Handball

Pfadi lässt den Meister gewähren und verliert

Im NLA-Startspiel bezieht Pfadi bei Meister Wacker Thun eine 33:34-Niederlage. Die hohe Zahl an Toren beschreibt das Problem.

Nicolas Raemy (hier gegen Pfadis Pascal Vernier) erzielte das Siegtor für Wacker Thun.

Nicolas Raemy (hier gegen Pfadis Pascal Vernier) erzielte das Siegtor für Wacker Thun. Bild: Patric Spahni

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Drei der vier Spiele des Playoff-Finals 2018 zwischen Pfadi und Wacker waren nach Siegtreffern in den Schlusssekunden mit je einem Tor Differenz ausgegangen. Gleiches geschah nun am Samstag bei der Fortsetzung in der Meisterschaft: Aufbau-Linkshänder Nicolas Raemy entwischte und versenkte zehn Sekunden vor Abpfiff vom Flügel aus das 34:33 für Thun.

Zwischen diesen engen Treffen in der NLA lag am vorletzten Sonntag in Winterthur der Supercup, den Cupsieger Pfadi restlos dominierte und mit einem 26:17-Sieg über Wacker beendete. An jenen Auftritt konnten die Winterthurer nicht anknüpfen. Zumindest nicht, was die Abwehrarbeit betraf. Und die Vorteile im Tor lagen diesmal bei den Thunern. Mathias Schulz, einer der Matchwinner des Supercups, wurde nach fünf Paraden zur Pause durch Simon Schelling ersetzt, der es auf sieben gehaltene Bälle brachte. Gegenüber Flavio Wick parierte 18 Würfe und verleitete Marvin Lier sowie Kevin Jud dazu, Penaltys nicht aufs Tor zu bringen. Wick, im Playoff-Final Pfadis Penaltyschreck, war am Samstag alleiniger Keeper, nachdem Marc Winkler kurz vor dem Match mit einer Knieverletzung humpelnd vom Platz gegangen war.

Wie ein Schlussresultat

Das Pausenresultat sagt schon alles, wo die Stärken und Schwächen beider Mannschaften lagen: Ein 19:17 (für Wacker) könnte genauso gut ein Schlussresultat sein. Oder wie Pfadi-Trainer Adrian Brüngger verglich: «Das waren zur Pause mehr Gegentore als im gesamten Supercup.»

Sieben Konter und drei schnelle Anspiele hatte Wacker bis dahin in Tore umgemünzt, Pfadi brachte es auf zwei beziehungsweise fünf. Zwei Mannschaftten, die gegeneinander bisher vor allem durch stattliches Defensivwirken aufgefallen waren, lieferten sich ein rasantes Spiel. Keine der beiden offensiv ausgerichteten Abwehren verschaffte sich Zugriff auf die gegnerischen Aktionen. Ein Vorteil der Thuner indes war, dass sie bei Kontern besser verteidigten als die Gäste.

«Wir waren in der Deckung zuwenig bereit und aggressiv», bemängelte Brüngger. Es fehlten jene Qualitäten, «die uns im Supercup den klaren Sieg eingebracht haben. Wacker drückte aufs Tempo und wir haben das zugelassen.» Eigentlich habe man vorgängig gewusst: «Wenn wir fünf Prozent Intensität herausnehmen, sind wir fünfzig Prozent schlechter», sagte Brüngger. «Aber offenbar muss man das als Spieler selbst einmal erleben, bevor man es glaubt.»

Nach 20 Minuten lag Pfadi 12:10 vorne. Ein Nachlassen in der Effizienz sorgte für die Wende bis hin zum 17:19-Pausenrückstand. In der zweiten Hälfte befanden sich die Winterthurer regelmässig und teils mit bis zu vier Toren im Hintertreffen. Vom 22:26 an kamen sie in der Schlussviertelstunde jedoch nochmals heran. Pascal Verniers Konter zum 27:27 war ein erster Ausgleich – ehe wieder ein Rückstand folgte (27:30). Anschliessend machte Pfadi aus dem 31:33 ein 33:33. Marvin Lier hatte 32 Sekunden vor Schluss ausgeglichen. Dass Pfadi diesen einen Punkt nicht über die Zeit brachte, war dann irgendwie typisch für das Abwehrverhalten, das nicht dem eigenen Standard genügte.

«Die Art und Weise»

Die Qualitäten lagen diesmal im Angriff. Lier war, bis auf jenen Penalty, ein sicherer Wert. Kreisläufer Markus Dangers erzielte aus vier Versuchen gleich viele Tore und holte vier Penaltys heraus. Sidoworicz, der früh manngedeckt wurde, machte das Beste daraus. Und Vernier spielte mit sieben Toren aus neun Würfen prägend.

«Man kann in Thun verlieren», meinte Brüngger noch. «Ich habe mehr ein Problem mit der Art und Weise, wie das passiert ist.» Für seine Mannschaft müsse «eine Ausstrahlung und Dominanz wie im Supercup normal werden», betont Pfadis Trainer. «Bis im März müssen wir das heran gebracht haben.» (Der Landbote)

Erstellt: 02.09.2018, 20:37 Uhr

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