 54. Minute wieder in Vorteil.

Den Matchball aber besass in der regulären Spielzeit Pfadi, nachdem die Schaffhauser beim Stand von 25:25 wegen Zeitspiels zurückgepfiffen worden waren. Daraufhin besassen die Winterthurer sechs Sekunden Zeit für ihren letzten Angriff. Nach einer Passfolge kam der Ball zu Michal Svajlen an den Kreis, der, bedrängt, an Goalie Kristian Pilipovic scheiterte. Mit etwas gutem Willen hätte man auch auf Penalty entscheiden können. Das geschah nicht und die Verlängerung wurde fällig.

In die startete Pfadi mit einem Kontertor von Marvin Lier zum 26:25. Dann jedoch gelang vorne lange nichts mehr, die Kadetten zogen auf 26:30 davon und liessen sich die Sache nicht mehr nehmen. Ihr Schlüsselmann in den wichtigsten Phase gegen Ende von Halbzeit 2 und der Verlängerung war Pilipovic: Österreichs Nationaltorhüter parierte in diesen Phasen sieben Bälle, fünf allein in der Verlängerung.

Oder anders gesehen: Die Winterthurer scheiterten zu oft mit freien Würfen. Lukas Heer erwischte es in der Verlängerung zweimal. Aber auch andere schnitzerten. Spielmacher Kevin Jud, erst Anfang Woche wieder genesen, hatte auch schon bessere Partien abgeliefert.

«Wir verwerfen zu viele hundertprozentige Chancen», bedauerte Pfadi-Trainer Adrian Brüngger. Und gleichsam zurecht bemängelte er das Überzahlspiel, das schon in Partien zuvor nicht gerade zu Pfadis Stärken gezählt hatte. «Das müssen wir besser machen.»

«Vieles gut gemacht»

Zugleich anerkannte er: «Wir haben vieles gut gemacht.» Das stimmt. Ein Startsieg, der gewiss nicht unverdient gewesen wäre, blieb allerdings aus. Und daran waren auch die Winterthurer schuld; weitgehend wegen den unverwerteten freien Chancen.

Grundsätzlich besassen ihre Angriffsaktionen Druck und Bewegung, besser liefs, wenn Peter Schramm an Stelle von Filip Maros im rechten Rückraum antrat. Pfadis Verhalten in der Abwehr war, von ein paar Ausnahmen abgesehen, eines Finals würdig. Zwei Sekunden vor der Pause fiel Stefan Freivogel, der bis dahin stärkste Verteidiger der Winterthurer, aus: Schaffhausens Luka Maros knallte einen letzten Verzweiflungswurf mit voller Wucht aus zwei Metern ins linke Auge von Freivogel. Für Pfadis Defensivspezialisten war zumindest dieses erste Finalspiel gelaufen.

Die Quoten der Torhüter hielten sich lange die Waage, ehe mit Fortdauer des Spiels die Schaffhauser Keeper mehr Paraden verbuchen konnten. Filipovic war der eine Schaffhauser Mann des Abends, Spielmacher Gabor Csaszar der andere. Obschon nicht fehlerfrei, hatte (eigentlich wie meistens) alles, was er anpackte, Hand und Fuss. Auf ein Dutzend Tore brachte es Csaszar bis zum Schluss.

Noch keine Entscheidung

Das Treffen der beiden besten Schweizer Clubs war umkämpft, fairer als die übertrieben hohe Zahl an Strafen glauben machen könnte, es war spannend und besass spielerischen Gehalt. Aber was man sich für die Fortsetzung dieser Finalserie wünschen darf: Bessere Schiedsrichter.

Spiel 2 steht bereits am Sonntagabend in der Axa-Arena an. Gelaufen ist in diesem Final natürlich noch nichts, die beiden Mannschaften begegneten sich gestern völlig auf Augenhöhe. Die Winterthurer hatten jenen Auswärtssieg, der für den Titelgewinn unabdingbar ist, vor Augen. Oder wie sagte doch Adrian Brüngger: «Ich denke, wir sind dran.»

Kadetten - Pfadi 31:29 n.V. (25:25, 12:12)

BBC-Arena. – 1620 Zuschauer. – SR Boskoski/Stalder. – Torfolge: 1:0, 1:3, 4:5, 4:7, 7:7, 9:10, 11:10, 12:12; 12:15, 14:15, 14:17, 15:18, 17:18, 17:19, 19:19, 22:23, 24:23, 25:25; 25:26, 30:26, 30:28, 31:29. – Strafen: 7×2 gegen Kadetten, 8×2 gegen Pfadi. – Kadetten: Stevanovic (51. Pilipovic); Meister (1), Zehnder (3), Küttel (4), Csaszar (12/3), Beljanski, Gerbl (2), Sesum (5), Luka Maros (2), Schelker, Tominec (1), Herburger (1). – Pfadi: Schulz (45. bis 65. Schelling); Ott, Filip Maros (2), Tynowski (4), Dangers (5), Lier (9/4), Heer, Jud (4), Bräm, Freivogel, Cvetkovic, Svajlen, Schramm (5). – Bemerkungen: Kadetten ohne Markovic, Huber und Haas, Pfadi ohne Vernier (alle verletzt). 53. Pilipovic hält Penalty von Lier.

Playoff-Final (Best of 5), Stand: 1:0. – Zweites Spiel am Sonntag, 18 Uhr, in der Axa-Arena.

Erstellt: 16.05.2019, 23:32 Uhr

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